DALI EPIKORE 7 Test – Dänisches Ausnahmetalent mit High-End-Technologie aus der KORE
DALI hat mit der luxuriösen EPIKORE-Lautsprecherbaureihe enormen Erfolg – kaum verwunderlich, finden sich in den dänischen Schallwandlern doch viele Technologien der Ultra-High End-Box KORE für 100.000 EUR Paarpreis. Hiermit verglichen nehmen sich die rund 20.000 EUR Paarpreis für die schlanke EPIKORE 7, ihres Zeichens kleiner Standlautsprecher der Serie, schon fast bescheiden aus.
SMC in der zweiten Generation
Wo liegt der Ansatz bei SMC? Beim Einsatz herkömmlicher Magnete im Lautsprecher tritt ein Phänomen mit dem Namen Hysterese auf, mit dem unschönen Effekt, dass ein unerwünschten Widerstand an der Schwingspule entsteht, der Verzerrungen freisetzt. Um das annähernd komplett zu vermeiden, entwickelte DALI SMC Gen-2™.
Die nächste Generation der patentierten SMC-Magnetmaterial-Technologie wurde weiter erfolgreich optimiert. Zuerst in der KORE verwendet, integrierte DALI die SMC Gen-2™ in die Bass-/Mitteltöner und verwendet die Technologie zudem als Induktionsspulenkerne auf den Frequenzweichen der EPIKORE-Serie. Die zweite Generation offeriert eine zusätzliche Reduktion von Hysterese, Magnetflussmodulation sowie Wirbelströmen im Aufbau des Magnetsystems.
Nochmals geringere Verluste und Verzerrungen sind das Ergebnis, sodass die Lautsprecher der EPIKORE-Serie für eine reine, dynamische und realistische akustische Präsenz stehen.
Das EVO-K™ Hybrid-Hochtönermodul
Dieses akustisch äußerst differenziert und impulstreu darstellende Bauteil wurde ursprünglich für den DALI KORE Highend-Lautsprecher entwickelt. Es besteht aus einem großen, im Haus zur Serienreife gebrachten 35mm Soft-Dome-Hochtöner sowie aus einer weiter optimierten Variante des extrem dünnen, impulstreuen planar-magnetostatischen Hochtönerelements.
In Kooperation mit den kraftvollen Neodym-Magnetsystemen ist der Hybrid-Hochtöner einerseits in der Lage, überraschend sanfte, andererseits jedoch überaus klare Höhen zu erzeugen.
Wegweisende Technologien
In allen Modellen der EPIKORE-Serie und somit auch in unserem Testlautsprecher-Paar kommen hochentwickelte Technologien zum Einsatz. Hier wären zunächst die zweite Generation von DALIs Soft Magnetic Composite-Material (kurz SMC-Gen2) zu erwähnen, und direkt im Anschluss die EVO-K-Version des Hybrid-Hochtonmoduls aus Bändchen und Kalotte. Beide Ausstattungsmerkmale wurden von der KORE übernommen, das gilt auch für die Clarity Cone Tief- und Mitteltöner.
Mittel- und Tieftöner

DALIs charakteristische Clarity Cone™-Membranstruktur, die aus Papier und Holzfasern besteht, gehört bei den EPIKORE-Lautsprechern ebenfalls dazu. Das extrem geringe Gewicht und die enorme Belastbarkeit sorgen für einen fundierten, kontrollierten, klaren und nachdrücklichen Klang. Mit der Holzfaser-Membrantechnologie ist somit auch unsere EPIKORE 7 dazu befähigt, auch filigrane akustische Einzelheiten zu präsentieren und eine breit angelegte, zugleich präzise Dynamik zu realisieren.
Made in Denmark
Zum Wesen der EPIKORE-Baureihe gehört auch, dass das dänische Unternehmen praktisch sämtliche Komponenten in der Firmenzentrale in Nørager entwickelt hat und darüber hinaus selbst baut. Das gilt fürs Gehäuse, für die Treibern und beinhaltet auch die mit Sorgfalt von Hans zusammengesetzten Frequenzweichen mit streng selektierten Bauteilen.
DALI besitzt vor Ort darüber hinaus die Option, jede Box grundsätzlich auch im Hinblick aufs Verhalten bei härtesten Rahmenbedingungen zu testen. Weil nahezu alles In-House stattfindet, kann DALI aufgrund strengster Qualitätskontrollen ein beispielhaftes Niveau an Fertigungsgüte realisieren.
Schlank und elegant
Unsere EPIKORE 7 präsentiert sich als schlanker und eleganter Standlautsprecher im 3½-Wege-Format. Die Chassisbestückung umfasst zwei belastbare, verlustarme 7-Zoll Clarity Cone™ DALI Bass-/Mitteltöner und kombiniert diese mit dem DALI EVO-K™ Hybrid-Hochtönermodul. DALI sieht den bis ins letzte Detail erstklassig verarbeiteten Schallwandler als ideal für mittelgroße Hörräume an.
Das Echtholzfurnier wurde in bester handwerklicher Qualität aufgebracht, und um die Treiber, die in die Schallwand des Unibody-Gehäuses verbaut sind, sieht man keine sichtbaren Schrauben. Unter der EPIKORE 7-Box befindet sich ein äußerst langzeitstabil gefertigter Sockel, der perfekt zum hohen Anspruch passt. DALIs selbst entwickelte Premium-Terminals für die Verbindung mit dem Lautsprecherkabel (idealerweise mit Bananensteckern am Ende) vervollständigen unsere Eindrücke.
