HDMI-Verbindung - Was tun wenn sie nicht funktioniert?
HDMI ist die mit Abstand wichtigste und am meisten verbreitete kabelbasierte Digitalverbindung, aber auch durchaus kompliziert hinsichtlich potenzieller Möglichkeiten, Störungen auszulösen.
Wenn über HDMI kein Bild oder Ton übertragen wird, liegen die Ursachen meist bei einem defekten Kabel, einer HDCP-Inkompatibilität, einer falschen Gerätekonfiguration oder einem nicht unterstützten HDMI-Standard. Dieser Ratgeber zeigt die häufigsten Fehlerquellen und passende Lösungen.
In diesem Special beschäftigen wir uns mit den möglichen Problemen und deren Lösungen.
Welche Probleme können bei einer HDMI-Verbindung auftreten?
- Es ist kein Bild/kein Ton vorhanden, häufig wird „HDMI kein Signal“ auf dem Gerät angezeigt
- Das Bild/der Ton wird mit Störungen übertragen, und es kommt immer wieder zu Abbrüchen
- Auflösung/Tonformat stimmt nicht
HDMI eARC-Slot am Stereo-Verstärker NAD C3050
Kurz-Übersicht: HDMI funktioniert nicht – die häufigsten Ursachen
- HDMI-Kabel defekt
- HDMI-Anschluss beschädigt
- HDCP-Kompatibilität fehlt
- Falscher HDMI-Eingang gewählt
- eARC nicht aktiviert
- Falsche Bild- oder Toneinstellungen
- HDMI-Handshake fehlgeschlagen
- Zu lange HDMI-Kabelstrecke
HDMI zeigt kein Signal an oder HDMI überträgt Bild, aber keinen Ton
Es ist kein Bild oder kein Ton oder weder noch vorhanden beziehungsweise das Bild/der Ton ist da und verschwindet gleich wieder – Ursachen:
Zunächst die üblichen banalen Ursachen: Das Kabel ist defekt (hier kann es sich um einen Defekt im hochkomplexen Stecker/Totalausfall, Wackelkontakt oder um einen Kabelbruch/Totalausfall handeln.
Auch führt eine veraltete Firmware zu HDMI-Handshake-Problemen sowie Inkompatibilitäten bei HDCP, eARC oder HDMI 2.1.
Dazu ist folgende Information relevant:
Oftmals kommt es zu Defekten, wenn z.B. ein HDMI-Kabel bei einem an der Wand hängenden Fernseher eingesetzt wurde. Das Kabel ist dann in einem krassen Winkel verbogen, der im schlimmsten Fall zum Kabelbruch führen kann.
Abhilfe schaffen hier spezielle HDMI-Winkelstecker, die ermöglichen, dass das Kabel gerade hängt und nicht geknickt wird.
Weitere Möglichkeiten
- Eines der an der Verbindung beteiligten Geräte unterstützt den Kopierschutz HDCP 2.3 nicht
- Die HDMI-Verbindung der beiden Geräte ist zu lang, z.B. mehr als 10 Meter. Um solche Distanzen zu überbrücken, sollte zum einen das verwendete Kabel hochwertig sein, zum anderen kann hier ein separat erhältlicher HDMI-Repeater helfen. Aktive HDMI-Kabel oder optische HDMI-Kabel (AOC) werden häufig über lange Strecken verwendet
- Das betreffende HDMI-Anschlussterminal an einem der beiden beteiligten Geräte ist defekt. Ist dies der Fall, geht auch meist der HDMI Handshake zwischen den beiden Geräten schief und sorgt für Totalausfall.
- Das gesamte HDMI-Board an einem der beiden beteiligten Geräte ist defekt
- Sehr tückisch ist der folgende Fall: Man hat extra ein hochwertiges HDMI-Kabel mit hochsoliden, langzeitstabilen Metallsteckern gekauft. Die Buchsen, z.B. am Smart-TV, tragen dieses Gewicht aber nicht, sodass sich das Kabel lockert. Im schlimmsten Fall nimmt die Buchse am TV Schaden
- Eines der beiden an der Verbindung beteiligten Geräte unterstützt kein HDMI 2.1 beziehungsweise sind nicht alle HDMI 2.1 Merkmale konform implementiert worden.
Wird HDMI 2.1 unterstützt oder nicht?
Gehen wir diesem Problem nach.
