XXL-EXKLUSIVTEST: Yamaha RX-V2600 - Vollausstattung zum humanen Preis?
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Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 15. Dezember 2005

Einführung
Wer aufwändig aufgebaute, reichhaltig ausgestattete AV-Receiver als Schaltzentrale
fürs Heimkino sucht, muss sich nicht mehr zwangsläufig an Preisregionen
von 2.500,00 bis 5.000,00€ orientieren. Bereits für 1.000,00 bis
1.500,00€ gibt es Geräte, die einen Standard bieten, den früher nur
sehr viel teurere Komponenten erreichen konnten: Aktuelles Beispiel ist
der Denon AVR-3806, der nicht nur
mit zukunftsorientierter Ausstattung wie zwei HDMI-Eingängen, einer analog-digitalen
Videowandlung und einem Hightech-Einmesssystem, sondern auch mit einem
brillanten Klang voll punkten kann. Dass Denon
hier für auch preislich ein hochinteressantes Paket geschnürt hat, blieb
auch der starken Konkurrenz nicht verborgen. Mit ganz besonderem Enthusiasmus
machten sich die Entwickler von Yamaha ans
Werk, um den Nachfolger Yamaha RX-V2600
des erfolgreichen Yamaha RX-V2500 mit hochwertiger Technik und opulenter
Ausstattung auf den Markt zu bringen - mit dem klaren Ziel, ganz oben
an der Spitze mitmischen zu können.

Ausstattungsriese: Der Yamaha
RX-V2600 bringt einfach alles mit - mehr als mancher dreimal so teure
Bolide
So liest sich bereits die Feature-Liste wie eine Agenda zum Bau von Hightech-AV-Receivern:
Mit 7 x 190 Watt (DIN) bzw. 7 x 130 Watt (RMS) steht zunächst einmal üppig
Leistung zur Verfügung. Wie später unsere Pegelfestigkeitstestreihen dokumentieren,
ist der Yamaha RX-V2600 auch keinesfalls
ein reiner "Papiertiger", sondern schlägt auch in größeren Lokalitäten
noch kraftvoll zu. Des weiteren überzeugt der Yamaha
RX-V2600RDS mit seinem Endstufen-Zuweisungskonzept. Die Surround Back-Endstufen
können auch anderweitig verwendet werden, nämlich wahlweise für ein Bi-Amping
der Frontlautsprecher oder aber für die Stereobeschallung einer 2. Hörzone.
Es geht aber noch weiter: Der Yamaha
RX-V2600RDS kann nämlich bis zu 3 Hörzonen versorgen, indem man jeweils
eine Beschallung in der Haupthörzone sowie in Zone 2 und Zone 3 in Stereo
konfiguriert. Nach diesen ersten Appetithäppchen legt der Yamaha
RX-V 2600 nun vollends los: Er verfügt über eine reichhaltig ausgestattete
Videosektion, die nahezu alle Wünsche erfüllt: Analog --> HDMI-Wandlung?
Das ist eine Leichtigkeit für den Yamaha
RX-V 2600, sozusagen eine Aufwärmübung - denn der Tausendsassa skaliert
genauso hoch auf bis zu 1.080i und verfügt auch noch über einen De-Interlacer,
der eingehende Halbbildsignale in Vollbilder wandelt, um diese dann z.B.
in der neuen europäischen HDTV Norm 720p
mittels des internen Scalers und des HDMI-Ausgangs auszugeben. Zwei HDMI-Eingänge
(HDMI 1.1) und ein HDMI-Ausgang stellen sicher, dass auch modernste Zuspieler
und Bildwiedergabegeräte vom Yamaha
RX-V2600RDS bedient werden können. Mit einer Bandbreite von 100 MHz
ist die Videosektion gut für alle hochauflösenden Signalarten gerüstet.
Selbstredend gibt auch eine via GUI einstellbare LipSync-Funktion. Die
Bauteile für die Videosektion kommen im Übrigen nicht von irgendwelchen
No Name-Produzenten, sondern auch der Hightechschmiede Oplus (liefert
auch Videobausteine für den Onkyo DV-SP1000E)
und von den renommierten Chipexperten von AD (Analog Devices). Auch für
die Audiosignalwandlung arbeitet Yamaha mit besonders erfahrenen D/A-Wandler-Anbietern
zusammen: Hier setzt man auf Burr Brown 192 kHz/24-Bit DACs für alle Kanäle.
Weiteres Merkmal des Yamaha
RX-V2600RDS ist die Yamaha-typisch umfangreiche DSP-Sektion - in den
insgesamt 22 Surroundprogrammen sind neben den Yamaha-eigenen DSPs auch
noch die THX Select II Programme Music, Cinema und Game enthalten, ferner
gibt es einen Decoder für THX Surround EX. Wie es der Trend verlangt,
liefert Yamaha natürlich auch ein Lautsprechereinmesssystem
mit (YPAO), welches auch den aktiven Subwoofer mit berücksichtigt. 6 Speicherplätze
sorgen für vielfältige Möglichkeiten zum Sichern eigener Konfigurationen.
Manuell kann man mittels eines ebenfalls zum Ausstattungsumfang gehörenden
Equalizers ebenfalls noch akustisch optimieren. Sehr schön ist die
Benutzeroberfläche gehalten - Yamaha setzt hier auf eine grafisch aufwändige,
anwenderfreundliche Lösung, die eine Kontrolle des großen Funktionsumfangs
problemlos möglich machen soll.
Wir sind stolz, Ihnen als erstes Magazin einen besonders ausführlichen
Exklusivtest dieses finanzierbaren Luxusliners anbieten zu können - lassen
Sie sich überraschen: Wie schlägt sich der Yamaha
RX-V2600RDS im Test?
Die Test-Aufteilung:
Verarbeitung

