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XXL-EXKLUSIVTEST: Yamaha RX-V2600 - Vollausstattung zum humanen Preis? (1/4)

Carsten Rampacher, AREADVD - update: 15. Dezember 2005

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Einführung

Wer aufwändig aufgebaute, reichhaltig ausgestattete AV-Receiver als Schaltzentrale fürs Heimkino sucht, muss sich nicht mehr zwangsläufig an Preisregionen von 2.500,00 bis 5.000,00€ orientieren. Bereits für 1.000,00 bis 1.500,00€ gibt es Geräte, die einen Standard bieten, den früher nur sehr viel teurere Komponenten erreichen konnten: Aktuelles Beispiel ist der Denon AVR-3806, der nicht nur mit zukunftsorientierter Ausstattung wie zwei HDMI-Eingängen, einer analog-digitalen Videowandlung und einem Hightech-Einmesssystem, sondern auch mit einem brillanten Klang voll punkten kann. Dass Denon hier für auch preislich ein hochinteressantes Paket geschnürt hat, blieb auch der starken Konkurrenz nicht verborgen. Mit ganz besonderem Enthusiasmus machten sich die Entwickler von Yamaha ans Werk, um den Nachfolger Yamaha RX-V2600 des erfolgreichen Yamaha RX-V2500 mit hochwertiger Technik und opulenter Ausstattung auf den Markt zu bringen - mit dem klaren Ziel, ganz oben an der Spitze mitmischen zu können. 

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Ausstattungsriese: Der Yamaha RX-V2600 bringt einfach alles mit - mehr als mancher dreimal so teure Bolide

So liest sich bereits die Feature-Liste wie eine Agenda zum Bau von Hightech-AV-Receivern: Mit 7 x 190 Watt (DIN) bzw. 7 x 130 Watt (RMS) steht zunächst einmal üppig Leistung zur Verfügung. Wie später unsere Pegelfestigkeitstestreihen dokumentieren, ist der Yamaha RX-V2600 auch keinesfalls ein reiner "Papiertiger", sondern schlägt auch in größeren Lokalitäten noch kraftvoll zu. Des weiteren überzeugt der Yamaha RX-V2600RDS mit seinem Endstufen-Zuweisungskonzept. Die Surround Back-Endstufen können auch anderweitig verwendet werden, nämlich wahlweise für ein Bi-Amping der Frontlautsprecher oder aber für die Stereobeschallung einer 2. Hörzone. Es geht aber noch weiter: Der Yamaha RX-V2600RDS kann nämlich bis zu 3 Hörzonen versorgen, indem man jeweils eine Beschallung in der Haupthörzone sowie in Zone 2 und Zone 3 in Stereo konfiguriert. Nach diesen ersten Appetithäppchen legt der Yamaha RX-V 2600 nun vollends los: Er verfügt über eine reichhaltig ausgestattete Videosektion, die nahezu alle Wünsche erfüllt: Analog --> HDMI-Wandlung? Das ist eine Leichtigkeit für den Yamaha RX-V 2600, sozusagen eine Aufwärmübung - denn der Tausendsassa skaliert genauso hoch auf bis zu 1.080i und verfügt auch noch über einen De-Interlacer, der eingehende Halbbildsignale in Vollbilder wandelt, um diese dann z.B. in der neuen europäischen HDTV Norm 720p mittels des internen Scalers und des HDMI-Ausgangs auszugeben. Zwei HDMI-Eingänge (HDMI 1.1) und ein HDMI-Ausgang stellen sicher, dass auch modernste Zuspieler und Bildwiedergabegeräte vom Yamaha RX-V2600RDS bedient werden können. Mit einer Bandbreite von 100 MHz ist die Videosektion gut für alle hochauflösenden Signalarten gerüstet. Selbstredend gibt auch eine via GUI einstellbare LipSync-Funktion. Die Bauteile für die Videosektion kommen im Übrigen nicht von irgendwelchen No Name-Produzenten, sondern auch der Hightechschmiede Oplus (liefert auch Videobausteine für den Onkyo DV-SP1000E) und von den renommierten Chipexperten von AD (Analog Devices). Auch für die Audiosignalwandlung arbeitet Yamaha mit besonders erfahrenen D/A-Wandler-Anbietern zusammen: Hier setzt man auf Burr Brown 192 kHz/24-Bit DACs für alle Kanäle. 