- Bei Smart-TVs günstigerer bis mittlerer Preisklassen unterstützt von den drei oder vier vorhandenen HDMI-Terminals oftmals nicht jedes HDMI 2.1. Wählt man die HDMI eARC-Verbindung z.B. zur Soundbar, so steht diese meist an nur einem HDMI-Anschluss des Fernsehers zur Verfügung. Hier muss man demnach schauen (oft sind die Anschlussbuchsen schon entsprechend beschriftet am TV-Gerät), wo man HDMI 2.1 Signale empfangen/ausgeben kann.
- Ältere TVs, aber auch ältere Audio-Komponenten besitzen noch HDMI 2.0 Anschlüsse. Hier kann es oftmals zu Inkompatibilitäten kommen, zudem werden viele der HDMI 2.1 Features (Gaming!) nicht unterstützt.
Auch der Eversolo Play bringt einen HDMI-Anschluss mit.
Checkliste: HDMI-Verbindung funktioniert nicht
HDMI-Verbindungen, Standards und Gaming
Was wird mittels HDMI verbunden? Gebräuchliche Optionen:
- Fernseher mit Soundbar
- Fernseher mit AV- oder Stereo-Receiver-/Verstärker
- Spielekonsole wie XBOX oder Playstation an TV
- Blu-ray-Player, Settop-Boxen an TV oder Soundbar/Stereoreceiver/Mehrkanalreceiver
Beim Denon Einrichtungsassistenten im AVC-X3900H kümmert man sich schon bei der Installation um eine funktionierende HDMI-Verbindung zwischen den Geräten.
Was ist der aktuelle, am weitesten verbreitete HDMI-Standard?
Was ist mit HDMI 2.2?
- Die HDMI 2.2-Spezifikation verdoppelt die Bandbreite ihres Vorgängers auf 96 Gbit/s
- Dies ermöglicht die native Übertragung von 8K-Auflösungen bei 60 Hz sowie 4K bei 240 Hz
- HDMI 2.2 ist speziell auf High-End-Gaming, VR und modernste KI-gestützte Grafikanforderungen ausgelegt
Wichtig: HDMI 2.2 ist final lizenziert, derzeit aber kommt es in praktisch keinem Endgerät zum Einsatz.
Was umfasst HDMI 2.1?
- Die HDMI 2.1-Spezifikation kann Datenraten von bis zu 48 Gbit/s realisieren und offeriert Auflösungen von 4K bei max. 120 Hz für Konsolen, max. 144 Hz bei PCs und 8K bei 60 Hz
- HDMI 2.1 bietet Support für Gaming-Funktionen (näheres im nächsten Abschnitt)
- HDMI 2.1 bietet den enhanced Audio Return Channel (eARC) für den vollumfänglichen Support objektbasierter Audioformate. Wichtig ist hier vor allem Dolby Atmos.
HDMI 2.1 unterstützt relevante HDR-Formate: HDR10 (statische Metadaten), HDR10+ (dynamische Metadaten), HLG und Dolby Vision (dynamische Metadaten)
HDMI 2.1-Slots und HDCP 2.3 im Marantz AV 20
HDMI 2.1 – die Gaming-Funktionen
- VRR (Variable Refresh Rate): Synchronisiert die Bildwiederholrate der Grafikkarte mit dem Bildschirm, um Ruckler und Tearing zu vermeiden
- ALLM (Auto Low Latency Mode): Schaltet automatisch in den Modus mit der geringsten Eingabeverzögerung/Input Lag. Perfekt für Spiele.
- QFT (Quick Frame Transport): Reduziert die Latenz im Sinne eines flüssigen, scharfen und schnellen Spielerlebnisses.
- QMS (Quick Media Switching): Verhindert den kurz sichtbaren schwarzen Bildschirm beim Wechsel von Bildwiederholraten.
Zusammenfassung
HDMI ist die beliebteste digitale kabelgebundene Anschlussform, doch aufgrund der Komplexität des Systems nicht frei von Tücken.
Die häufigsten Ursachen für eine nicht funktionierende HDMI-Verbindung sind defekte Kabel, falsch gewählte HDMI-Eingänge, HDCP-Inkompatibilitäten, fehlerhafte eARC-Einstellungen oder Probleme beim HDMI-Handshake.
Mit einer systematischen Prüfung dieser Punkte lassen sich die meisten Verbindungsprobleme schnell beheben.
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