Eversolo Play Test - Kompakter Streaming-Verstärker mit Top-Ausstattung, Raumkorrektur und starkem Klang zum günstigen Preis
- Kompakte Abmessungen und edle Optik
- Exzellente Verarbeitungs- und Materialqualität
- Umfangreiche Streamingoptionen
- Keine Fernbedienung im Lieferumfang
Fazit:
Eversolo beweist mit dem kompakten Streaming-Vollverstärker eindrucksvoll, warum das Unternehmen auch in Deutschland so erfolgreich ist.
- Sehr leistungsfähig
- Meister der Netzwerk-Funktionalität
- Selbst entwickeltes Bibliotheksverwaltungssystem
- Fürs investierte Geld hervorragende Verarbeitung
- Mit HDMI-ARC und Subwoofer-Pre-Out
- Erstklassiges, großes Touchdisplay
- Die Einrichtung am Gerät und die Möglichkeiten mit der Eversolo-App
- Starten und Homescreen der App
- Die Menüs in der Übersicht
- Umfangreiche Einstellmöglichkeiten
- Evotune Room-EQ
- Der Prozess der Einmessung
- Viele Funktionen der Raumkorrektur
- Kleiner Verstärker, großer Klang
- Tadellose Phonostufe
- Fazit
Eversolo ist mittlerweile vielen HiFi-Fans ein Begriff, vor allem dank der hochentwickelten Streamer, die das Unternehmen auf den Markt bringt und die seit einigen Jahren auch in Deutschland immer beliebter werden. Nun sind in der letzten Zeit noch weitere Komponenten hinzugekommen, darunter Endstufen, ein D/A-Wandler, ein kompakter Streaming-Verstärker und sogar ein Paar passiver Lautsprecher.
Hochwertige Verarbeitung, umfangreiche Ausstattung, moderne Technik und ein überraschend günstiger Preis: Das ist Eversolos Erfolgsrezept. Ob wir diese Tugenden allesamt im hier getesteten Play für 699 EUR vorfinden, klärt unser Testbericht.
Sehr leistungsfähig
Der Eversolo Play ist äußerst kompakt gehalten. Daher passt es perfekt, dass im Inneren digitale Class D-Endstufen arbeiten. Diese haben im Vergleich zu den analogen Pendants einen deutlich geringeren Platzbedarf, was auch daran liegt, dass aufgrund der geringen Verlustwärme große passive Kühlkörper nicht notwendig sind. Pro Kanal werden sehr respektable Leistungswerte von 110 Watt an 4 Ohm und von 60 Watt an 8 Ohm erzielt.
Zudem legt man bei Eversolo auch auf eine präzise digital-analoge Wandlung wert. Daher arbeitet im Inneren ein AK4493 DAC-Chip. Damit sich die Akustik des Raums nicht unangenehm bemerkbar macht, verfügt der Play über Eversolos im Haus entwickelte evotune-Raumkorrektur.
Meister der Netzwerk-Funktionalität
Die Leistungsfähigkeit zeigt sich auch in Bezug auf die außergewöhnlich vielseitigen Streaming-Optionen. So sind beispielsweise TIDAL Connect, Spotify Connect sowie qobuz Connect vorhanden, hinzu kommen TuneIn Internet Radio, Amazon Music, Apple Music und Deezer. Das Roon Ready-Zertfifikat bringt der Play auch mit, daher ist eine nahtlose Zusammenarbeit mit der Roon Multiroom-/Musikorganisationssoftware möglich.
Der Play ist gerüstet für drahtloses Streaming (WLAN und Bluetooth), ebenso aber gibt es eine RJ45 Ethernetbuchse für die kabelbasierte Einbindung ins Netzwerk. Das Gerät ermöglicht zudem den Zugriff auf die Netzwerk-Cloud, einschließlich UPnP und WebDAV, sowie die Zusammenarbeit mit lokalen NAS- oder Cloud-Speichern.