So muss es sein: Exzellente Gehäuseverarbeitung beim Yamaha
RX-V2600 RDS
Genau das sind wir von Yamaha gewohnt: Der Yamaha
RX-V2600RDS beweist mit der präzisen Einpassung seiner Aluminium-Frontplatte
Klasse. Alle Spaltmaße sind gering und gleichmäßig, wie sich anhand der
Bilder sehr gut nachvollziehen lässt.

Alles bestens: Saubere Passung der Frontplatte, sehr
aufwändig gestalteter Lautstärkeregler

Von oben betrachtet: Der Lautstärkeregler ist massiv verarbeitet
und ist eines weitaus teureren Gerätes problemlos würdig. Er liegt satt
in der Hand und ist tadellos geführt. Er wirkt sogar noch minimal
hochwertiger als der Lautstärkedrehregler des Denon
AVR-3806

Auch der Eingangswahlschalter ist außergewöhnlich solide
ausgeführt und lässt sich exakt bedienen

Keine Schwächen im Detail: Stabile, große Schrauben geben
dem Gehäusedeckel Halt

Auch auf der Geräteunterseite finden sich keine
Verarbeitungsmängel wie abstehende Bleche, ungenaue Passungen etc. - hier kann
man ganz genau hinschauen

Zum sehr hochwertigen Gesamteindruck passen die stabilen,
titansilbernen Gerätestandfüße ganz ausgezeichnet

Yamaha schlägt die Konkurrenz:
Wo die meisten Anbieter in diesen Preisgefilden nur eine mit dünnem Alu
verkleidete Kunststoffklappe anbieten, verwendet Yamaha
eine vollmassive, hochsolide Klappe. Klasse!

Verarbeitungstechnisch einwandfrei sind Standby-Schalter und
richtiger Netzschalter integriert

Auch das ist ein Yamaha-Qualitätsmerkmal: Bernsteinfarbenes,
zweizeiliges und großformatiges Display

So läuft's richtig: Für die Kontrolle der 2. oder 3. Hörzone
liefert Yamaha eine eigene Fernbedienung (kleines
Modell) mit. Die große Fernbedienung kennen wir in sehr ähnlicher Form
bereits von vielen anderen Yamaha-Receivern, was aber alles andere als
ein Fehler ist: Immer noch gehört dieser IR-Commander zu den besten uns
bekannten Fernbedienungen. Natürlich gibt es auch eine Lernfunktion.

