Denon AVC-X3900H Test – Kraftvoller 9.4-Kanal-AV-Verstärker mit Auro-3D und starkem Klang-Upgrade
Der Denon AVC-X3800H war ein großer Erfolg für die ikonische japanische Marke, darum blieb er auch über mehrere Jahre im Programm. Nun ist es aber an der Zeit, einen Nachfolger zu präsentieren. Das ist mit dem Denon AVC-X3900H für 1.499 EUR jetzt geschehen, der nicht nur Dolby Atmos und DTS:X, sondern auch Auro-3D decodiert. Ergänzend hinzu kommen IMAX Enhanced und 360 Reality Audio.
Die wichtigsten Features aus einen Blick
Erstaunlicher Preis
Alles wird immer teurer – aber nicht bei Denon! Das sind mal erfreuliche Nachrichten, denn der AVC-X3900H ist günstiger als der Vorgänger bei Markteintritt im Jahr 2022. Und das, was der Käufer fürs Geld erhält, ist hervorragend:
Der AVC-X3900H ist ein neuer 9.4-Kanal-AV-Verstärker, der mit 105 Watt pro Kanal Leistung und einer 11.4-Kanal-Signalverarbeitung äußerst flexible Einsatzmöglichkeiten bietet. Hinzu kommen zahlreiche neue Funktionen, die wir später vorstellen werden.
Mehr akustische Leistungsfähigkeit
Denon fokussierte eine weiter optimierte akustische Leistungsfähigkeit im Vergleich zum Vorgängermodell bei der Entwicklung des AVC-X3900H. Der hochwertige AV-Verstärker im frischen, modernisierten Design wurde im Shirakawa Audio Works in Japan unter Federführung von Denon Sound Master Shinichi Yamauchi akustisch feingetunt. Dazu kommen neue und erweiterte Funktionen.
Denon Home 200, Home 400, Home 600 als Rears
Beginnen wir mit einer Aufzählung, was beim AVC-X3900H alles neu hinzugekommen ist, beziehungsweise, was weiter verbessert wurde. Man kann die neuen Denon Home 200, Denon Home 400 und Denon Home 600 Wireless-Multiroom-Lautsprecher zukünftig in Verbindung mit dem 3900H als Rear-/Surround-Lautsprecher nutzen. Mehr dazu später.
Streaming von Dolby Atmos Music über AirPlay 2
Darauf haben wir schon lange gewartet: Das Streaming von Dolby Atmos Music mittels Apple AirPlay 2 wird zukünftig möglich sein. Dann kann ist es auf sehr einfache Art und Weise möglich immersiven Klang zu genießen. Das geschieht, indem man einfach z.B. Atmos-Titel von Apple Music streamt.
Weitere neue Merkmale
Diese umfassen Bluetooth mit geringerer Latenz (LE-Audio) und ein neues, umfassendes Web UI 2.0, das auch die Möglichkeit einer Diagnose der HDMI-Verbindung beinhaltet, sollten dort Probleme auftreten. Des Weiteren ist der AVC-X3900H mit einem neuen, äußerst präzise arbeitendem 8-Kanal-D/A-Konverter ausgestattet.
Als sehr praktisch empfinden wir zudem die beleuchtete Infrarot-Fernbedienung. Während das Lautsprechereinmess-/Room EQ-System Audyssey MultEQ XT32 serienmäßig dabei ist, kann man sich optional eine Dirac Live-Lizenz (Dirac Live Ready - komplettes Paket inklusive Bass Control und Active Room Treatment ART) kaufen. Ausführliche Informationen folgen in diesem Test.
Flexibel und kraftvoll
Der AVC-X3900H ist ein 9.4-Kanal-AV-Verstärker, und maximal kann die Vorstufe sogar Signale im Format 11.4 verarbeiten. Der AVC-X3900H bietet 105 Watt Leistung pro Kanal, verbunden mit einer Leistungsgarantie, dass 70 Prozent dieses Wertes auch im voll ausgelasteten 5-Kanal-Betrieb erzielt werden. Mit an Bord sind der Dolby Atmos Channel Expander und ein neuer Centerkanal-Bi-Amping-Modus bei Verwendung eines 5.1-Setups.