DALIs Sound-Philosophie
DALI hat acht "DALI Sound Design Principles" aufgestellt – und hier soll die EPIKORE 7 natürlich allen Leitsätzen maximal entsprechen. Der erste Leitsatz umfasst die eigene Fertigung für maximale Produktqualität, der zweite die enorm verlustarme Arbeitsweise jedes DALI Lautsprechers. Es folgt das Prinzip einer holografischen akustischen Abbildung für plastischen Klang.
Viertes Prinzip ist die zeitliche Kohärenz für außergewöhnliche Präzision bei der Zeitrichtigkeit des Signals. Es folgt der breite Abstrahlwinkel für ausgezeichneten praktischen Nutzen auch bei Hörsessions mit mehreren Personen, und es schließt sich die akustische Klarheit unter praktisch allen denkbaren Bedingungen an. Damit dies gewährleistet ist, gehört auch ein Gehäuse mit extrem geringen Eigengeräuschen zum Konzept.
Der letzte Leitsatz sagt aus, dass DALI Lautsprecher so ausgelegt sind, dass sie mit vielen Verstärkertypen problemlos zusammenarbeiten können.
Akustisch beeindruckend
Für den zugegebenermaßen nicht eben günstigen Kaufpreis erhält man aus klanglicher Sicht einen herausragenden Gegenwert. Uns haben die homogen, detailreich und ausdrucksstark klingenden Schallwandler in allen Testreihen enorm gut gefallen. So beeindrucken sie durch den straffen Bass und die charismatische Stimmwiedergabe beim Dire Straits-Titel „Money For Nothing“ – auch die Räumlichkeit ist, gerade für einen eher schlanken Lautsprecher, hervorragend.
Mit feiner Nivellierung und einer vorzüglichen Ausarbeitung vokaler Einzelheiten tritt der EPIKORE 7 bei „Better Than Anything“ von Natalie Cole und Diana Krall auf. Die Impulstreue und auch die Plastizität sind überragend, was für einen sehr intensiven, zugleich realistischen Höreindruck sorgt.
Erstaunlicher Nachdruck, feinste Detaillierung
Beim „Theme Of Jurassic Park“ von John Williams, gespielt von den Wiener Philharmonikern, liefert der EPIKORE 7 einen klar durchstrukturierten Aufbau und stellt die Streicher des Orchesters wunderbar samtig und lebendig dar. Wieder erzeugt der dänische Standlautsprecher eine sehr weitläufige, aber in sich schlüssige Bühne, und brilliert mit einem hohen Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich. Nachdem wir den „Imperial March“, ebenfalls von John Williams komponiert und von den Wiener Philharmonikern präsentiert, gehört haben, ergibt sich das identische akustische Bild: Fundiert, mit enormer Präzision, aber zugleich auf eine detailreiche Art sanft und homogen, erfüllt der EPIKORE 7 mit Gelassenheit auch enorme Ansprüche.
Wir spielen mit einem Luxman L-509Z (12.990 EUR), dem Audiolab 9000N Streamer (2.790 EUR) und Supra Sword Excalibur Lautsprecherkabeln mit rhodiumbeschichteten Steckern zu (Länge pro Kabel: 2 Meter, Preis: 1.449 EUR), und diese Kombination schmeckt den DALI-Schallwandlern außergewöhnlich gut, da die enorme Strahlkraft im Hochtonbereich mit einer sensiblen, nahtlosen und zugleich entschlossenen Wiedergabe zusammenkommt.
Bassbereich mit Substanz und Tiefgang
Bei „Vertigo Heroes“ von Boris Blank und beim Monster-Mix des Trance-Klassikers „Insomnia“ von Faithless beweist uns der EPIKORE 7, dass er auch bei elektronischer Musik in der Lage ist, tief zu beeindrucken. Der Bassbereich weist bei beiden Tracks eine überraschend nachdrückliche Auslegung auf – und der Tiefgang ist für einen Lautsprecher mit einer so schlanken Bauform außergewöhnlich ausgeprägt. Die Präzision, mit der elektronisch erzeugte akustische Effekte in den Hörraum transportiert werden, liegt hoch, was eine Darbietung ermöglicht, die den Zuhörer von der ersten Sekunde an abholt.
Fazit
Der DALI EPIKORE 7 Standlautsprecher beweist in unserem Test sein hohes Niveau in sämtlichen Disziplinen. Das beginnt bereits mit der erstklassigen Verarbeitung und der Materialqualität auf Referenzniveau. Die sorgfältige, penibel genaue Echtholz-Furnierung, die präzise eingepassten Treiber oder Details wie die überaus hochwertigen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals verdeutlichen dies.
Der EPIKORE 7 sieht aufgrund seiner schlanken, säulenartigen Gehäuseform zudem sehr elegant aus. Ideal eignet er sich für den mittelgroßen Hörraum, in dem er sich voll entfalten kann. Natürlich ist es elementar wichtig, dem dänischen Klang-Ästheten einen gleichermaßen kraftvollen wie kultivierten Verstärker zur Seite zu stellen – ist dies gegeben, entfaltet sich ein gleichmäßiger, plastischer, fein aufgebauter Klang wie ein fein gewobener Teppich im Hörraum.
Das heißt allerdings nicht, dass der EPIKORE 7 nicht auch beherzt zupacken kann: Nachdruck im Bassbereich, Gesamtdynamik und Pegelfestigkeit befinden sich nicht nur auf einem beachtlichen, sondern auf einem rundherum erstklassigen Niveau.
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