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17.06.2024
von: Philipp Kind
Die Dali Opticon Baureihe erfreut sich seit Jahren hoher Beliebtheit und wurde über die Zeit ihrer Bestehung stets weiter verbessert und sorgfältig optimiert. Die aktuelle MK2-Serie wird direkt bei Dali in Dänemark gefertigt. Dabei legt der Hersteller großen Wert auf die präzise Fertigung von Hand und verwendet jeweils für ein Lautsprecherpaar Bauteile und Materialien aus der identischen Charge. Im Ergebnis passen die beiden Schallwandler perfekt zusammen und garantieren eine harmonische und besonders authentische Stereo-Kulisse.
Mit den Opticon 1 MK2 hat man sehr kompakte, aber ebenso sehr hochwertige und außerordentlich leistungsfähige Regallautsprecher im Portfolio, die wir uns in diesem Testbericht näher ansehen möchten. Die edlen Dali-Speaker sind in Esche Schwarz, Weiß matt und Tabakeiche erhältlich. Der Paarpreis beträgt 898 Euro.
Auch die kleinsten Vertreter der Opticon MK2-Serie treten mit exzellenter Verarbeitungsqualität auf und verwenden die identischen Materialien, die der dänische Hersteller auch in den großen Standlautsprechern der Baureihe verwendet. Die Gehäuse sind für maximale Steifigkeit und minimale Flächenresonanz optimiert.
Das Lautsprechergitter, eine sehr solide und feste Kunststoff-Konstruktion, die einer Bienenwabe ähnelt, mit einer Bespannung aus akustisch transparentem Textilgewebe sorgt für den Schutz der sauber integrierten Treiber. Das Gitter haftet nicht magnetisch. Dali kaschiert die Befestigung aber, das sieht man bei den Dänen nicht zum ersten Mal, geschickt im Bereich der Verschraubung des Tiefmitteltöner sowie im oberen Bereich des Tweeters. Der Tiefmitteltöner ist also mit einer sichtbaren Verschraubung ins Gehäuse integriert, zusätzliche Befestigungslöcher für die Abdeckung in der Schallwand sind aber nicht vonnöten.
Der am Gitter aufgebrachte Stoff ist nicht vollständig Schwarz oder Grau, sondern eine Kombination aus beidem und verleiht den Lautsprechern einen zusätzlichen schicken Akzent, der sehr gut mit dem matten Schwarz der Schallwand und dem Tabakeiche-Furnier harmoniert
Die Abmessungen eines einzelnen Opticon 1 MK2 Lautsprechers betragen 261 x 152 x 231 mm (HxBxT). Sie passen hervorragend auf optional erhältliche Lautsprecherstative, sind aber auch auf einem Sideboard problemlos unterzubringen und können auch direkt an die Wand montiert werden.
Das Bassreflexrohr befindet sich zwar auf der Rückseite oberhalb der Anschlüsse, ist dadurch aber leicht nach hinten versetzt. Die Dali-Lautsprecher arbeiten mit einem speziellen Dual Flare-Bassreflexrohr, welches an beiden Enden trichterförmig konstruiert ist. Turbulenzen und Strömungsgeräusche werden so effektiv vermieden und der Schall gelangt unter Berücksichtigung von Rohrdurchmesser und Abstimmfrequenz mit einer optimalen Luftströmungsgeschwindigkeit sowie minimalen Verzerrungen nach außen. Das ermöglicht den Kompaktlautsprechern nicht nur eine kraftvolle, präzise Tieftonwiedergabe, sondern auch eine wandnahe Aufstellung.
Der Tiefmitteltöner in den Dali Opticon 1 MK2 Lautsprechern misst 120mm und verfügt über innovative und bewährte Dali-Technologien. Darunter das patentierte SMC-Magnetsystem und natürlich die typische Holzfasermembran. Diese besteht aus einer Mischung aus Papier- und Holzfasern für minimale Bruchresonanzen. Kombiniert wird das Membranmaterial mit einer sehr flexiblen Sicke aus Gummi für hohen Bewegungsspielraum bei gleichzeitig minimaler Dämpfung.
Der Korb besteht aus Aluminium-Druckguss, der mit seiner speziellen Form den Luftstrom im Gehäuse nicht beeinflusst und für eine feste Verbindung mit Lautsprechergehäuse sorgt. Der Korb ist sehr steif und ebenfalls resonanzarm. Das Magnetsystem der OPTICON 1 MK2 besteht aus einem großen Ferritringmagneten, der einen Polschuh umgibt, der vollständig aus dem Dali-SMC-Material gefertigt ist.
An der Rückseite sitzen sehr hochwertige, vergoldete Lautsprecher-Schraubanschlüsse mit Acryl-Kapsel. Bananenstecker und etwas größere Kabelquerschnitte können problemlos mit den Opticon 1 MK2 verbunden werden. Das Terminal, auf dessen Rückseite die Frequenzweiche sitzt, ist sauber im Gehäuse integriert.