Centerkanal-Bi-Amping
Ergänzend zu den beiden Frontlautsprechern rechts und links ist es nun möglich, auch den Center-Kanal über Bi-Amp anzuschließen. Wird die Verstärkung für den Hoch- und Tieftonbereich auf zwei separate Endstufen übertragen, gibt es ein sattes Plus an Leistung für den elementar wichtigen Center-Lautsprecher.
Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn man auf einen großen, sehr leistungsfähigen Centerlautsprecher setzt. Diese Maßnahme ist absolut empfehlenswert, ist der Center doch für die nahezu komplette Stimmwiedergabe und für die Darstellung sämtlicher Effekte, die vorn aus der Mitte kommen, zuständig.
Ein unterdimensionierter Centerlautsprecher verhagelt oftmals gänzlich das Aufkommen von Freude beim Hören von Mehrkanal-Material.
Dolby Atmos Channel Expander
Beim Denon AVC-X3900H steht der Dolby Atmos Channel Expander auf der Liste der neuen Features. Diese Funktion ist nicht als ein Upmixer im konventionellen Sinne zu verstehen. Dem Hersteller gemäß ist dieses Ausstattungsmerkmal dann von Bedeutung, wenn man zwar Dolby Atmos-Tonspuren anhört, dort aber keine oder nicht ausreichende Metadaten-Informationen für die Height-Kanäle vorhanden sind. Auf Blu-ray Discs oder Ultra HD Blu-rays ist es durchaus möglich, dass über die Höhenkanäle ausgegebene Toninformationen nicht in der passenden Weise im Signal kodiert sind.
Kanalpegelmonitor
Nachhaltigkeit wird groß geschrieben
Um dem gestiegenen Umweltbewusstsein Rechnung zu tragen, liefert Denon den AVC-X3900H in einer ESG-konformen Verpackung zur Vermeidung von Plastikmüll aus. In der Zubehörbox gibt es keinerlei Kunststoffteile mehr, hier hat man von 12 auf 0 Verpackungselemente aus Plastik reduzieren können.
Noch besserer Klang
Welche Maßnahmen wurden konkret ergriffen?
Für mehr Transparenz sowie Durchhörbarkeit sowie ein insgesamt performanteres Klangbild ist der neue D/A-Wandler verantwortlich. Denon nennt zwar, keine näheren Details zum verwendeten Modell. Daher haben wir nur die Information, dass es sich um einen 32-Bit-8-Kanal-DAC handelt, der nicht nur im AVC-X3900H, sondern auch im AVC-X2900HDAB und dem Topmodell der S-Serie AVR-S980H verbaut ist.
Mittels des integrierten 8-Kanal-DAC wird das Schaltungsdesign vereinfacht, was die Zuverlässigkeit und Konsistenz optimiert. Timing-Fehler werden ebenfalls herabgesetzt. Die Balance und Dynamik wird im gesamten System verbessert, weil alle Kanäle zusammen verarbeitet werden.
Bauteile höherer Preisklassen
Um die Akustik weiter zu verbessern, wurden zahlreiche Bauteile, darunter Transistoren und Kondensatoren, von teureren Denon-Modellen verwendet. Eine vom Design her neue Anodenfolie plus-Hülse steht für einen fundierten Klang mit breitem Dynamikumfang. Überdies gibt es im Bereich der Stromversorgung verbesserte Kondensatoren.
Welche der neuen Features kommen mit einem Firmware-Update, was gibt es sofort?
Einige der neuen Merkmale werden erst nach einem Firmware-Update verfügbar sein. So die Option, die Denon Home Lautsprecher als Wireless-Surround-Lautsprecher zu verwenden. Auch die Funktion „Bluetooth LE Audio senden/empfangen“ funktioniert erst nach dem Update, das gilt auch für Dolby Atmos Music via AirPlay 2.
