Inakustik Referenz LS-204 XL Micro AIR Test - Neutral, detailreich und räumlich überzeugend
- Enorm detailreicher Klang
- Stimmwiedergabe präzise und charismatisch
- Authentische Räumlichkeit
- Für Erlebnishörer etwas schlanker Bassbereich
Fazit:
Das Inakustik Referenz LS-204 XL Micro AIR tut das überzeugend, wozu ein Lautsprecherkabel gedacht ist: Es überträgt Signale neutral und authentisch.
Vom renommierten Kabelexperten Inakustik stammt das Lautsprecherkabel Reference LS-204 XL Micro AIR. In 2 x 3 Meter Länge, konfiguriert mit rhodierten Bananensteckern, liegt der Preis bei 926 EUR. Und technologisch ist unser Testkabel typisch für den Anbieter aus Süddeutschland: Wie schon bei den AIR Helix-Kabeln, mittlerweile schon fast legendär, ist Luft ein elementarer Bestandteil das Isolationskonzept betreffen.
Das „Geheimnis der Luft“
Warum setzt Inakustik auf Luft? Die Experten stellen zunächst fest, dass sich Naturgesetze nicht umgehen lassen – vielmehr kann man sie nur clever einsetzen. Aber beginnen wir von vorne. Jedes Kabel hat aufgrund der Naturgesetze „parasitäre Effekte“. Diese umfassen beispielsweise die Kapazität, demnach die Tatsache, dass auch ein Kabel wie eine Batterie oder ein Akku Energie zwischenspeichert, die Abgabe der gespeicherten Energie erfolgt dann zeitversetzt. Die Folge ist ein störender Effekt, der die Übertragungsqualität von Audiosignalen einschränkt.
Die Leistungskapazität hat man sich als physikalisches Phänomen vorzustellen – die Größe ist aber beileibe nicht immer gleich, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab. Enormen Einfluss nimmt das Isolationsmaterial, auch Dielektrikum genannt, das in der Lage ist, die Kapazität nicht nur geringfügig, sondern um ein Vielfaches zu steigern. Luft bringt diese Eigenschaft nicht mit – und eignet sich daher perfekt als Isolator.
Einen wichtigen Bestandteil von Inakustiks Micro AIR-Technologie stellt eine komplex aufgebaute und rautenförmige Struktur dar. Durch die Art dieser Konstruktion kann der Abstand zwischen den Leitern erhöht werden, und es steigt der Luftanteil in der Isolation. So können den Klang negativ beeinflussende Kapazitäten erfolgreich reduziert werden – und das Audiosignal ertönt klarer, reiner und fundierter.
Luft ist jedoch nicht alles: Wegen den geringen Impedanzen der Lautsprecher müssen bei Konzeption und Herstellung eines Lautsprecherkabels aber auch geringe Leitungswiderstände und auch ein geringer Induktivitätsbelag von großem Interesse.
Sechs konzentrische Kupfer-Leiter
Bei Inakustik nimmt man diese Vorgaben sehr ernst. Daher verwenden die Klang-Ästheten aus dem Breisgau-Hochschwarzwaldkreis als Ergänzung zum Luft-Dielektrikum insgesamt sechs Concentric-Copper (Kupfer) – Leiter. Die Anordnung folgt einem präzise festgelegten Schema, das aus einer mehrlagigen exakten Anordnung der Drähte in mehreren Lagen besteht. Durch diesen Aufbau schafft es Inakustik, unregelmäßige Kontaktstellen zwischen den Drähten zu reduzieren, was einen harmonischeren Signalfluss als direkte Folge hat.
Laufzeitunterschiede können auf ein Minimum herabgesetzt werden, und die Impulstreue auch bei kleinen, zeitlich stark begrenzten Impulsen ist hervorragend, das Gleiche gilt für die Räumlichkeit. Damit das hochreine Kupfer optimal vor Sauerstoff geschützt wird, trägt Inakustik eine dünne Polyethylenschicht auf, daher kommt es nicht zur Oxidation.
Vorteile der Mehrkern-Architektur
Technischer Vorteil dieses Aufbaus in der Praxis ist, dass sich aufgrund der erwähnten Mehrkern-Auslegung die Magnetfelder der Plus- und Minusleiter überlappen und neutralisieren. Auf diese Weise kann die Induktivität des Kabels herabgesetzt werden – und das Audiosignal wird direkt und ohne störende Einstreuungen über einen breiten Frequenzbereich wiedergegeben, was man, das verraten wir an dieser Stelle schon, auch im Praxisbetrieb später merkt: Ein ausgewogener akustischer Charakter, der auch ein äußerst exaktes Timing beinhaltet, sowie ein stets hörbares, Souveränität ausstrahlendes Fundament: Das sind die Schwerpunkte von Inakustik.