Ein kleines LC-Display auf der Hauptfernbedienung zeigt die
gerade aktive Funktionsebene an und leuchtet auch in der Dunkelheit

Von durchschnittlicher Qualität ist das mitgelieferte
Messmikrophon

Bohrung auf der Unterseite des Mikrophons für die Befestigung
eines Stativs
Insgesamt kann sich der Yamaha
RX-V2600RDS in der Verarbeitungswertung hervorragend in Szene setzen
und kassiert verdient die Höchstpunktzahl. Sein Lautstärkedrehregler ist
ebenso erstklassig wie der sauber geführte Eingangswahl-Drehregler, die
Alu-Frontplatte ist überdurchschnittlich sauber eingepasst und liegt auf
dem identischen hervorragenden Level, den der Denon
AVR-3806 erreicht. Ferner trumpft der Yamaha
RX-V2600RDS mit der vollmassiven Klappe auf, hinter der sich auf der
aufgeräumten Gerätefront weitere Bedienelemente verstecken. Auch an Details
denkt man bei Yamaha, dies beweist die solide Verschraubung des Gehäusedeckels
ebenso wie die schönen Gerätestandfüße. Typisch für Yamaha ist das große
Punktmatrixdisplay in augenfreundlicher Farbgebung und zweizeiliger Ausführung.
Die beiden Fernbedienungen, die mitgeliefert werden, sind beide gut verarbeitet.
Besonders überzeugen kann die Hauptfernbedienung des Yamaha
RX-V2600RDS, die mit einem kleinen, beleuchtbaren LC-Display aufwartet,
auf dem die gerade aktive Funktionsebene angezeigt wird.
Bewertung      
Technischer Aufbau/verwendete Baugruppen
Wie bei allen anderen Konkurrenten auch handelt es sich beim Yamaha
RX-V2600RDS um einen vollintegrierten AV-Receiver, das heißt, die
vielen Baugruppen, die bei einem Gerät mit so umfangreicher Ausstattung
benötigt werden, müssen in einem einzigen Gehäuse untergebracht werden.
Dies sorgt dafür, dass sich der Yamaha
RX-V2600RDS nach dem Öffnen als wohl gefüllt präsentiert.

Alles in einem Gehäuse: Die opulente Ausstattung des Yamaha
RX-V2600 sorgt für Enge im Innenraum

Suchen muss man zunächst die beiden großen Kondensatoren,
die als kurzzeitiger Stromspeicher für die Leistungsendstufen dienen