Der Dolby Atmos Channel Expander, die volle Dirac Live Kompatibilität, das neue Web User Interface sowie der Center-Kanal-Bi-Amp-Modus sind jetzt schon verfügbar. Auch 1440p Passthrough sowie die AMD Free Sync-Kompatibilität stehen schon zum jetzigen Zeitpunkt bereit.
„Good News“ für Besitzer der Vorgängermodells
Ausstattungsmerkmalen detailliert beschrieben
In den folgenden Abschnitten beschreiben wir genau, welchen Zweck und praktischen Nutzen einige der neuen Ausstattungsmerkmale, die wir bereits weiter oben kurz beschrieben haben, verfolgen.
Denon Home 200, Denon Home 400 und Denon Home 600 als Wireless Rears – die Details
Bislang war es bereits möglich, mittels der Denon Home Bar 550 und zwei Denon Home Lautsprechern für den Surroundbereich ein mehrkanaliges Wireless-Setup aufzubauen.
Die Denon AV-Receiver und AV-Verstärker spielten bis jetzt keine Rolle.
Im Jahr 2026 führt Denon mittels späterem Firmware-Update, wie bereits erwähnt, die Unterstützung für kabellose Rear Surround-Lautsprecher ein, sodass man nun einen oder mehrere Denon Home-Lautsprecher mit entsprechend kompatiblen AV-Verstärkern und -Receivern in einem Setup zusammenfassen kann, beispielsweise für den Surround- oder auch den Surround Back-Bereich.
Mögliche Setups, Teil 1
Hier haben wir eine Version eines möglichen Setups zusammengestellt:
- Denon AVC-X3900H als Basis, plus: 2x Frontlautsprecher passiv, per Kabel mit dem AV-Verstärker verbunden, 1x Centerlautsprecher passiv, per Kabel mit dem AV-Verstärker verbunden, 1x Subwoofer, per Kabel mit dem AV-Verstärker verbunden, 2x Denon Home 200 als Surround-Lautsprecher
Hierbei handelt es sich um klassisches 5.1 Surround-Setup mit zwei kabellosen Surround-Lautsprechern in Form von zwei Denon Home 200 erstellt. Ebenfalls möglich wäre darüber hinaus auch eine 7.1-Anordnung, zu der fünf Passivlautsprechern und zwei Denon Home 200 gehören würden, die dann beide als Surround Back-Lautsprecher eingesetzt werden.
Mögliche Setups, Teil 2
Auf die gleiche Weise ist es natürlich realisierbar, Surround-Setups dieser Auslegung auch mit 2x Denon Home 400 oder 2x Denon Home 600 als Surround- oder Surround Back-Lautsprechern umzusetzen.
Als weitere Variante bietet die Wireless Surround-Fähigkeit die Option, einen Lautsprecher (Denon Home 400 oder Denon Home 600) in zentraler hinterer Position als kabellosen Surround- bzw. Surround-Backlautsprecher zu konfigurieren. Da die beiden größeren Denon Home Lautsprecher über ein Stereo-Layout verfügen, werden dann die L/R-Kanäle (Surround oder Surround Back) über den Wireless-Lautsprecher ausgegeben.
Realisiert werden kann:
- 2x Denon Home 200/400/600 für Surround L/R
- 2x Denon Home 200/400/600 für Surround Back L/R
- 1x Denon Home 400 bzw. Denon Home 600 als Surround L/R oder Surround Back L/R
Kommen mehr als zwei Kanäle?
Momentan beschränkt sich die Wireless Surround-Erweiterbarkeit noch auf zwei Kanäle sowie einen oder zwei Denon Home Lautsprecher. Aktuell wissen wir noch nichts, aber vielleicht wird die Funktionalität in Zukunft noch erweitert. Die drahtlose Audiosignalübertragung zu den Wireless-Lautsprechern wird übrigens per Bluetooth LE Audio umgesetzt.
Bluetooth LE
Gegenüber herkömmlichem Bluetooth, was eine Verzögerung von rund 200 bis hin zu 600ms aufweisen kann und dadurch in der Praxis Ton-Sync-Probleme hervorruft, reduziert LE Audio die Verzögerung auf ca. 100ms oder sogar noch weniger. Das führt dazu, dass die Lippensynchronisation und Effekte bei Filmen und Spielen zeitrichtig wahrgenommen werden. Bluetooth LE Audio benötigt zwingend einen neuen HEOS-Chip, weshalb ältere Modelle nicht zum neuen Feature kompatibel sein werden.
