Bluesound PULSE CINEMA Test – 3.2.2 Dolby Atmos Soundbar für hohe akustische Performance
Vor kurzer Zeit hat Bluesound das Soundbar-Portfolio erneuert. Das größte Modell ist die PULSE CINEMA, die im 3.2.2-Layout gehalten ist und zum Preis von1.299 EUR angeboten wird. Sie ist nur in Schwarz erhältlich und verfügt über die BluOS-Streaming-/Multiroom-Plattform. Interessant ist, dass man die PULSE CINEMA sowohl als All-In-One-System als auch im Verbund mit weiteren Bluesound-Lautsprechern innerhalb eines Mehrkanal-Setups einsetzen kann.
Der PULSE-Subwoofer und zum Beispiel der Smart-Lautsprecher PULSE FLEX 2i stehen hier bereit. In der Bluesound-App kann man diese Komponenten dann hinzufügen. Wir haben uns allerdings entschieden, die PULSE CINEMA einzeln zu testen, um herauszufinden, ob sie im All-In-One-Betrieb eine überzeugende Figur abgibt.
Hochwertige Verarbeitung, stattliche Breite
Die optisch recht minimalistisch gehaltene Soundbar besitzt einen Korpus aus Kunststoff, der präzise verarbeitet ist und keinen billigen Eindruck hinterlässt. Über den Lautsprecherchassis befindet sich ein Kunststoffgeflecht, das mit sehr hochwertig wirkendem Akustikstoff bezogen wurde. Rechts und links auf den Seitenteilen befindet sich ein verchromtes Bluesound-Logo. Unten sorgen gummierte Flächen mit kleinen Gummi-Füßen dafür, dass die PULSE CINEMA solide steht und nicht verrutschen kann.
Darüber hinaus liefert Bluesound eine Wandhalterung gleich mit, sodass sich auch diese Art der Befestigung realisieren lässt. Eine clevere DSP-Schaltung erkennt, ob die PULSE CINEMA an der Wand befestigt wurde oder vor dem TV-Gerät steht und passt die Akustik entsprechend an. Mit 120 cm Breite, 7,4 cm Höhe sowie 14 cm Tiefe bildet die PULSE CINEMA mit Fernsehern ab 55 Zoll Bilddiagonale eine harmonische Einheit.
Der Aufbau
Die Soundbar verfügt über insgesamt 16 Chassis – inklusive eigenem Center-Kanal und Upfiring-Lautsprechern für Dolby Atmos. Wichtig – die PULSE CINEMA decodiert Dolby Atmos, aber kein DTS:X. Fahren wir mit der Treiberbestückung fort. Insgesamt vorhanden sind fünf jeweils 21 mm messende Hochtöner, fünf Mitteltöner (44 x 75 mm), zwei 102 mm große Treiber für den Bassbereich und nochmals vier 102 mm-Passivmembranen. Die aktiv angetriebenen werden von einem Verstärker mit satten 500 Watt Leistung angetrieben.
BluOS Streaming-Modul
Mittels der zugehörigen App kann die PULSE CINEMA schnell eingerichtet und verwendet werden. BluOS zeigt sich extrem flexibel hinsichtlich der kompatiblen Streamingdienste. Unterstützt werden zum Beispiel Amazon Music und TuneIn, bei Spotify, TIDAL und Qobuz sind die Connect-Versionen vorhanden. Das meint, dass man direkt aus der Spotify-, TIDAL- oder Qobuz-App die PULSE CINEMA als Wiedergabegerät auswählen kann. DSD256, MQA, PCM bis 192 kHz/24-Bit und Apple AirPlay 2 werden ebenfalls unterstützt.
Die erste Einrichtung über BluOS
Zunächst sucht die App nach kompatiblen Geräten und findet unsere Soundbar. Im Anschluss müssen wir mittels des Smartphones, auf dem die App läuft, in die WLAN-Einstellungen, möchten wir die PULSE CINEMA kabellos verbinden. In den WLAN-Einstellungen konfigurieren wir die PULSE CINEMA als AirPlay 2-Lautsprecher, und daran anschließend werden die WLAN-Informationen des Smartphones mit der Soundbar geteilt.