Weiteres Merkmal des Yamaha RX-V2600RDS ist die Yamaha-typisch umfangreiche DSP-Sektion - in den insgesamt 22 Surroundprogrammen sind neben den Yamaha-eigenen DSPs auch noch die THX Select II Programme Music, Cinema und Game enthalten, ferner gibt es einen Decoder für THX Surround EX. Wie es der Trend verlangt, liefert Yamaha natürlich auch ein Lautsprechereinmesssystem mit (YPAO), welches auch den aktiven Subwoofer mit berücksichtigt. 6 Speicherplätze sorgen für vielfältige Möglichkeiten zum Sichern eigener Konfigurationen. Manuell kann man mittels eines ebenfalls zum Ausstattungsumfang gehörenden Equalizers ebenfalls noch akustisch optimieren. Sehr schön ist die Benutzeroberfläche gehalten - Yamaha setzt hier auf eine grafisch aufwändige, anwenderfreundliche Lösung, die eine Kontrolle des großen Funktionsumfangs problemlos möglich machen soll. 

Wir sind stolz, Ihnen als erstes Magazin einen besonders ausführlichen Exklusivtest dieses finanzierbaren Luxusliners anbieten zu können - lassen Sie sich überraschen: Wie schlägt sich der Yamaha RX-V2600RDS im Test?

Die Test-Aufteilung:

Verarbeitung 

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

So muss es sein: Exzellente Gehäuseverarbeitung beim Yamaha RX-V2600 RDS

Genau das sind wir von Yamaha gewohnt: Der Yamaha RX-V2600RDS beweist mit der präzisen Einpassung seiner Aluminium-Frontplatte Klasse. Alle Spaltmaße sind gering und gleichmäßig, wie sich anhand der Bilder sehr gut nachvollziehen lässt. 

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Alles bestens: Saubere Passung der Frontplatte, sehr aufwändig gestalteter Lautstärkeregler

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Von oben betrachtet: Der Lautstärkeregler ist massiv verarbeitet und ist eines weitaus teureren Gerätes problemlos würdig. Er liegt satt in der Hand und ist tadellos geführt.  Er wirkt sogar noch minimal hochwertiger als der Lautstärkedrehregler des Denon AVR-3806

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Auch der Eingangswahlschalter ist außergewöhnlich solide ausgeführt und lässt sich exakt bedienen

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Keine Schwächen im Detail: Stabile, große Schrauben geben dem Gehäusedeckel Halt

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Auch auf der Geräteunterseite finden sich keine Verarbeitungsmängel wie abstehende Bleche, ungenaue Passungen etc. - hier kann man ganz genau hinschauen

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Zum sehr hochwertigen Gesamteindruck passen die stabilen, titansilbernen Gerätestandfüße ganz ausgezeichnet

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Yamaha schlägt die Konkurrenz: Wo die meisten Anbieter in diesen Preisgefilden nur eine mit dünnem Alu verkleidete Kunststoffklappe anbieten, verwendet Yamaha eine vollmassive, hochsolide Klappe. Klasse!

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Verarbeitungstechnisch einwandfrei sind Standby-Schalter und richtiger Netzschalter integriert

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Auch das ist ein Yamaha-Qualitätsmerkmal: Bernsteinfarbenes, zweizeiliges und großformatiges Display

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

So läuft's richtig: Für die Kontrolle der 2. oder 3. Hörzone liefert Yamaha eine eigene Fernbedienung (kleines Modell) mit. Die große Fernbedienung kennen wir in sehr ähnlicher Form bereits von vielen anderen Yamaha-Receivern, was aber alles andere als ein Fehler ist: Immer noch gehört dieser IR-Commander zu den besten uns bekannten Fernbedienungen. Natürlich gibt es auch eine Lernfunktion.