Doch wer suchet, der findet - uns blieben die beiden 15.000
Microfarad-Stromspeicher nicht verborgen. Wie üblich, fertigt Yamaha die
Elektrolytkondensatoren, kurz Elkos, nicht selber, sondern lässt sie nach
eigenen Maßgaben beim Spezialisten bauen
Der Kondensator ist ein höchst wichtiges Bauteil. Dass Verstärker nicht
dauernd unter Höchstlast arbeiten, ist eigentlich klar. Deshalb unterscheidet
man die Nennleistung von der Musikleistung. Die zweite ist höher als die
erste, der Verstärker kann also kurzzeitig mehr leisten. Er schafft das,
indem er kurzzeitig Strom in Kondensatoren zwischenspeichert. Kondensatoren
sind extreme Kurzzeitspeicher, Langzeitspeicher kennt man bis heute in
der ganzen Elektrotechnik leider nicht. Je größer nun die Kondensatoren
sind, desto größere Strommengen können kurzzeitig zwischengespeichert
und dann auch kurzzeitig abgerufen werden, wenn z. B. die Musik sich zu
einem Fortissimo steigert oder eine mächtige Explosion den Hörraum erschüttert.
Nun erläutern wir genauer die Funktionsweise des Kondensators. Ein Kondensator
besteht aus zwei leitenden, voneinander isolierten Flächen, beispielsweise
Metallplatten oder -folien. Als Isolator wird meist ein Luftspalt oder
ein Dielektrikum aus Kunststoff eingesetzt. Die Kapazität eines Kondensators
ist ein Maß für die Ladung, die er speichern kann, sie hängt von Abstand
und Größe der Platten ab. Je größer die Fläche der Platten und/oder je
kleiner der Abstand der Platten zueinander, desto größer ist die Kapazität
des Kondensators. Elektrische Ladung kann durch einen Kondensator nicht
hindurch fließen, wenn man ihn aber an eine Spannungsquelle anschließt,
fließt dennoch solange Strom, bis die Platten elektrisch aufgeladen sind
und keine weitere Ladung annehmen. Dies ist dann der Fall ein, wenn die
Kondensatorspannung UC genauso groß wie die angelegte Spannung U0 ist.
Die eine Platte ist dann elektrisch positiv, die andere negativ geladen.
Auf der negativ geladenen Seite herrscht also ein Elektronenüberschuss.
Wie viel Kapazität der Kondensator hat, hängt von seinen Abmessungen und
dem Material ab und wird als Kapazität (Formelzeichen: C) bezeichnet.
Die Maßeinheit ist Farad, benannt nach Michael Faraday (auch vom Farady'schen
Käfig her bekannt). Ein Farad (SI-Einheitenzeichen F) ist die Kapazität
eines Kondensators, der beim Anlegen einer Spannung U von 1 Volt jeweils
eine Ladungsmenge Q von 1 Coulomb auf den beiden Platten speichert.
Im Layout von AV-Receivern und -Verstärkern kommen Elektrolytkondensatoren
(auch Elkos, wie oben bereits erwähnt) zum Einsatz. Bei dieser Bauart
besteht der Kondensatorbelag aus einem Elektrolyt. So größer der Kondensator
ist, umso höher ist die Speicherkapazität (aber auch umso teurer wird
das Bauteil). Ein Elektrolyt ist eine leitende Flüssigkeit und hat beim
Kondensatorenbau den Vorteil, dass damit relativ hohe Elektrische Kapazitäten
von bis zu 1.000.000 ?F erreicht werden können. Das Elektrolyt kann
auch im fest verschlossenen Kondensatorgehäuse im Laufe der Jahre eintrocknen
oder auslaufen. Besonders schnell trocknen Kondensatoren bei extrem hohen
Temperaturen aus. Daher ist es sehr wichtig, dass der AV-Receiver keiner
zu hohen thermischen Belastung ausgesetzt wird. Dies ist z.B. dann der
Fall, wenn man ihn in ein AV-Rack pfercht - ohne die Möglichkeit zur Luftzirkulation.
Die Kondensatoren werden übrigens mit einem Temperaturwert, z.B. 85°C
oder 105°C, und einer bei dieser Temperatur zu erwartenden Lebensdauer
gekennzeichnet. Je höher die Temperaturangabe, desto besser ist die Lebensdauer
bei einer niedrigeren Einsatztemperatur.
Elektrolytkondensatoren haben im Gegensatz zu anderen Kondensatoren eine
Polarität, d.h. sie haben einen positiven und einen negativen Pol. Bei
der liegenden Bauform wird der positive Pol mit einer umlaufenden Kerbe
gekennzeichnet, bei der stehenden Bauform (eingesetzt in AV-Receivern/Verstärkern)
verläuft auf der Seite mit dem negativen Pol ein aufgedrucktes Band mit
sich wiederholenden ?Minuszeichen?.

Noch mehr Kondensatoren - sie befinden sich vorne links
im Gehäuse. Sie sind zuständig für die Vorstufe, die Treiberendstufe (die
der Leistungsendstufe vorgeschaltet ist) und für den gleichmäßigen
Stromfluss für die einzelnen Audio- und Videobaugruppen. Yamaha
entschied sich, für diese Aufgaben lieber viele kleine als 2 weitere große
Kondensatoren einzubauen, da die kleinen Bauteile einen geringeren Innenwiderstand
haben.

