Denon Home 600 Test – Leistungsstarker, flexibler Wireless-Multiroom-Lautsprecher
- Aufwändiges Konzept
- Optisch ein starker Auftritt
- Bedienelemente direkt am Denon Home 600
- Die Rückseite
- Flexible HEOS-Plattform
- Erste Einrichtung
- Die HEOS-App
- Klangliche Einstellmöglichkeiten
- Eine ganze Anlage verpackt in einem Lautsprecher
- Überzeugende Dolby Atmos-Darstellung
- Präzise und mit sauberer Auflösung
- Fazit
Kürzlich hat Denon drei neue Denon Home-Lautsprecher präsentiert: Den Denon Home 200, den Denon Home 400 und, als Topmodell, den Denon Home 600, der sich bei uns zum Test eingefunden hat. Es handelt sich um einen Wireless-Multiroom-Lautsprecher für 699 EUR, der mit der HEOS-Plattform ausgestattet ist. Unterstützt werden beispielsweise Spotify, TIDAL und qobuz in den Connect-Versionen, AirPlay 2 und Roon /Roon ready.
Interessantes Merkmal – der Denon Home 600 kann Dolby Atmos-Titel wiedergeben, und es sind sogar nach oben abstrahlende Treiber für eine authentische Darstellung integriert.
Aufwändiges Konzept
Gleich acht Verstärkerzüge arbeiten im Inneren des Denon Home 600. Die Treiberbestückung besteht aus zwei 2,5 Zoll-Hochtönern, zwei 2,5-Zoll-Upfiring-Treiber, zwei 2,5 Zoll-Mitteltönern sowie zwei 6,5-Zoll-Tieftönern. Dolby Atmos-Inhalte können mittels der Upfiring-Module realistisch und lebendig präsentiert dargestellt werden.
Bedienelemente direkt am Denon Home 600
Auf der Oberseite des Denon Home 600 befinden sich einige Bedienelemente. Das Bedienfeld ist akkurat eingepasst und sieht gefällig aus. Haptisch überzeugen uns die Tasten ebenfalls, sie sind mit hautfreundlichem Silikon überzogen. Es befinden sich drei Quick Select-Tasten oben, hier kann man schnell auf den Lieblings-Internet Radio-Sender oder auf die favorisierten Playlists zugreifen. Mittig ist ein Bedienelement mit Kreis als Symbol zu sehen. Mit diesem aktiviert man die Sprachsteuerung.
Übrigens: Es gibt einen mechanischen Schalter, um das Mikrofon auf Wunsch komplett zu deaktivieren. Denon hat demnach auch an den Datenschutz gedacht. Zurück zu den Funktionselementen, diese umfassen noch eine Play-/Pause-Taste und eine Lautstärkeregelung.
Die Rückseite
Wie schon angesprochen, wird die Rückseite von einer massiven Aluminiumplatte bedeckt. Im unteren Teil stoßen wir noch auf verschiedene Knöpfe und Buchsen. So befindet sich dort, ganz links, die Connect-Taste zum Aufbau einer Verbindung. Ein 3,5 mm Analog-AUX-Eingang und ein USB-C-Port sind auf der linken Seite ebenfalls vorhanden. Rechts untergebracht wurden die Bluetooth-Kopplungstaste sowie der Kippschalter, mit dem, wie erwähnt, das Mikrofon deaktiviert werden kann.
Flexible HEOS-Plattform
Wie bei Denon- und Marantz-Produkten üblich, verfügt der Denon Home 600 über die hauseigene HEOS-Streaming- und Multiroom-Plattform. Für den Multiroom-Einsatz können bis zu 64 HEOS-Geräte in maximal 32 Hörzonen miteinander verbunden werden. Kompatibel zu HEOS sind sämtliche Denon Home-Lautsprecher sowie beispielsweise auch viele Stereo- und alle Mehrkanal-Verstärker von Denon und Marantz.