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Ein kleines LC-Display auf der Hauptfernbedienung zeigt die gerade aktive Funktionsebene an und leuchtet auch in der Dunkelheit

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Von durchschnittlicher Qualität ist das mitgelieferte Messmikrophon

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Bohrung auf der Unterseite des Mikrophons für die Befestigung eines Stativs

Insgesamt kann sich der Yamaha RX-V2600RDS in der Verarbeitungswertung hervorragend in Szene setzen und kassiert verdient die Höchstpunktzahl. Sein Lautstärkedrehregler ist ebenso erstklassig wie der sauber geführte Eingangswahl-Drehregler, die Alu-Frontplatte ist überdurchschnittlich sauber eingepasst und liegt auf dem identischen hervorragenden Level, den der Denon AVR-3806 erreicht. Ferner trumpft der Yamaha RX-V2600RDS mit der vollmassiven Klappe auf, hinter der sich auf der aufgeräumten Gerätefront weitere Bedienelemente verstecken. Auch an Details denkt man bei Yamaha, dies beweist die solide Verschraubung des Gehäusedeckels ebenso wie die schönen Gerätestandfüße. Typisch für Yamaha ist das große Punktmatrixdisplay in augenfreundlicher Farbgebung und zweizeiliger Ausführung. Die beiden Fernbedienungen, die mitgeliefert werden, sind beide gut verarbeitet. Besonders überzeugen kann die Hauptfernbedienung des Yamaha RX-V2600RDS, die mit einem kleinen, beleuchtbaren LC-Display aufwartet, auf dem die gerade aktive Funktionsebene angezeigt wird. 

Bewertung Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

Technischer Aufbau/verwendete Baugruppen

Wie bei allen anderen Konkurrenten auch handelt es sich beim Yamaha RX-V2600RDS um einen vollintegrierten AV-Receiver, das heißt, die vielen Baugruppen, die bei einem Gerät mit so umfangreicher Ausstattung benötigt werden, müssen in einem einzigen Gehäuse untergebracht werden. Dies sorgt dafür, dass sich der Yamaha RX-V2600RDS nach dem Öffnen als wohl gefüllt präsentiert.

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Alles in einem Gehäuse: Die opulente Ausstattung des Yamaha RX-V2600 sorgt für Enge im Innenraum

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Suchen muss man zunächst die beiden großen Kondensatoren, die als kurzzeitiger Stromspeicher für die Leistungsendstufen dienen

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Doch wer suchet, der findet - uns blieben die beiden 15.000 Microfarad-Stromspeicher nicht verborgen. Wie üblich, fertigt Yamaha die Elektrolytkondensatoren, kurz Elkos, nicht selber, sondern lässt sie nach eigenen Maßgaben beim Spezialisten bauen

Der Kondensator ist ein höchst wichtiges Bauteil. Dass Verstärker nicht dauernd unter Höchstlast arbeiten, ist eigentlich klar. Deshalb unterscheidet man die Nennleistung von der Musikleistung. Die zweite ist höher als die erste, der Verstärker kann also kurzzeitig mehr leisten. Er schafft das, indem er kurzzeitig Strom in Kondensatoren zwischenspeichert. Kondensatoren sind extreme Kurzzeitspeicher, Langzeitspeicher kennt man bis heute in der ganzen Elektrotechnik leider nicht. Je größer nun die Kondensatoren sind, desto größere Strommengen können kurzzeitig zwischengespeichert und dann auch kurzzeitig abgerufen werden, wenn z. B. die Musik sich zu einem Fortissimo steigert oder eine mächtige Explosion den Hörraum erschüttert. 