Wie es sich gehört, sind die Kabelstränge sauber gebunden

Umfangreich: Viele Funktionen mit hochwertigen Baugruppen
erfordern diverse Platinen, die im "Heck" des Yamaha
RX-V2600 zu einem beträchtlichen Teil hochkant eingebaut sind

Die schwarzen Balken sind tunnelförmig angeordnete Kühlkörper
aus extrudiertem Aluminium. An der Vorderseite (teilweise von der grünen
Platine überdeckt) befindet sich noch ein Ventilator, dessen Steuerung
(automatisch, also Ansprechen nur bei besonders hoher thermischer Belastung,
oder kontinuierlich, also immer im Betrieb) sich im sogenannten "Advanced
Menu" einstellen lässt

Nicht ohne Grund sind die Kühlkörper des Yamaha
RX-V 2600 schwarz - so wird noch effektiver Wärme abgeführt

Hier ist der Ventilator zu erkennen. Eigentlich bevorzugen
wir eine komplett passive Kühlung - wie sie z.B. praktisch alle Denon-Modelle
haben - aber der Yamaha-Ventilator läuft in der "auto"-Einstellung nur
bei höchster Belastung und dann nur sehr kurz, so dass wir ihn kaum als
Negativpunkt ansehen
Insgesamt wollen wir das Thema Kühlung kurz behandeln.
Bei einem analogen Verstärker, wie er auch im Yamaha
RX-V 2600 seinen Dienst verrichtet, geht während des Verstärkungsprozesses
ein großer Teil der Energie in Form von Wärme verloren (Verlustwärme).
Das ist übrigens ein Grund, der für Digitalverstärker spricht. Hier ist
die Effizienz extrem hoch, es entsteht praktisch kein Energieverlust durch
Wärme. Akustisch jedoch kommen auch sehr gute Digitalverstärker ihren
analogen Pendants noch nicht gleich. So klingt ein hervorragender analoger
Verstärker authentischer, klarer und brillanter. Was die Pegelfestigkeit
angeht, sind hingegen die kompakt bauenden digitalen Endstufeneinheiten
bereits jetzt erstklassig.
Durch das Arbeitsprinzip des analogen Verstärkers ist es normal, dass
sich die am Verstärkungsprozess beteiligten Komponenten erwärmen, das
ist nichts Beängstigendes - auch ein Mensch, der körperliche Arbeit verrichtet,
beginnt zu schwitzen, das ist nichts Außergewöhnliches und bedeutet nicht,
dass dieser Mensch krank ist. Aber auch ein gesunder Mensch beginnt sehr
schnell und über Gebühr zu schwitzen, wenn er z.B. bei 30 Grad Außentemperatur
Pflastersteine schleppt und eine Ski-Daunenjacke anhat.
Genauso verhält es sich mit dem Verstärker. Auch ein eigentlich leistungsfähiger
Verstärker kann sich nicht voll entfalten und ist schnell "am Ende", wenn
die Kühlung nicht stimmig konstruiert ist. Wir unterscheiden zwei Arten
der Kühlung:
- Die aktive Kühlung durch einen Ventilator
- Die passive Kühlung durch spezielle Kühlelemente. Diese sind bei preiswerten
Verstärkern oft aus Blech, bei höherwertigen und hochwertigen Modellen
hingegen ausschließlich aus speziell gepresstem Aluminium, das eine
bessere Wärmeableitfähigkeit mitbringt.
Verschiedene AV-Verstärker und AV-Receiver wie auch der Yamaha
RX-V2600 verwenden auch eine gemischt-aktiv-passive Kühlung. Das heißt,
bei extremer Belastung greift zusätzlich der Ventilator ein. Die aktive
Kühlung sollte unserer Meinung nach aber entweder gar nicht oder wirklich
nur in Extremfällen zum Einsatz kommen, da ansonsten deutliche Beeinträchtigungen
durch Geräuschverschmutzung entstehen. Das wissen auch viele Hersteller,
darum werden große Kühlkörper eingesetzt, um entweder gar keinen Ventilator
verbauen zu müssen oder nur im Notfall auf einen sehr leise Laufenden
Hochleistungsventilator für sehr kurze Zeit zurückgreifen zu müssen -
genauso, wie es beim Yamaha auch geschieht. Der Yamaha
RX-V2600 wird insgesamt schon kräftig warm, aber selbst bei hoher
Belastung nie erschreckend heiß - er wirkt "cooler" als sein Vorgänger,
der Yamaha RX-V2500.