Jetzt taucht die PULSE CINEMA auf dem Startbildschirm auf, verlangt aber nach weiteren Schritten zur Einrichtung. Zunächst kann man, wenn man möchte, den Namen verändern und der PULSE CINEMA gleich einen Namen geben, der auf die Zone hinweist, in der sie eingesetzt wird, wie zum Beispiel „Wohnzimmer“ oder „Arbeitszimmer“. Im Anschluss wird überprüft, ob es aktuell ein Update der Firmware gibt. Wird eines gefunden, erfolgt die (reibungslose) Installation. Nach dem Update ist die erste Einrichtung erledigt, und die Soundbar kann verwendet werden.
BluOS im Betrieb
Der übersichtliche Homescreen der App umfasst die meist benutzten Quellen inklusive Einstelloptionen und dem Starten der Wiedergabe. Ebenso kann man Presets hinzufügen oder aufrufen. Auch in der App enthalten sind zahlreiche Audioeinstellungen.
Zu diesen gehören beispielsweise der Surround Upmixer (wandelt kanalbasiertes Audio von 2-Kanal in bis zu 7.1 Audio um – wird aktiviert für Stereo-Surround, wenn man eine Heimkino-Gruppe von Bluesound-Geräten verwendet) und der Virtualisierer (erweitert die Klangbühne jeder Quelle. Für das komplette virtuelle Erleben von Dolby Atmos-Inhalten muss diese Funktion aktiviert werden). Zudem erhält der Anwender den Zugriff auf die drei Hörmodi Musik, Film und Late Night mit reduziertem Dynamikumfang.
Die Bedienung am Gerät
Oben auf der Soundbar befinden sich beleuchtete Touch-Bedienelemente mit Näherungssensor. Die zwei ersten davon sind als Preset-Tasten für programmierbare Voreinstellungen gedacht. Mittels des dazugehörigen „Presets“-Menüs innerhalb der BluOS-App können diese Schnellzugriffs-Bedienelemente konfiguriert werden.
In der Mitte der Bedienleiste untergebracht wurde ein multifunktionales Bedienelement: Dieses zeigt optisch eine vorhandene Netzwerkverbindung an und dient zugleich als Play-/Pause-Taste. Es folgen dann noch die Touch-Tasten zur Justierung der Lautstärke. Wer mehr einstellen möchte, muss die App verwenden, denn eine Fernbedienung befindet sich nicht im Lieferumfang.
Die Anschlüsse
Für eine Soundbar erweist sich die Anschlussbestückung als relativ üppig. Die erste Buchse ist für den Anschluss des Netzkabels vorgesehen, es folgt ein USB-A-Slot für den Anschluss kompatibler USB-Speichermedien. Es schließt sich eine RJ45-Ethernetbuchse an, die dann verwendet wird, wenn die PULSE CINEMA kabelgebunden ins Netzwerk integriert werden soll.
Ein optischer Digitaleingang steht für die Einbindung alter TVs bereit, die keine HDMI-Terminals mitbringen. Dieser Fall dürfte heute aber nur noch selten vorkommen, daher ist es eher wahrscheinlich, dass vielleicht ein noch vorhandener Zuspieler über den optischen Anschluss eingebunden wird. Nun ist die HDMI-eARC-Buchse an der Reihe, gefolgt von einem Stereo-Cinch/RCA-Eingang und einem Pre-Out für den kabelgebundenen Anschluss eines aktiven Subwoofers.