Neu entwickeltes Web Interface
Welchen Nutzen hat die ebenfalls neue Web-Benutzeroberfläche? Wer greift warum darauf zu? Diese Fragen werden wir jetzt beantworten.
Eine modernisierte IP-basierte Steuerungsschnittstelle für Smartphones und Laptops wird eingeführt, und somit ist die vollständige Einrichtung und Steuerung des AVRs ohne Verwendung der TV-Benutzeroberfläche und einer IR-Fernbedienung durchführbar. Diese Lösung erweist sich damit als ideal für Custom Installations inklusive der Einbindung in Haussteuerungssysteme.
Option zur Denon AVR Remote App
Das neue Web Interface ist auch für erfahrene Anwender, die gerne die Konfiguration und Steuerung des Denon AV-Verstärkers über den Web-Browser erledigen, von Bedeutung. Es ist das komplette Setup-Menü des AVC-X3900H abrufbar, daher sind sämtliche einzelnen Punkte, die man über das On-Screen-Display erreicht, auch im Web Interface verfügbar.
Zusätzlich vorhanden ist ein spezielles CI-Menü mit zahlreichen Parametern sowie die Möglichkeit, Funktionstests und Diagnosen bei etwaigen Schwierigkeiten machen zu können – dazu sollte man die die IP-Adresse des AVC-X3900H parat haben. Sie kann man im Menü direkt am Gerät ermitteln, oder im eigenen Router im Bereich der verbundenen Geräte.
Perfekt für CI
Für Custom Installer ist die Oberfläche äußerst nützlich, da mehrere Quellen direkt automatisiert eingerichtet werden können. Zudem ist es möglich, Fehler schneller zu beheben.
Hier die Übersicht:
- Automatische Videoeinstellungen, hier AVR erkennt die optimale Konfiguration
- Hot-Plug-Steuerung: Virtuelle HDMI-Verbindung
- Der Videogenerator überprüft die Leistung des HDMI-Kabels, ohne es entfernen zu müssen
- Der HDMI-Diagnostics Modus ist für zertifizierte Techniker vorgesehen, kann jedoch auch vom Besitzer des AVC-X3900H genutzt werden, sofern dies gewünscht ist
Unsere Bewertungen
Leicht überarbeitetes Design außen
Denon war nie ein Freund aufsehenerregender, progressiver, optischer Umgestaltungen, die vielleicht dem langjährigen Denon-Freund sauer aufstoßen könnten. Immer wurde die Optik nur in Details geändert und verfeinert, so auch diesmal.
Beim AVC-X3900H stellt Denon nun eine Überarbeitung der Frontblende in den Raum. In der Praxis handelt es sich hier um eine zwar subtile, trotzdem wahrnehmbare Modernisierung, die uns gut gefällt. Die optische Wirkung der Vorverlagerung des Bereichs unterhalb des Displays und der neuen Bedienelemente ist zwar auf Bildern schwer darstellbar. In Natura aber sind die Neuerungen durchaus zu erkennen, und der AV-Verstärker tritt mit mehr Nachdruck und mehr Kraft auf. Die farblich nun kontrastierenden Tasten auf der Frontblende besitzen darüber hinaus einen hervorragenden Druckpunkt.
Was gleich geblieben ist
Einige Elemente hat Denon nicht verändert, so zum Beispiel, dass die Frontblende nach wie vor aus Kunststoff besteht, der durch seine Oberflächenbeschaffenheit allerdings nicht billig, sondern sehr hochwertig wirkt. Auch das zweizeilige Punktmatrix-Display ist identisch zum Vorgänger. Links und rechts davon sitzen die zwei großen Bedienregler, derjenige für die Wahl der Quelle fällt etwas kleiner aus im Vergleich zum Lautstärke-Drehregler.