Der Trafo des Yamaha
RX-V2600. Ihm kommt eine wichtige Aufgabe zu:
Die Energie zur Verstärkung der Signale entnimmt der Verstärker des Yamaha
RX-V 2600 dem Netz mit 220 V Wechselstrom. Mit solch hohen Spannungen
fangen Lautsprecher aber nichts an: Sie benötigen hohe Ströme im Niedrigvoltbereich.
Also muss die hohe Netzspannung in die für die Lautsprecher geeignete
niedrigere Spannung umgewandelt, "transformiert" werden. Dies leistet
ein Transformator im Netzteil des Verstärkers. Er besteht aus einem geschlossenen
Eisenkern und zwei Spulen, die um seine Schenkel gewickelt sind. Auf der
Netzseite sind es viele Windungen eines dünneren, auf der Niedervoltseite
weit weniger Wicklungen eines dickeren Kupferdrahtes. Die eingangsseitige
Wicklung wird Primärseite genannt, an dieser liegt die Netzspannung an,
die ein Magnetfeld erzeugt, das mit Hilfe des Kerns zur ausgangsseitigen
Wicklung, der Sekundärseite, geleitet wird. Dieses Feld erzeugt (induziert)
hier wiederum eine Spannung. Deren Höhe kann über das Verhältnis der Windungszahlen
von Primär- und Sekundärwicklung eingestellt werden.
Die Leistungsfähigkeit eines Transformators wird in VA (Volt x Ampere)
gemessen. Wichtig für das Bereitstellen hoher Stromstärken ist nicht die
Anzahl der Wicklungen die Anzahl der Wicklungen auf den unterschiedlichen
Seiten des Trafos sagt nur etwas über das Spannungsverhältnis bei Ein-
und Ausgangsspannung aus, wenn z.B. 220 Volt am Eingang anliegen und 110
Volt am Ausgang anliegen sollen, sind auf der Eingangsseite doppelt so
viele Wicklungen erforderlich), sondern die Dicke der Wicklungen und der
Querschnitt des Kerns. Umso größer der Kernquerschnitt (Kraftfluss!) ist,
umso größer ist der induzierte Strom und damit die Fähigkeit, hohe Stromstärken
bereit zu stellen. Yamaha setzt beim Yamaha
RX-V2600, so das Product Sheet, auf einen großzügig dimensionierten
Trafo. Zwischen Trafo und Kondensator gibt es auch einen Zusammenhang:
Die Größe des Transformators im Netzteil sagt somit etwas über die Größe
der Nennleistung eines Verstärkers aus, die Größe der Kondensatoren über
seine - kurzzeitig höhere - Musikleistung. Zu groß sollte allerdings der
Unterschied zwischen Nennleistung und Musikleistung nicht sein. Sonst
besteht bei vollem Aufdrehen des Verstärkers die Gefahr starker Verzerrungen
und eines "harten" Klangbildes. Mit einem etwas kühnen Vergleich. Wenn
Sie einen Zwölfzylinder von Null auf Hundert Kilometer maximal beschleunigen,
"strengt" dies den Motor nicht an, er säuselt nur. Wenn sie das Selbe
bei einem Vierzylinder versuchen, "rächt" dieser sich durch lautes Geheul.
Insgesamt ist der Aufbau des Yamaha
RX-V2600 für einen AV-Receiver sehr gut, wer höchsten Wert auf Baugruppenseparierung
und optimale Schirmung legt, muss hingegen zu einer Vor-/Endstufen-Kombination
wie z.B. der Sherwood P-965/A-965 7.1 Vor-End-Kombi greifen, hier sind
Vorverstärker/Decoder in einem und die Endstufen in einem anderen Gehäuse.
Preislich ist, wie gezeigt, das Vergnügen allerdings recht teuer, und
die Sherwood-Kombi ist fürs Gebotene noch günstig.
Kommen wir zu weiteren Baugruppen. Wie eingangs schon erwähnt, setzt
Yamaha auf Burr Brown D/A-Wandler (192 kHz/24-Bit) für alle Kanäle. Der
interne Scaler wird von Analog Devices geliefert, der De-Interlacer von
Oplus/Intel. Insgesamt eine sehr umfangreiche, hochwertige technische
Ausstattung und ein sauberer Aufbau - vor allem in Anbetracht der umfangreichen
Funktionen, die alle nach eigenen Platinen und Boards verlangen.
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