Selbst entwickeltes Bibliotheksverwaltungssystem
Eversolo hat zudem ein Bibliotheksverwaltungssystem selbst entwickelt, das plattformübergreifend eine komfortable Verwaltung von Musikdateien ermöglicht. Eine clevere Suchfunktion stellt sicher, dass man schnell den gesuchten Song aus unterschiedlichen Online-Quellen findet. Auch die Errichtung eines Multiroom-Systems aus verschiedenen Eversolo-Playern in unterschiedlichen Hörzonen ist möglich.
Sämtliche Funktionen lassen sich von der Eversolo-App aus bedienen, die wir später genauer vorstellen werden. Eine Fernbedienung befindet sich nicht im Lieferumfang.
Fürs investierte Geld hervorragende Verarbeitung
Das CNC-gefräste Gehäuse mit leicht gerundeten Ecken wird aus einer besonders festen und langzeitstabilen Aluminiumlegierung gefertigt. Zudem verfügt das sehr penibel gearbeitete Gehäuse über eine sehr gute Abschirmwirkung, damit die empfindliche Audiosignalübertragung nicht durch externe Störquellen behindert wird.
Der Sockel des Play weist einen passiven Kühlkörper über die gesamte Fläche auf, damit alle Komponenten, auch die oftmals stark belasteten DAC- und DSP-Chips, stets im optimalen Temperaturbereich arbeiten können. Unter dem Play sitzen solide und passend dimensionierte Gerätestandfüße.
Mit HDMI-ARC und Subwoofer-Pre-Out
Sehr gut verarbeitet und mit hochwertigen Lautsprecherkabel-Schraubanschlüssen versehen, präsentiert sich die Rückseite des Play. Das Anschlussangebot wird von uns als modern sowie praxisgerecht wahrgenommen. Zunächst vorhanden ist ein Netzschalter zur kompletten Trennung des Geräts vom Stromkreislauf. Daneben sitzt der Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss.
Es folgen oben Trigger-In, HDMI-ARC sowie ein optischer nebst einem koaxialen Digitaleingang. Es schließen sich ein Cinch-Line-In-Eingang und ein dedizierter Phonoeingang an. Großes Lob an dieser Stelle an den Hersteller, denn der Phonoeingang plus der zugehörigen Phonovorstufe ist nicht nur, wie meist, ausschließlich für MM-Tonabnehmersysteme geeignet, sondern unterstützt auch die MC-Variante. Weitere Anschlussmöglichkeiten umfassen Gigabit-LAN (RJ45) sowie USB-A 3.0 zum Anschluss externer Festplatten sowie einen USB-A Audioausgang.
Erstklassiges, großes Touchdisplay
Die Front wird von einem einzigen Drehregler links und von einem 5,5 Zoll messenden Touchdisplay dominiert. Mittels des Displays, das sehr gut auf Touch-Befehle anspricht, kann man die Erstinstallation problemlos durchführen, zudem ist mittels klar gekennzeichneter Symbole der schnelle Zugriff auf alle Streaming- und Cloudservices, die sonstigen angeschlossenen Quellen und auf die Geräteinstellungen möglich.
Eversolo hat alles konsequent übersichtlich gegliedert: Musikdienste, Funktionen, Apps, Cloud sowie Einstellungen. Daher findet man sich bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit problemlos zurecht.
Die Einrichtung am Gerät und die Möglichkeiten mit der Eversolo-App
Der Eversolo Play bringt einen Assistenten für die erste Einrichtung mit, und diese kann sofort am Gerät mittels des großen Touch-Displays erfolgen. Im Verlauf der ersten Inbetriebnahme werden die gewünschte Sprache, der Standort und das Netzwerk ausgewählt, in das der Streaming-Vollverstärker eingebunden werden soll. Im Anschluss erfolgt die Verbindungsaufnahme mit der App, damit der Play mit dem Smartphone bedient werden kann.
Starten und Homescreen der App
Öffnen wir nun die App. Hier sucht man zunächst das passende Eversolo-Gerät aus einem Menü aus, in unserem Falle nehmen wir den Play. Danach wird der Vollverstärker gesucht – und schnell gefunden. Auf der Geräteübersicht der App, die im Folgenden zu sehen ist, kann man sehen, was gerade über den Play wiedergegeben wird. Es ist zudem möglich, direkt ins Einstellmenü zu gelangen.