Die Führung der Bedienelemente ist voll befriedigend, und beide bestehen, wie die Blende, aus Kunststoff und sind sehr leichtgängig. Darüber hinaus sind beide gerastert, bei den teureren Denon AV-Verstärkern ist meist lediglich die Input-Wahl mit einer Rasterung versehen. Insgesamt ist die Verarbeitung außen tadellos, mit akkuraten Spaltmaßen, einem solide wirkenden Chassis, stimmig eingelassenem Display und hochwertigen Standfüßen.
Aufbau innen
Im Inneren, wie angesprochen, setzt Denon auf neue Bauteile. Diese umfassen einen neuen 8-Kanal-D/A-Wandler, ein neues HEOS-Modul sowie ein neues HDMI-Board. Der grundsätzliche Aufbau aber ist im Vergleich zum Vorgänger AVC-X3800H weitgehend gleich geblieben:
Ein recht ausladender Trafo befindet sich links vorne, daneben untergebracht wurde der üppige Aluminium-Kühlkörper. Nichicon-Kondensatoren unterstützen die integrierten Class-AB-Endstufen. Auf der Digitalplatine wurde das Layout um einen kleinen Kühlkörper ergänzt, sonst lassen sich keine gravierenden Differenzen hinsichtlich des Layouts ausmachen.
Großzügige, sinnvolle Anschlussauswahl
Teile des Anschlusssortiments haben wir bereits erwähnt, hier folgt nun die genaue Auflistung der vorhandenen Verbindungsoptionen des Denon AVC-X3900H. Sämtliche Terminals auf der Rückseite sind fest und gerade eingepasst, somit ergibt sich aus qualitativer Sicht kein Anlass zur Kritik. Die Breite des Sortiments ist ausgezeichnet, nun kommt die genaue Aufzählung.
Sechs HDMI-Eingänge und drei HDMI-Ausgänge
Es finden sich sechs HDMI-Schnittstellen eingangsseitig sowie drei ausgangsseitig. Drei der Eingänge und zwei der Ausgänge sind in der Version HDMI 2.1 gehalten und 8K-fähig, der Ausgang für Zone 2 ist für 4K-Auflösung geeignet.
Neu hinzugekommen ist die Unterstützung von AMD FreeSync und auch der Pass-Through von 1440p-Auflösung. WQHD mit einer Breite von 1.440 Pixeln ist noch immer die am meisten vorhandene Auflösung unter Gamern, so ermöglicht Denon die Kompatibilität mit der nativen Auflösung bezüglich einer Vielzahl an Gaming-Monitoren.
Die weiteren Anschlüsse
Ergänzt wird das Sortiment von zahlreichen analogen Cinch-Eingängen, zu denen auch der dedizierte Phonoeingang inklusive Erdung für Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer gehört. Zu finden sich zudem ein Trigger Out, Remote Control In/Out und RS-232C. Das Sortiment beinhaltet ebenso vier digitale Eingänge (2x koaxial, 2x optisch), Ethernet und einen USB-Slot (nur für 5V-Stromversorgung).
Erweitert wird diese Auswahl um einen Mehrkanal-Vorverstärkerausgang (11.4) mit gleich vier unabhängigen Subwoofer-Ausgängen – das ist hervorragend und ermöglicht äußerst flexible Optionen für die Basswiedergabe. Im unteren Bereich der Rückseite stoßen wir auf Lautsprecherschraubanschlüsse mit Kunststoffkapsel.
Die typische klare, praktische Kennzeichnung inklusive farblicher Markierung zahlreicher Denon AV-Verstärker und AV-Receiver besitzt der AVC-X3900H ebenfalls.
Neue, beleuchtete Fernbedienung
Anstatt fluoreszierenden Tasten setzt Denon beim AVC-X3900H auf eine Fernbedienung mit einer echten Hintergrundbeleuchtung. Zur Aktivierung der im Detail nicht komplett homogenen Beleuchtung drückt man die seitliche Taste. Wer bereits einen Denon AV-Verstärker besitzt, kennt dies bereits von Fernbedienungen anderer Modelle der Japaner.