Akustisch erstaunlich sorgfältig ausgelegt
Was den Klang angeht, so sind wir überrascht, wie sauber die PULSE CINEMA über den gesamten Frequenzbereich auflöst. Selbst bei Musik sind die Ergebnisse, was Feindynamik und Präzision angeht, daher rundherum überzeugend. Stereo-Material wie Diana Kralls „The Look Of Love“ oder der „Imperial March“ von John Willams kommt sauber heraus. In einem großen Orchester lassen sich sogar einzelne Instrumentengruppen lokalisieren, und die Abbildung im Hochtonbereich ist überraschend detailreich und mit einer natürlichen Räumlichkeit versehen.
Bei Titeln wie „Vertical Hero“ von Boris Blank merken wir allerdings, dass der Bassbereich, wie häufig bei All-In-One-Soundbars, zwar durchaus exakt arbeitet, es fehlt aber an Tiefgang und Volumen. Die 500 Watt Leistung sind schön und gut – aber zaubern kann auch Bluesound nicht: Aus dem schmalen, eleganten Gehäuse kann kein wirklicher Tiefbass entweichen. Daher raten wir: Wem ein enormer Tiefgang wichtig ist oder wer die PULSE CINEMA mit höherem Pegel in Räumen oberhalb der 20 Quadratmeter betreibt, sollte einen zusätzlichen aktiven Subwoofer hinzuziehen. Hier bietet sich der Pulse SUB+ für 849 EUR an, oder aber man verwendet einen eventuell bereits vorhandenen aktiven Subwoofer und schließt diesen über den rückseitig vorhandenen Subwoofer-Pre-Out der PULSE CINEMA an.
Nun hören wir „Mission Impossible – Fallout“ (Dolby Atmos) und „Kingsman – The Golden Circle“ (Dolby Atmos). Bei beiden Filmen fällt sofort auf, wie detailgenau und schnell die PULSE CINEMA arbeitet. Das ist man von einer Soundbar nicht gewohnt. Stimmen ertönen stets authentisch, und auch schnelle Effektkombinationen werden ohne die geringste Verzögerung punktgenau erfasst. Auch im Filmtonbetrieb gilt: In kleineren Hörräumen kann man die Soundbar ohne den Support eines zusätzlichen aktiven Subwoofers einsetzen, in größeren Hörraumen und bei größerem Bass-Bedarf sollte man einen aktiven Subwoofer nutzen. Das Klangpanorama kann im Übrigen absolut überzeugen, stets ist die Räumlichkeit realistisch, was Weite sowie Tiefe angeht.
Fazit
Mit der PULSE CINEMA führt Bluesound eine hochwertige, sauber verarbeitete sowie elegante Soundbar im 3.2.2 Layout im Programm. Insgesamt 16 Treiber zeichnen sich fürs Schaffen eines räumlich dichten und zugleich erstaunlich präzisen Klangbilds verantwortlich. Durch die akustische Auslegung eignet sich die Soundbar sogar fürs Anhören von Musik in beachtlicher Qualität.
Zum Ausstattungsumfang gehört ein flexibles Streaming-/Multiroom-Modul, das aber auch darüber hinaus zahlreiche Einstellmöglichkeiten bietet. Zudem kann man weitere Komponenten wie einen Bluesound-Subwoofer oder Bluesound Smart-Speaker als kabellose Surroundlautsprecher einfach einbinden.
Mit einem Preis von 1.299 EUR ist die PULSE CINEMA zwar nicht preiswert, aber das Geld ist gut investiert, möchte man auch mittels einer Soundbar einen klaren, lebendigen und gut auflösenden Klang genießen.
Pro und Kontra
- Aufwändiges Layout mit insgesamt 16 Treibern
- Dedizierte Kanäle für den Center und für die Höhenlautsprecher
- Erstaunlich klarer, detailreicher Klang
- In Weite sowie Tiefe überzeugende Räumlichkeit
- Spotify Connect, TIDAL Connect und Qobuz Connect
- Subwoofer Cinch-Pre-Out zum Anschluss auch eines kabelgebundenen aktiven Subwoofers
- Elegante Optik
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