OPC-Leiter
Der Hersteller fügt noch hinzu, dass Kupfer direkt nach Silber – normale Bedingungen vorausgesetzt – der beste elektrische Leiter ist. Ganz besonders, wenn man einen Vergleich zu kostengünstigem CCA (Copper Coated Aluminium) zieht, ist der Leitwert bei Kupfer deutlich besser, und auch die mechanische Belastbarkeit liegt erheblich höher. Die Leiter unserer Testkabel sind daher aus hochreinem, sauerstofffreien OFC (Oxygen Free Copper) Kupfer gefertigt.
Die Rahmenbedingungen
Nun sind wir natürlich gespannt: Wie klingt das LS-204 XL Micro AIR in der Praxis? Wir haben uns bestens bekanntes Testequipment verwendet, und zwar den Luxman L-509Z, den Audiolab 9000 N Netzwerkplayer/Streamer und die DALI EPIKORE 7 als Lautsprecher. Natürlich ist unser Testraum akustisch behandelt, damit wir den Klang auch unter möglichst neutralen Rahmenbedingungen untersuchen können. Und das einfach zu handhabende, sehr präzise gefertigte Kabel muss unseren Testparcours mit vier sorgfältig ausgesuchten Musikstücken überstehen, bevor feststeht: Das, was ein Lautsprecherkabel machen soll, erledigt das LS-204 XL souverän, nämlich einen Klang möglichst nahe am Original bieten zu können.
Der sehr klar und fein sowie immer auf einem Niveau exzellenter Natürlichkeit aufspielende Vollverstärker Luxman L-509Z hat enorme Leistungsreserven bereit, und erweist sich als extrem talentierter Feindynamiker. Daher ist er im Verbund mit den homogen und exakt arbeitenden EPIKORE 7 bestens dazu geeignet, den Charakter des Inakustik Referenz XL-204 Micro AIR herauszustellen.
Neutral und detailreich
Bei Eva Cassidys Klassiker „Ain’t No Sunshine“ erweist sich das XL-204 Micro AIR als neutral und frisch in den Höhen, und als straff im Bass. Tieffrequente Strukturen kommen sehr präzise heraus, mit eher schlankerem Volumen, das Ganze wird aber mit einem sehr guten Tiefgang kombiniert. Aus räumlicher Sicht bleibt das Inakustik-Kabel seiner Auslegung treu und stellt einen hinsichtlich Weite und Tiefe realistisch ausgeprägten Raum zur Verfügung. Evas Stimme wirkt fokussiert, feine Einzelheiten der vokalen Konturen werden mit hoher Impulstreue präsentiert.
Bei unserem zweiten Titel, „Resonance“ von Boris Blank (Hauptvorteil ist hier die hervorragende Qualität des Quellmaterials) überzeugt uns der Tiefbassbereich mit sehr guter Struktur und wieder mit einem ausgeprägten Tiefgang. Ultraschnelle Impulsantworten auch bei kleinen akustischen Feinheiten sowie ein hohes Maß an Homogenität sind ebenso Vorzüge wie die präzise Unterscheidung der einzelnen akustischen Ebenen.
Beim legendären „Imperial March“ von John Williams, weltweit bekannt aus „Star Wars“ und in unserem Fall gespielt von den Wiener Philharmonikern, hören wir auch hier eine exakte Darstellung heraus, in der jedes Instrument räumlich klar zu orten ist. Der Hochtonbereich erweist sich als natürlich, transparent und im richtigen Maß brillant. Im Frequenzkeller trifft das Referenz LS-204 XL Micro AIR exakt den richtigen Punkt, bringt aber auch bei diesem Stück ein eher schlankeres Volumen mit. Ein besonderes Lob geht an die Darstellung der Streicher, sie ertönen glasklar, nie zu scharf und fein nivelliert.
„West End Girls“ von den Pet Shop Boys kennt jedes „Kind der 80er Jahre“, und die 2023er Remaster-Version erfüllt endlich auch aus akustischer Sicht hohe Ansprüche. Und diese sehr ansprechende Qualität des Quellmaterials setzt unser Testkabel bereits ab Beginn enorm detailreich um, der Bass tritt hart und sehr genau den Punkt treffend auf. Die Räumlichkeit ist wieder in Weite und Tiefe auf maximalen Realismus ausgelegt. Neil Tennants Stimme weist zudem viele Details auf und löst sich ausgezeichnet von unseren DALI EPIKORE 7.
Fazit
Das Inakustik Referenz LS-204 XL Micro AIR tut das überzeugend, wozu ein Lautsprecherkabel gedacht ist: Es überträgt Signale neutral und authentisch. Dadurch eignet sich das Kabel auch perfekt für sämtliche Musikstile. Mit der sauberen Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich sind auch äußerst anspruchsvolle Anwender glücklich mit dem hochpräzise gefertigten Referenz LS-204 XL Micro AIR. Der Preis geht für die hervorragende akustische Leistung auf jeden Fall in Ordnung, die Verarbeitung wirkt langlebig und hochwertig.
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