Nun erläutern wir genauer die Funktionsweise des Kondensators. Ein Kondensator besteht aus zwei leitenden, voneinander isolierten Flächen, beispielsweise Metallplatten oder -folien. Als Isolator wird meist ein Luftspalt oder ein Dielektrikum aus Kunststoff eingesetzt. Die Kapazität eines Kondensators ist ein Maß für die Ladung, die er speichern kann, sie hängt von Abstand und Größe der Platten ab. Je größer die Fläche der Platten und/oder je kleiner der Abstand der Platten zueinander, desto größer ist die Kapazität des Kondensators. Elektrische Ladung kann durch einen Kondensator nicht hindurch fließen, wenn man ihn aber an eine Spannungsquelle anschließt, fließt dennoch solange Strom, bis die Platten elektrisch aufgeladen sind und keine weitere Ladung annehmen. Dies ist dann der Fall ein, wenn die Kondensatorspannung UC genauso groß wie die angelegte Spannung U0 ist. Die eine Platte ist dann elektrisch positiv, die andere negativ geladen. Auf der negativ geladenen Seite herrscht also ein Elektronenüberschuss. Wie viel Kapazität der Kondensator hat, hängt von seinen Abmessungen und dem Material ab und wird als Kapazität (Formelzeichen: C) bezeichnet. Die Maßeinheit ist Farad, benannt nach Michael Faraday (auch vom Farady'schen Käfig her bekannt). Ein Farad (SI-Einheitenzeichen F) ist die Kapazität eines Kondensators, der beim Anlegen einer Spannung U von 1 Volt jeweils eine Ladungsmenge Q von 1 Coulomb auf den beiden Platten speichert. 

Im Layout von AV-Receivern und -Verstärkern kommen Elektrolytkondensatoren (auch Elkos, wie oben bereits erwähnt) zum Einsatz. Bei dieser Bauart besteht der Kondensatorbelag aus einem Elektrolyt. So größer der Kondensator ist, umso höher ist die Speicherkapazität (aber auch umso teurer wird das Bauteil). Ein Elektrolyt ist eine leitende Flüssigkeit und hat beim Kondensatorenbau den Vorteil, dass damit relativ hohe Elektrische Kapazitäten von bis zu 1.000.000 ?F erreicht werden können. Das Elektrolyt kann auch im fest verschlossenen Kondensatorgehäuse im Laufe der Jahre eintrocknen oder auslaufen. Besonders schnell trocknen Kondensatoren bei extrem hohen Temperaturen aus. Daher ist es sehr wichtig, dass der AV-Receiver keiner zu hohen thermischen Belastung ausgesetzt wird. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn man ihn in ein AV-Rack pfercht - ohne die Möglichkeit zur Luftzirkulation. Die Kondensatoren werden übrigens mit einem Temperaturwert, z.B. 85°C oder 105°C, und einer bei dieser Temperatur zu erwartenden Lebensdauer gekennzeichnet. Je höher die Temperaturangabe, desto besser ist die Lebensdauer bei einer niedrigeren Einsatztemperatur.

Elektrolytkondensatoren haben im Gegensatz zu anderen Kondensatoren eine Polarität, d.h. sie haben einen positiven und einen negativen Pol. Bei der liegenden Bauform wird der positive Pol mit einer umlaufenden Kerbe gekennzeichnet, bei der stehenden Bauform (eingesetzt in AV-Receivern/Verstärkern) verläuft auf der Seite mit dem negativen Pol ein aufgedrucktes Band mit sich wiederholenden ?Minuszeichen?.  

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Noch mehr Kondensatoren - sie befinden sich vorne links im Gehäuse. Sie sind zuständig für die Vorstufe, die Treiberendstufe (die der Leistungsendstufe vorgeschaltet ist) und  für den gleichmäßigen Stromfluss für die einzelnen Audio- und Videobaugruppen. Yamaha entschied sich, für diese Aufgaben lieber viele kleine als 2 weitere große Kondensatoren einzubauen, da die kleinen Bauteile einen geringeren Innenwiderstand haben. 

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Wie es sich gehört, sind die Kabelstränge sauber gebunden

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Umfangreich: Viele Funktionen mit hochwertigen Baugruppen erfordern diverse Platinen, die im "Heck" des Yamaha RX-V2600 zu einem beträchtlichen Teil hochkant eingebaut sind

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Die schwarzen Balken sind tunnelförmig angeordnete Kühlkörper aus extrudiertem Aluminium. An der Vorderseite (teilweise von der grünen Platine überdeckt) befindet sich noch ein Ventilator, dessen Steuerung (automatisch, also Ansprechen nur bei besonders hoher thermischer Belastung, oder kontinuierlich, also immer im Betrieb) sich im sogenannten "Advanced Menu" einstellen lässt