Im Hauptmenü der App, das wir als nächstes vorstellen, kann man auf die EQ-Funktionen zugreifen, die Lautstärke regeln und als Kacheln sind die folgenden Submenüs dargestellt: Source (Quelle), Music Library (Musikbibliotheken), Files (Dateien), Streaming, Screen (Display) und Settings (Einstellungen). Ergänzend hinzu kommen, scrollt man weiter herunter, „Correction“ (Raumkorrektur) und „My Favourites“ (Hinterlegte Favoriten).
Die Menüs in der Übersicht
Im Menü „Source“ kann man dann auf sämtliche Anschlüsse/Quellen zugreifen, und unter „Music Library“ ist es möglich, favorisierte Titel, Alben etc. abzurufen. Unter „Files“ erscheint ein Menü, mit dessen Hilfe man auf Musikdateien zugreifen kann, die entweder im Gerät selbst (32 GB Speicher) oder auf anderen Systemen (z.B. NAS oder Home Server) beziehungsweise auf CD-Rom (externes Laufwerk erforderlich oder den Play CD Edition für 799 EUR mit integriertem CD-Laufwerk kaufen) abgelegt sind.
Im Menü „Streaming“ kann man dann auf die ganzen kompatiblen Streamingdienste zugreifen. Für TIDAL, Spotify und qobuz benötigt man die App nicht. Dank der Tatsache, dass Eversolo für alle drei großen Streamingdienste die Connect-Versionen integriert, kann man direkt aus der App des jeweiligen Musik-Streamingservices auf den Play als Wiedergabegerät zugreifen.
Unter „Streaming“ findet man zudem auch die ganzen Cloud-Speicherdienste wie WebDAV oder Dropbox. Vorsicht – hier sind bei den Zugriffsmöglichkeiten noch Beta-Versionen zahlreicher Dienste vorhanden und noch nicht die finalen Varianten.
Umfangreiche Einstellmöglichkeiten
Es folgen die „Settings“: Audio – Eingang und Ausgang, Coax-Ausgang, USB-DAC-Ausgabe, ARC-Modus, Phono-Eingang, Maximale Lautstärkebegrenzung, Start-Lautstärke (leider falsch als (Start-Volumen“ übersetzt) und Lautstärke-Abstufung. Darunter dann folgt „Abspielen“ mit Funktionen wie zum Beispiel CD-Autoplay, Gapless Playback oder Wiedergabe mit der Zurück-Taste zurücksetzen.
Dann kommt der Punkt „Anzeige“. Dort finden sich beispielsweise Regler zum Justieren der Helligkeit des Touchscreens, oder die verschiedenen Optionen (zahlreiche Layouts verfügbar), möchte man VU-Meter auf dem Front-Touchscreen sehen. Unter dem Oberbegriff „Allgemein“ sind dann zum Beispiel Sprache, Eingabemethode oder die Aktivierung eines Energiesparmodus zu finden.
Evotune Room-EQ
Ebenfalls in der App enthalten ist der Zugriff auf das evotune-Einmesssystem. Das System bietet eine exakte Analyse der Raumakustik vor Ort und optimiert danach mittels Filtern im FIR (Finite Impulse Response) Design die raumakustischen Bedingungen.
Evotune garantiert eine Echtzeitverarbeitung im Millisekundenbereich und nutzt parallel arbeitende Algorithmen. Durch die enorme Leistungsfähigkeit des Systems sind schnelle, zugleich exakte Messungen möglich.
Der Prozess der Einmessung
Man wird innerhalb der App Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess begleitet. Zuerst wird die bestmögliche Hörposition ausgewählt. Dann wird das Mikrofon, das verwendet wird, festgelegt. Wir nehmen das Mikrofon unseres iPhones. Es sollte ruhig im Raum während der Einmessung sein, und der Anwender muss dem evotune-System erlauben, aufs Smartphone-Mikrofon zuzugreifen.