Wer beispielsweise den IR-Geber des edlen Denon AVC-A10H einmal verwendete, wird hier viel Bekanntes erkennen, denn Layout und Formfaktor sind identisch. Nur die Oberfläche ist beim großen Denon AV-Verstärker in Aluminium ausgeführt und beim AVC-X3900H in Kunststoff im geschliffenen Alu-Look.
Komfortable Handhabung
Die Fernbedienung ist nicht zu kompakt, aber auch nicht zu sperrig. Elementare Bedienelemente wie beispielsweise Lautstärkeregelung, Eingangswechsel sowie das Navigationskreuz sind ohne Schwierigkeiten mit einer Hand zu erreichen. Die Fernbedienung fügt sich harmonisch in die Hand und die Tasten bieten einen sauber definierten Druckpunkt.
Am unteren Ende der Fernbedienung untergebracht sind die Sound Modi, darüber die Quick Select-Tasten. Mittels dieser kann man mit lediglich einer Taste eine bestimmte Quelle mit voreingestellter Lautstärke und weiteren vorab definierten Parametern ansteuern.
Der Assistent für die erste Einrichtung – leichte Überarbeitungen
Einzel- und Feinheiten hat Denon beim reichhaltig bestückten Installationsassistenten 2026 einer Überarbeitung unterzogen, im Sinne einer größeren Übersicht und eindeutiger Strukturen. Bilanzierend musste hier aber auch nicht viel getan werden, da bereits das bisherige Produkt exzellent war. Jeder einzelne Schritt wird ausführlich erklärt und ist in den meisten Fällen mit zusätzlich durch passende Grafiken ausgeschmückt.
Der Beginn
Vor dem Start der eigentlichen Einrichtung bekommt der Anwender vom AV-Verstärker eine Übersicht der vorhandenen sowie der zusätzlich notwendigen Teile zum erfolgreichem Setup eingeblendet. Nun startet das System von Beginn an, und das heißt beim Aufstellen sowie bei der Positionierung der einzelnen Boxen des gewählten Setups.
Selbst die Kabelkonfektionierung und der Anschluss der Lautsprecher an den AV-Verstärker wird präzise erläutert. Auch die Einbindung der Height- oder Decken-Lautsprecher sowie auch von Dolby Atmos Aufsatzmodulen sind im Assistenten vorhanden und werden verständlich behandelt.
Die Netzwerkintegration und das HEOS-Konto
Selbstverständlich steht der Einrichtungsassistent bei der Netzwerkintegration per Kabel oder per WLAN bereit. Die Einbindung ist auf verschiedene Weisen möglich, beispielsweise mit einem iOS-Gerät, per WPS oder klassisch mit manueller Passworteingabe. Anschließend erfolgt die Kopplung wird auch der AV-Verstärker auch gleich mit dem HEOS-Konto gekoppelt.
Zu bemerken ist in diesem Kontext, dass das HEOS Konto bedauerlicherweise eine Grundvoraussetzung ist. Auch hier kann man seine Kontodaten manuell bereitstellen oder alternativ die App auf dem Smartphone öffnen. Befinden sich beide Geräte bereits im gleichen Heimnetzwerk, wird der AVC-X3900H zügig verknüpft. Zudem kann man auch die TV-Audio-Einrichtung durchführen, der Verstärker unterstützt bei der eARC-Verbindung mit dem Smart-TV.
Audyssey MultEQ XT32
Nach der Aufstellung der Lautsprecher wird die Einmessung des Systems durchgeführt. Wer nicht eine Dirac Live Lizenz kauft, nutzt das serienmäßige Audyssey MultEQ XT32. Der Denon AV-Verstärker teilt auch hier alle notwendigen Schritte mit und erläutert Schritt für Schritt, wie die Einmessung durchführt wird.
Für eine präzise Einmessung ist es möglich, auf das mitgelieferte Stativ zurückgreifen, oder aber, was natürlich mehr Stabilität mit sich bringt das Messmikrofon im Lieferumfang auf ein eigenes Foto-Stativ stellen. Wie üblich wird an 8 Positionen eingemessen und im Anschluss die ermittelten Daten im Verstärker gespeichert.