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Nicht ohne Grund sind die Kühlkörper des Yamaha RX-V 2600 schwarz  - so wird noch effektiver Wärme abgeführt

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Hier ist der Ventilator zu erkennen. Eigentlich bevorzugen wir eine komplett passive Kühlung - wie sie z.B. praktisch alle Denon-Modelle haben - aber der Yamaha-Ventilator läuft in der "auto"-Einstellung nur bei höchster Belastung und dann nur sehr kurz, so dass wir ihn kaum als Negativpunkt ansehen

Insgesamt wollen wir das Thema Kühlung kurz behandeln. 

Bei einem analogen Verstärker, wie er auch im Yamaha RX-V 2600 seinen Dienst verrichtet, geht während des Verstärkungsprozesses ein großer Teil der Energie in Form von Wärme verloren (Verlustwärme). Das ist übrigens ein Grund, der für Digitalverstärker spricht. Hier ist die Effizienz extrem hoch, es entsteht praktisch kein Energieverlust durch Wärme. Akustisch jedoch kommen auch sehr gute Digitalverstärker ihren analogen Pendants noch nicht gleich. So klingt ein hervorragender analoger Verstärker authentischer, klarer und brillanter. Was die Pegelfestigkeit angeht, sind hingegen die kompakt bauenden digitalen Endstufeneinheiten bereits jetzt erstklassig. 

Durch das Arbeitsprinzip des analogen Verstärkers ist es normal, dass sich die am Verstärkungsprozess beteiligten Komponenten erwärmen, das ist nichts Beängstigendes - auch ein Mensch, der körperliche Arbeit verrichtet, beginnt zu schwitzen, das ist nichts Außergewöhnliches und bedeutet nicht, dass dieser Mensch krank ist. Aber auch ein gesunder Mensch beginnt sehr schnell und über Gebühr zu schwitzen, wenn er z.B. bei 30 Grad Außentemperatur Pflastersteine schleppt und eine Ski-Daunenjacke anhat.

Genauso verhält es sich mit dem Verstärker. Auch ein eigentlich leistungsfähiger Verstärker kann sich nicht voll entfalten und ist schnell "am Ende", wenn die Kühlung nicht stimmig konstruiert ist. Wir unterscheiden zwei Arten der Kühlung:

  1. Die aktive Kühlung durch einen Ventilator
  2. Die passive Kühlung durch spezielle Kühlelemente. Diese sind bei preiswerten Verstärkern oft aus Blech, bei höherwertigen und hochwertigen Modellen hingegen ausschließlich aus speziell gepresstem Aluminium, das eine bessere Wärmeableitfähigkeit mitbringt.

Verschiedene AV-Verstärker und AV-Receiver wie auch der Yamaha RX-V2600 verwenden auch eine gemischt-aktiv-passive Kühlung. Das heißt, bei extremer Belastung greift zusätzlich der Ventilator ein. Die aktive Kühlung sollte unserer Meinung nach aber entweder gar nicht oder wirklich nur in Extremfällen zum Einsatz kommen, da ansonsten deutliche Beeinträchtigungen durch Geräuschverschmutzung entstehen.  Das wissen auch viele Hersteller, darum werden große Kühlkörper eingesetzt, um entweder gar keinen Ventilator verbauen zu müssen oder nur im Notfall auf einen sehr leise Laufenden Hochleistungsventilator für sehr kurze Zeit zurückgreifen zu müssen - genauso, wie es beim Yamaha auch geschieht. Der Yamaha RX-V2600 wird insgesamt schon kräftig warm, aber selbst bei hoher Belastung nie erschreckend heiß - er wirkt "cooler" als sein Vorgänger, der Yamaha RX-V2500. 