HEOS ist zudem zu nahezu allen relevanten Streamingdiensten kompatibel, so zum Beispiel, wie schon in der Einleitung angesprochen, zu Spotify Connect, TIDAL Connect und qobuz Connect. Nutzt man einen der drei Streaming-Services, benötigt man die HEOS-App gar nicht mehr, sondern man ist in der Lage, den Denon Home 600 gleich von der jeweiligen App des Anbieters als Wiedergabegerät auszuwählen und anzusteuern.
Roon Ready und Apple AirPlay 2 gehören ebenso wie die Internet Radio-Plattform Tune In zu den HEOS-Merkmalen.
Erste Einrichtung
Innerhalb der HEOS-App wählen wir die Option „Gerät hinzufügen“ und wählen anschließend zunächst den Hersteller unseres Wireless-Lautsprecher aus. Dann bestimmen wir die Kategorie und nehmen hier „Lautsprecher“. Dann werden zur HEOS-App kompatible Lautsprecher angezeigt, und wir suchen uns den Denon Home 600 aus. In unserem Falle mit Hilfe des iPhones wird dann die erste Inbetriebnahme durchgeführt.
Wichtig ist, dass am Smartphone Bluetooth aktiviert sein muss. Leuchtet im nächsten Schritt die Statusanzeige am Denon Home 600 durchgängig gelb, können wir die Installation fortsetzen. Jetzt wird die Connect-Taste links auf der Rückseite des Wireless Multiroom-Lautsprechers gedrückt.
Wenn anschließend die LED an der Front grün blinkt, steht zunächst die Verbindung über Bluetooth. In den weiteren Schritten erfolgt dann die Einbindung ins WLAN und wir können den Denon Home 600 final hinzufügen und ihm auch einen Namen nach Wunsch geben. Insgesamt läuft der Prozess der ersten Inbetriebnahme flüssig und problemlos ab.
Die HEOS-App
Die HEOS-App im modernen, frischen Design bietet eine umfangreiche, vom Anwender anpassbare Startseite, auf der zum Bespiel die letzten genutzten Quellen/Inhalte, HEOS-Favoriten-Sender oder auch Musikdienste aufgelistet werden. Auch andere Quellen, wie beispielsweise das Smartphone mit der auf ihm befindlichen Musikbibliothek, Medienserver oder USB-Speichergeräte können innerhalb des HEOS-Systems verwendet und über die App gesteuert werden. Ebenso ist es möglich, die weiter oben im Artikel erwähnten Bedienelemente oben am Gerät zu konfigurieren.
Klangliche Einstellmöglichkeiten
Innerhalb der App befinden sich auch zahlreiche Möglichkeiten, die akustische Leistungsfähigkeit zu optimieren und zahlreiche Parameter nach eigenem Gusto anzupassen. Zunächst ist die Aufstellung des Lautsprechers zu klären. Hier gibt es drei Auswahlmöglichkeiten: Entfernt von Wänden, In der Nähe einer Wand oder in der Nähe von zwei Wänden.
Zusätzlich vorhanden sind verschiedene Toneinstellungen. Vorhanden sind zwei Klangmodi, Auto (gleicht den Klang für alle Eingänge und Formate entsprechend an) und Pure (eliminiert die interne Surround-Signalverarbeitung für reine Stereowiedergabe). Im Auto-Modus ist der Anwender dann in der Lage, Bässe und Höhen wie die fürs räumliche Abbild zuständigen Positionen Breite und Höhe nach den eigenen Vorstellungen zu justieren.