Detailliere Einsichten möglich
Legt man Wert darauf, kann man alle zusammengetragenen Werte umgehend detailliert betrachten. Was die Erfassung aller Lautsprecher und die Abstände betrifft, hat der AVC-X3900H in unserem Fall sehr exakt und nahezu auf den Zentimeter genau die passenden daten ermittelt. Auch beim Pegel hat Audyssey ordentlich gearbeitet. Natürlich schadet eine Überprüfung nie, sodass man dann, wenn man das Gefühl hat, die ermittelten Werte passen nicht zu 100 Prozent, manuell nachkorrigieren kann.
Das Ende der Erstinstallation
Im weiteren Verlauf des Assistenten ist es möglich, weitere Video- oder Audiokomponenten mit dem AV-Verstärker zu verbinden, das Gerät während dieses Prozesses auch benennen und umgehend prüfen, ob die Verbindung funktioniert.
Zu guter Letzt stellt der Assistent noch einige QR-Codes zu relevanten Apps, wie z.B. die Audyssey MultEQ Editor App, HEOS sowie die Denon AVR Remote und Dirac Live zur Verfügung. Nutzt man die vorgeschlagenen Apps, kann man den AVC-X3900H mit dem Smartphone oder Tablet steuern. Auch, wo man auf die Bedienungsanleitung im elektronischen Format zugreifen kann, wird angezeigt.
Wertvolle Unterstützung
Auch in der neuesten Generation schätzen wir den Denon AV-Einrichtungsassistent als willkommene und komplette Hilfe zur ersten Inbetriebnahme. Auch als Neueinsteiger kommt man ausgezeichnet damit zurecht und ist in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen in der Lage, den AVC-X3900H in Betriebsbereitschaft zu versetzen. Wer zudem nicht alles benötigt, kann Teile davon auch direkt im Assistenten überspringen.
Die nächsten Schritte
In den folgenden Abschnitten gehen wir aufs HEOS-Modul und auf die akustischen Fähigkeiten ein, bevor wir ein Fazit ziehen.
Das HEOS Modul
Zu den Neuerungen betreffend Dolby Atmos via AirPlay 2 und Wireless Surround-Lautsprecher haben wir uns bereits zuvor ausführlich geäußert. Hier betrachten wir die bereits bekannten Aspekte rund ums neue HEOS-Modul. HEOS stellt sich als absolut konkurrenzfähige Musikstreaming- und Multiroom-Plattform dar, die viele wichtigen Funktionen und alle relevanten Netzwerk-Streamingoptionen bietet.
Einfache Handhabung und Personalisierungs-Möglichkeiten
Die App ist in ansprechend hellem Design gehalten und bietet eine sehr gute Übersicht. Wer möchte, kann auch zu einem dunklen Modus greifen. Als sehr nützlich empfinden wir die Möglichkeit, den Home-Bildschirm in gewissem Maße zu individualisieren. Dabei können die einzelnen Kategorien hinsichtlich ihrer Position verändert oder komplett ausgeblendet werden. Erweiterte Playlisten mit bis zu 1.000 Musiktiteln kamen bereits per Update im 2025 hinzu. Auch werden Spotify Connect, Tidal Connect und qobuz Connect unterstützt. Auch der neue AVC-X3900H verfügt wieder über das Roon Ready Zertifikat.
Akustisch nochmals besser
Der AVC-X3900H erfreut uns aus klanglicher Perspektive mit einer exzellenten Qualität, gerade in Anbetracht des Kaufpreises. Bei der englischen Dolby Atmos-Tonspur der beiden Mission Impossible-Teile „Rogue Nation“ und „Fallout“ brilliert der AV-Verstärker mit vielen Tugenden. So zum Beispiel direkt zu Beginn von „Fallout“, als Ethan Hunt intensiv träumt – alle Dialoge ertönen hier klar und facettenreich. Auch, als er aufwacht, es draußen regnet und ein Bote ihm einen neuen Auftrag vorbeibringt, modelliert der AVC-X3900H den niederprasselnden Regen plastisch heraus – das ist klar über Preisklassen-Niveau.
