clearaudio compass Test – Der Einstieg in die analoge Spitzenklasse
Der renommierte Hersteller clearaudio aus dem fränkischen Erlangen ist seit Jahrzehnten bekannt für hochwertige analoge Audioprodukte, insbesondere Plattenspieler. Der jüngste Spross dieser klangstarken Familie betritt jetzt das Rampenlicht und hört auf den Namen compass – die Produktbezeichnung übrigens wird im clearaudio-Jargon ebenso kleingeschrieben wie der Name des Herstellers.
Da immer mehr HiFi-Liebhaber auf den Geschmack gekommen sind und sich der Wiedergabe von Schallplatten widmen, macht es durchaus Sinn, das Portfolio nach unten zu erweitern und auch dem ambitionierten Ein- und Aufsteiger den passenden Plattenspieler anzubieten.
Daher fällt der Kaufpreis des compass mit 1.295 EUR (wahlweise in schwarzer oder silberfarbener Variante) recht moderat aus. Im Lieferumfang enthalten ist eine an zwei Edelstahl-Scharnieren befestigte Acrylhaube, die man dann einsetzen sollte, wenn der compass längere Zeit nicht in Betrieb ist.
Qualität aus Erlangen
Beste Komponenten
Der clearaudio compass ist ein riemengetriebener, manueller Plattenspieler, in dessen Zentrum das eben schon erwähnte Lager im Verbund mit einem exakt hergestellten Plattenteller inklusive Subteller steht. Zum Lager an sich wäre noch hinzuzufügen, dass es mit einer polierten sowie gehärteten Stahlachse in einer Bronzebuchse ausgestattet ist und auf einem Teflonspiegel läuft.
Damit die wertvollen Vinylscheiben auch in hoher Qualität abgetastet werden können, setzt clearaudio eine kleinere Variante des weithin geschätzten T1-Tonarms ein. Und auch zum eben angesprochenen Plattenteller finden sich wichtige Ergänzungen, denn dieser wird aus massivem Acryl hergestellt, und der Subteller ist aus Aluminium und CNC-präzisionsgedreht.
Tonarm und Tonabnehmer
Massiv und solide
Hinsichtlich seiner konstruktiven Merkmale kann man den compass durchaus als massiv und sehr langlebig bezeichnen. Das Gerät macht schon beim Auspacken einen sehr soliden, haltbaren Eindruck. Um diesem subjektiven Gefühl der Solidität auch objektiv Nahrung zu geben: Der fränkische Plattendreher bringt an der Geräteunterseite eine massive Stahlplatte mit, die für eine ausgezeichnete Stabilität sorgt und ihren Teil zum Gesamtgewicht des compass von 8 Kilogramm beiträgt.
Auch die Standfüße des compass passen zum Gesamteindruck, in ihnen befinden sich Entkopplungselemente, und sie sind zudem in der Höhe verstellbar. Der Plattenspieler verfügt über einen äußerst laufruhigen und vom Rest des Plattenspielers entkoppelten 12 V-Motor, der zusammen mit einem geschliffenen Flachriemen arbeitet.
Die Intebetriebnahme
Wie kommt der compass beim Endkunden an? Er wird vormontiert geliefert, einige Schritte aber muss der neue stolze Besitzer noch selbst erledigen. Der Antriebsriemen wird um den Subteller und den Pulley des Motors gelegt, und der sehr edel wirkende Plattenteller kommt im nächsten Schritt an seinen Platz. Das Antiskating-Gewicht wird im Anschluss korrekt platziert, und die für den störungsfreien Transport vorgesehenen Sicherheitsstreifen werden von Tonarm und Tonabnehmer entfernt.
Direkt danach erfolgt die Montage des Gegengewichts. In diesem Umfeld stellt der Plattenliebhaber auch gleich die Auflagekraft ein, mit Hilfe der im Lieferumfang enthaltenen Kippelwaage kann man schnell prüfen, ob es richtig gewählt wurde. Nun ist alles betriebsfertig und der compass kann mittels des externen Netzteils (ausgelegt für den weltweiten Einsatz) mit dem Stromnetz verbunden werden.
Einfache Bedienung
Die Handhabung des, wie erwähnt, vollmanuellen compass ist einfach. Unter dem Gehäuse befindet sich der Kippschalter, der für die beiden Geschwindigkeiten 33 1/3 und 45 U/min in die jeweils passende Position gestellt wird. Sofort beginnt der Plattenteller, sich leise zu bewegen. Ein aus hochwertigem Aluminium gefertigter, haptisch hochwertiger Hebel hilft dabei, den Tonarm präzise abzusenken – und die Wiedergabe kann beginnen.
Akustische Meisterklasse
Größtmögliche klangliche Kultur
Eva Cassidys „Ain’t No Sunshine“ ist ein perfektes Beispiel, um zu erklären, wo der Reiz des compass in der von uns getesteten Konfiguration liegt. Die Stimme ertönt charismatisch und mit der nötigen Sensibilität, zugleich aber ist die Gesamtakustik sehr harmonisch – aber nicht im Sinne langweiliger Monotonie, sondern im Sinne einer kultivierten Dynamik.
Auch „Money“ von Pink Floyd gefällt uns von der ersten Sekunde an. Wie plastisch der clearaudio-Plattenspieler bereits das Klimpern der Münzen gleich zu Beginn des legendären Titels präsentiert, ist wirklich rundherum gelungen. Und die vokalen Anteile werden auch hier wieder mit dem nötigen Feingefühl und dem korrekten Treffen der Stimmfarbe dargeboten.
Wenn es dann mal richtig nachdrücklich wird, so wie bei „Come As You Are“ von Nirvana, legt sich der compass kraftvoll ins Zeug und transportiert die Lebendigkeit und die Ausdruckskraft des Songs ausgezeichnet zum Zuhörer. Man sollte dem compass einen Verstärker zur Seite stellen, der kultiviert und homogen abgestimmt ist, dann hat man ein extrem gutes „Team“ für eine inspirierende Plattenwiedergabe.
Fazit
Mit dem compass ist clearaudio ein so guter Plattenspieler gelungen, sodass die Zuordnung des exzellent verarbeiteten Geräts als „Einsteigermodell“ in der Praxis gar nicht funktioniert. Gut, es ist so zu verstehen, dass der compass als Start ins Produktsortiment von clearaudio zu sehen ist – schon klar.- Aber für knapp unter 1.300 EUR erhält der Käufer mit unserem Testkandidaten einen akustisch hervorragenden manuellen Plattenspieler, der mit seiner harmonischen, zugleich aber lebendigen Auslegung voll ins Schwarze trifft.
Auch für lange Stunden genussvollen Hörens eignet sich der compass perfekt, und sein grundsolider, hochwertiger Aufbau sorgt für hohe Langzeitstabilität
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