Dali gibt den Frequenzbereich der Kompaktlautsprecher von 62 – 25.000 Hz (+/- 3dB) an und empfiehlt eine Verstärkerleistung von 25 – 100 Watt.
Die Dali Opticon 1 MK2 müssen sich in einem Hörraum behaupten, den wir grundsätzlich für ein wenig zu groß für die enorm kompakten Regallautsprecher aus Dänemark halten. Dafür ist es umso erstaunlich wie raumfüllend und atmosphärisch dicht die kleinen Boxen agieren und eine weitläufige Stereokulisse abbilden. Die Räumlichkeit ist exzellent und von einer ausgesprochen erfreulichen Transparenz und Struktur geprägt. Sämtlichen Instrumenten wird eine klar nachvollziehbare Position auf der Bühne zugewiesen. Alle Klangerzeuger werden, selbst bei etwas komplexerem Geschehen, identisch berücksichtigt und auch feindynamische Effekte gehen nicht verloren. Die Differenzierung gelingt ausgezeichnet und wir sind regelrecht erstaunt, wie fein das gesamte Geschehen aufgelöst wird und mit welcher Souveränität die Opticon 1 MK2 an den Start gehen.
Sicher, in den tiefen Frequenzbereichen können die Regallautsprecher ihr doch eher mäßig bemessenes Gehäusevolumen nicht vollständig kaschieren. In den tiefsten Regionen büßt man Nachdruck ein, ab der unteren Grenzfrequenz aber werden kraftvolle Bässe erzeugt und ein stattliches Volumen generiert. Während Bass-Enthusiasten vielleicht lieber eine Nummer größer wählen, kommen Feingeister voll auf ihre Kosten. Klassik und Jazz zum Beispiel lösen sich hervorragend von den kleinen Lautsprechern und werden mit hoher Präzision und Auflösung dargeboten. Die Durchhörbarkeit der Kulisse und das überdurchschnittlich gute Differenzierungsvermögen einzelner Instrumente gleicher Gattung begeistert den audiophilen Hörer.
Emotionalität und Gefühl scheint den kompakten Dali-Lautsprechern besonders zu liegen. Mit tadelloser Vokalcharakteristik und voller Stimme wird Andrea Bocelli präsentiert. Mit feiner Auflösung, exzellenter Mittenstruktur und der Herausarbeitung vieler Nuancen. Das hätten wir den Regallautsprechern in dieser Form kaum zugetraut. Der nahtlose Übergang von den unteren Höhen zu den Mitten trägt hier klar zur stets angenehmen, harmonischen und ausbalancierten akustischen Darstellung bei. Ausgezeichnet ist auch, dass auch bei höherer Lautstärke und Komplexität keine akustischen Feinheiten verlorengehen. Sicher, ganz unten fehlt es, wie schon erwähnt, ein wenig an Tiefgang und Nachdruck. Harte Kickbässe und präzise Punches setzen die Opticon 1 MK2 aber exzellent um, so dass eine stimmige und natürlich wirkende Gesamtkulisse entsteht.
Auch im elektronischen Genre profitiert man von der ausgezeichneten Feindynamik und Transparenz sowie natürlich auch der weitläufigen räumlichen Kulisse. Mit hoher Klarheit gelingen sämtliche akustischen Effekte und trotz der kompakten Größe wird eine glaubhaft dichte Atmosphäre realisiert. Mit Spritzigkeit, Spielfreude und geballter Emotion nehmen die Dali-Lautsprecher den Zuhörer mit und so taucht man vollkommen in das Klanggeschehen ein. Die Opticon 1 MK2 schlagen sich absolut souverän, dennoch empfehlen wir keinen allzu großen Hörraum für die Komponenten zu wählen. Dann aber werden selbst anspruchsvollere Hörer mit einer exzellenten akustischen Darbietung überzeugt.
Mit einer für ihre Größe wirklich erstaunlichen akustischen Leistungsfähigkeit haben uns die Dali Opticon 1 MK2 überzeugt. Insbesondere die feine Auflösung, Klarheit und Transparenz, aber auch die räumlich strukturierte und dichte Abbildung mit exzellenter Stimmwiedergabe sind auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Aufgrund des vergleichsweise geringen Gehäusevolumens muss man beim Tiefgang Abstriche machen. Um harte Kickbässe, hohe Impulstreue sowie der sauber strukturierten Wiedergabe oberhalb der unteren Grenzfrequenz sind sich die Dali-Komponenten aber keinesfalls verlegen. Selbst etwas größere Räumlichkeiten können dank der sehr guten Pegelfestigkeit beschallt werden, übertreiben sollte man es bei der Raumgröße aber nicht. Auch für die Effektdarstellung eignen sich die Opticon 1 MK2 dank ihrer ausgezeichneten akustischen Eigenschaften exzellent und können auch in anspruchsvollen Mehrkanal-Setups eingesetzt werden. Tadellos ist auch die Oberflächenqualität sowie die gesamte Verarbeitung.