Eine ganze Anlage verpackt in einem Lautsprecher
Die Überschrift mag nun arg euphorisch klingen, aber mit dem Denon Home 600 haben die Japaner ein akustisches Statement geschaffen. Gerade dann, wenn man Dolby Atmos-Titel beispielsweise von TIDAL zuspielt, sind die Höreindrücke hervorragend. So zum Beispiel bei „Bad Guy“ von Billie Eilish. Ohne, dass Billies charakteristische Stimme unpräzise definiert wäre, baut sich ein in Weite und Tiefe sowie Höhe großzügig dimensionierter Raum auf, und besonders hat es uns überrascht, wie gut der Denon Home 600 in der Lage ist, den Klang von den Chassis zu lösen und homogen auch im mittelgroßen Raum über 20 Quadratmeter zu präsentieren.
Überzeugende Dolby Atmos-Darstellung
Eine wahre Wucht ist auch der Star Wars-Main Title, legendär und komponiert von John Williams. Hier erleben wir eine feine, äußerst passende räumliche Ausprägung, auch in der Überkopf-Ebene, und eine tadellose Differenzierung der unterschiedlichen musikalischen Ebenen des Orchesters.
Für einen Wireless Multiroom-Lautsprecher, der schließlich keine High End-Klangansprüche erfüllen möchte, erweist sich die Auflösung über den gesamten Frequenzbereich als richtig gut. Der Nachdruck im Bassbereich ist überragend, der Tiefgang für einen doch eher kompakten Lautsprecher auf hohem Niveau. Das gilt auch für die Pegelfestigkeit, die in der Preisklasse des Denon Home 600 Maßstäbe setzt.
Auch beim Techno-Track „The Realm“ von Charlotte de Witte erzielt der Denon Home 600 eine ausgezeichnete räumliche Wirkung und befördert kleine elektronische Effekte mit erstaunlicher Plastizität in den Hörraum. Deutlich erhöhte Pegel sind auch hier wieder kein Problem, vielmehr macht es auch aufgrund der homogenen, nie zu harschen Auslegung richtig Spaß, den Denon Home 600 herauszufordern.
Präzise und mit sauberer Auflösung
Wenden wir uns jetzt konventionellen Titeln zu und testen auch die Pure-Schaltung. Hier ist natürlich die Räumlichkeit weniger deutlich ausgeprägt, dafür klingt Diana Kralls Stimme bei „The Look Of Love“ sehr fein, klar und präzise. Auch das Klavier erweist sich als tonal solide, und der gesamte Aufbau des Stücks gelingt dem Denon Home 600 gut. Die 2011er Remaster-Version des Queen-Klassikers „Radio Gaga“ hören wir wieder mit der Auto-Signalverarbeitung – und eine breite, zugleich realistische virtuelle Bühne und eine überraschend saubere Ausprägung von Freddie Mercurys Stimme sind hier die Pluspunkte.
Sehr gut gefällt uns der Denon Home 600 bei „La Donna Invisible“ von Till Brönners Album „Italia“. Mit viel Esprit und einer exakten Ausarbeitung von Tills Trompete erbringt der Denon Home 600 erneut eine Leistung, die man einem solchen aktiven Lautsprecher nicht zugetraut hätte. Die klangliche Auslegung ist wieder harmonisch und rund, ohne dabei jemals ins Monoton-Langweilige abzudriften.
Fazit
Der Denon Home 600 erweist sich als extrem leistungsstarker, hochwertiger Wireless Multiroom-Lautsprecher. Er sieht elegant aus und fügt sich nahtlos in viele Wohnräume ein, ganz gleich, ob diese eher modern oder klassisch gestaltet sind. Die Ausstattung ist aufwändig und umfangreich, so gibt es gleich acht eingebaute Verstärkerzüge, echte Upfiring-Lautsprecher für eine authentische Dolby Atmos-Wiedergabe, und die Kompatibilität beispielsweise zu Roon Ready sowie zu Spotify, TIDAL und qobuz in den Connect-Versionen.
Der kräftige, klar definierte und räumlich hervorragende Klang sorgt tatsächlich für Begeisterung, was wir bei einem Gerät dieser Produktkategorie so nicht erwartet hätten.
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