Endstufen mit starkem Antritt
Wenn wir uns Wien-Kapitel von „Rogue Nation“ gehen, liefert der Denon erneut eine sehr gute Detaillierung, zum Beispiel während des Blitzlichtgewitters der Fotografen, als der österreichische Bundeskanzler mit seiner Ehefrau vor dem Wiener Opernhaus ankommt. Oder während der Sicherheitskontrolle, als die Instrumente der Orchestermitglieder überprüft werden.
Aber auch Kraft bei sehr dynamischen Szenen hat der AVC-X3900H, so zum Beispiel wird Puccinis „Turandot“ während der Aufführung mit hervorragender vokaler sowie instrumentaler Lebendigkeit transportiert. Als wenige Minuten später das Attentat auf den österreichischen Bundeskanzler stattfindet und anschließend eine wilde Verfolgungsjagd ihren Lauf nimmt, beeindruckt der Denon mit enormer Standhaftigkeit und Verzerrungsarmut auch bei hohem Pegel.
Sehr musikalisch
Die Auro-3D-Tonspur der Blu-ray „Lichtmond – Days Of Eternity“ ist anerkannt gut. Wir haben uns „Nightflight To Chronos“ (Part 1 und Part 2), „Feel The Spirit“ sowie „Wheel Of Fortune“ angehört, und zwar in Auro-3D 9.1. Hier imponiert uns der Denon eigentlich am meisten.
Ohne Probleme beliefert er große Standlautsprecher (Canton Reference 5 K) mit satter Kraft, auch wenn kein aktiver Subwoofer angeschlossen ist. Er überzeugt mit einer facettenreichen, klaren Darstellung aller kleinen Effekte und sämtlicher vokalen Elemente. Die räumliche Struktur begeistert mit einer enormen immersiven Wirkung, auch in der Überkopf-Ebene.
Akustische Bilanz
Insgesamt stellt der AVC-X3900H unserer Meinung nach wirklich einen klanglich wahrnehmbaren Schritt gegenüber dem Vorgänger dar. Er agiert nochmals impulstreuer, spontaner sowie direkter. Bassgefüge sind machtvoll und zugleich exakt ausgeprägt, Stimmen werden nahtlos ins tonale Gesamtgefüge integriert, sind zugleich aber charismatisch und sehr gut verständlich.
Die authentische, dichte Räumlichkeit ist ebenfalls beeindruckend und nochmals ausgeprägter als beim AVC-X3800H.
Fazit
Auf dem Papier ist der Denon AVC-X3900H eine Evolution und keine Revolution. Betrachtet man den attraktiv gestalteten Neunkanal-AV-Verstärker aber in der Praxis, so können wir in allen relevanten Belangen eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem beliebten Vorgänger wahrnehmen. Die Ausstattung ist absolut zeitgemäß und sinnvoll, sämtliche wichtigen HDMI 2.1 Funktionen sind implementiert. Das praktische HEOS-Modul steht für komfortable, flexible Multiroom- und Streaming-Funktionalität.
Audyssey MultEQ XT32 ist serienmäßig als Room EQ/Lautsprecher-Einmesssystem vorhanden, gegen Aufpreis kann man sich zudem eine Dirac Live-Lizenz kaufen. Mit einem neu gestalteten und vom Funktionsumfang her erweiterten Web-Interface, der praktischen Kanalpegel-Anzeige und der zukünftigen Möglichkeit, nach entsprechendem Firmware-Update Dolby Atmos-Material über AirPlay 2 streamen zu können, werden die Wünsche zahlreicher Kunden erfüllt.
Zudem besteht nach dem Firmwareupdate auch die Möglichkeit, die modernen Wireless Multiroom-Lautsprecher Denon Home 200, Denon Home 400 sowie Denon Home 600 als drahtlose Rear-/Surroundlautsprecher einzusetzen.
Insgesamt ist der Denon AVC-X3900H somit ein gleichermaßen moderner wie leistungsfähiger AV-Verstärker mit einem herausragenden Preis-/Leistungsverhältnis.
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