Yamaha RX-V2600 (RX-V 2600) | 7.1-THX-Select-Receiver mit HDMI-Schnittstellen im Test

Der Trafo des Yamaha RX-V2600. Ihm kommt eine wichtige Aufgabe zu:

Die Energie zur Verstärkung der Signale entnimmt der Verstärker des Yamaha RX-V 2600 dem Netz mit 220 V Wechselstrom. Mit solch hohen Spannungen fangen Lautsprecher aber nichts an: Sie benötigen hohe Ströme im Niedrigvoltbereich. Also muss die hohe Netzspannung in die für die Lautsprecher geeignete niedrigere Spannung umgewandelt, "transformiert" werden. Dies leistet ein Transformator im Netzteil des Verstärkers. Er besteht aus einem geschlossenen Eisenkern und zwei Spulen, die um seine Schenkel gewickelt sind. Auf der Netzseite sind es viele Windungen eines dünneren, auf der Niedervoltseite weit weniger Wicklungen eines dickeren Kupferdrahtes. Die eingangsseitige Wicklung wird Primärseite genannt, an dieser liegt die Netzspannung an, die ein Magnetfeld erzeugt, das mit Hilfe des Kerns zur ausgangsseitigen Wicklung, der Sekundärseite, geleitet wird. Dieses Feld erzeugt (induziert) hier wiederum eine Spannung. Deren Höhe kann über das Verhältnis der Windungszahlen von Primär- und Sekundärwicklung eingestellt werden.  

Die Leistungsfähigkeit eines Transformators wird in VA (Volt x Ampere) gemessen. Wichtig für das Bereitstellen hoher Stromstärken ist nicht die Anzahl der Wicklungen die Anzahl der Wicklungen auf den unterschiedlichen Seiten des Trafos sagt nur etwas über das Spannungsverhältnis bei Ein- und Ausgangsspannung aus, wenn z.B. 220 Volt am Eingang anliegen und 110 Volt am Ausgang anliegen sollen, sind auf der Eingangsseite doppelt so viele Wicklungen erforderlich), sondern die Dicke der Wicklungen und der Querschnitt des Kerns. Umso größer der Kernquerschnitt (Kraftfluss!) ist, umso größer ist der induzierte Strom und damit die Fähigkeit, hohe Stromstärken bereit zu stellen. Yamaha setzt beim Yamaha RX-V2600, so das Product Sheet, auf einen großzügig dimensionierten Trafo. Zwischen Trafo und Kondensator gibt es auch einen Zusammenhang: Die Größe des Transformators im Netzteil sagt somit etwas über die Größe der Nennleistung eines Verstärkers aus, die Größe der Kondensatoren über seine - kurzzeitig höhere - Musikleistung. Zu groß sollte allerdings der Unterschied zwischen Nennleistung und Musikleistung nicht sein. Sonst besteht bei vollem Aufdrehen des Verstärkers die Gefahr starker Verzerrungen und eines "harten" Klangbildes. Mit einem etwas kühnen Vergleich. Wenn Sie einen Zwölfzylinder von Null auf Hundert Kilometer maximal beschleunigen, "strengt" dies den Motor nicht an, er säuselt nur. Wenn sie das Selbe bei einem Vierzylinder versuchen, "rächt" dieser sich durch lautes Geheul.

Insgesamt ist der Aufbau des Yamaha RX-V2600 für einen AV-Receiver sehr gut, wer höchsten Wert auf Baugruppenseparierung und optimale Schirmung legt, muss hingegen zu einer Vor-/Endstufen-Kombination wie z.B. der Sherwood P-965/A-965 7.1 Vor-End-Kombi greifen, hier sind Vorverstärker/Decoder in einem und die Endstufen in einem anderen Gehäuse. Preislich ist, wie gezeigt, das Vergnügen allerdings recht teuer, und die Sherwood-Kombi ist fürs Gebotene noch günstig. 

Kommen wir zu weiteren Baugruppen. Wie eingangs schon erwähnt, setzt Yamaha auf Burr Brown D/A-Wandler (192 kHz/24-Bit) für alle Kanäle. Der interne Scaler wird von Analog Devices geliefert, der De-Interlacer von Oplus/Intel. Insgesamt eine sehr umfangreiche, hochwertige technische Ausstattung und ein sauberer Aufbau - vor allem in Anbetracht der umfangreichen Funktionen, die alle nach eigenen Platinen und Boards verlangen. 

Bewertung Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1Yamaha: Test-Bericht - der neue AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

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