Es folgen verschiedene Steps, so erfolgt zum Beispiel die Messung der Umgebungsgeräusche im Hörraum, es folgt die Messung für jeden der beiden Stereokanäle einzeln. Wer möchte, kann auch eine kombinierte Messung für beide Kanäle durchführen, exakter aber ist natürlich die separate Einmessung jedes Kanals. Das evotune-System sendet verschiedene Testtöne aus, und im Anschluss werden die zur Analyse des Hörraums passenden Filter definiert.
Viele Funktionen der Raumkorrektur
Man kann sich die Messkurve und die Auswirkungen des Filterdesigns auch grafisch auf dem Smartphone innerhalb der Eversolo-App anschauen. Generell hat man dann zwei Optionen, wie es weitergeht. Entweder man nutzt das FIR Mode Design, oder man geht noch einen Schritt weiter zum „PEQ Mode Design“, diese Option kam im Rahmen eines Firmware-Updates Ende 2025 dazu. In diesem Modus werden die bestehenden Raumkorrektur- und DSP-Funktionen noch um weitere Möglichkeiten zur Abstimmung im Detail durch den Anwender erweitert.
Kleiner Verstärker, großer Klang
Die akustische Leistung steht beim Eversolo Play im Gegensatz zu den kleinen Abmessungen. Der kleine Streaming-Vollverstärker fühlt sich an den Canton GLE 80 S2-Lautsprechern, die wir verwendet haben, sichtlich wohl und erzeugt auch bei bassgewaltigen Tracks wie „Universal Nation“ von Push einen soliden Nachdruck. Klar, Wunder darf man bei der Basswiedergabe nicht erwarten, aber für Preisklasse und Gerätekategorie schlägt sich der Play sehr gut.
Mit Stimmen kann er ebenfalls tadellos umgehen, und zwar mit weiblichen wie mit männlichen: Das beweist er bei „The Look Of Love“ von Diana Krall und bei „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“, gesungen von Startenor Jonas Kaufmann. Ordentlich kommt er auch mit dem sehr dynamischen und leicht aggressiven „Land Of Confusion“ in der Coverversion von Disturbed klar.
Tadellose Phonostufe
Die Phonostufe ist für die Preisklasse ebenfalls absolut gelungen. Wir spielen vom Thorens TD 403 DD mit Ortofon 2M Blue MM-Tonabnehmer und TP-150 Tonarm „Did Trouble Me“ von Tom Jones zu, und wir sind sehr angetan von der feindynamisch erstaunlich klaren Darstellung, dabei kommen sowohl vokale als auch instrumentale Details gut heraus.
Bei „Ain’t No Sunshine“ der leider 1996 verstorbenen Eva Cassidy bietet uns der Play wieder eine sensible Stimmpräsentation an, und liefert darüber hinaus aussagekräftige instrumentale Konturen.
Bilanzierend handelt es sich beim Eversolo Play um einen richtig talentierten, kompakten Streaming-Vollverstärker, der akustisch auf Klarheit und eine angenehme, räumlich realistische Darstellung abgestimmt wurde.
Fazit
Eversolo beweist mit dem kompakten Streaming-Vollverstärker eindrucksvoll, warum das Unternehmen auch in Deutschland so erfolgreich ist. Eine schicke Optik, kleine Abmessungen, eine enorm hochwertige Verarbeitung und eine üppige Ausstattung – und das ganze Paket zum erstaunlichen Preis - sind wertvolle Pluspunkte.
Kräftige Endstufen, die an 4 Ohm pro Kanal 110 Watt freisetzen, loben wir ebenso wie die praxisgerechte Anschlussbestückung und die hohe Anzahl an möglichen Streaming-Optionen.
Der Play klingt zudem richtig erwachsen, detailliert gut und eignet sich dank seiner ausgewogenen akustischen Auslegung für praktisch jeden Musikstil. Insgesamt setzt der Eversolo Play die Produkte bereits länger fest etablierter Marken gehörig unter Druck, denn er besitzt zahlreiche Stärken, aber nahezu keine Schwächen.
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