Klipsch The Sevens II Test - Vielseitige Aktivlautsprecher mit HDMI 2.1, Dirac Live und Dolby Atmos
- Hohes Auflösungsvermögen
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Beleuchtete Fernbedienung
- Keine integrierte Plattform für Internetradio
Fazit:
In der Summe sind die Klipsch The Sevens II eine bemerkenswert vielseitige Lösung für alle, die hochwertige Musikwiedergabe, TV- und Filmton sowie Streaming in einem kompakten Aktivlautsprecher-System zusammenführen möchten.
Die Klipsch The Sevens II sind die nächste Generation des erfolgreichen Aktivlautsprechers-Konzepts, das der Hersteller zum 80. Firmenjubiläum präsentiert. Die vergleichsweise kompakten Zweiwege-Lautsprecher verbinden die charakteristische, hornbasierte Klangphilosophie des amerikanischen Herstellers mit einer komplett neu entwickelten Elektronikplattform von Onkyo. Ergänzt durch moderne Technologien wie Dolby Atmos und integrierter Dirac Live Raumkorrektur, die eine besonders immersive und an den jeweiligen Hörraum angepasste Wiedergabe ermöglichen sollen.
Akustisch setzt Klipsch weiterhin auf seine patentierte Tractrix-Horntechnologie. Bei der The Sevens II ist das Horn in eine einteilige BMC-Schallwand integriert, die durch ihre hohe Steifigkeit unerwünschte Resonanzen reduzieren und durch die abgerundete Form gleichzeitig die Schallabstrahlung erweitern soll. Für den Tiefton kommt ein 6,5-Zoll-Jet-Cerametallic-Tieftöner zum Einsatz.
Auch bei der Ausstattung präsentieren sich die The Sevens II ausgesprochen vielseitig. Neben HDMI 2.1 mit eARC stehen zahlreiche weitere Schnittstellen bereit. Ein integrierter Phono-Vorverstärker ermöglicht zudem den direkten Anschluss eines Plattenspielers. Für die drahtlose Musikwiedergabe sind Google Cast, Apple AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und Roon Ready an Bord. Die beiden Lautsprecher verbinden sich untereinander drahtlos.
Die Einrichtung und Konfiguration erfolgt über die neue Klipsch Connect Plus App. Hier lässt sich unter anderem die Dirac Live Raumkorrektur durchführen, die über das mitgelieferte Mikrofon den Hörraum analysiert und die Wiedergabe entsprechend anpasst. Gleichzeitig bleiben klassische Bedienelemente erhalten und auch eine Fernbedienung ist im Lieferumfang enthalten.
Im Test prüfen wir, wie überzeugend die Kombination aus Klipschs bewährter Horntechnik, moderner Onkyo-Elektronik, umfangreicher Konnektivität und Dirac Live in der Praxis funktioniert - und ob die The Sevens II tatsächlich den Anspruch erfüllen, ein vollwertiges HiFi- und Entertainment-System auf besonders kompakter Basis zu ersetzen.
Klipsch The Sevens II im Test: Kurzfazit
Die Klipsch The Sevens II erweisen sich im Test als ausgesprochen vielseitiges Aktivlautsprecher-System, das klassische HiFi-Anwendungen mit modernen Streaming- und Entertainment-Funktionen verbindet. Klanglich überzeugen die Lautsprecher mit hoher Auflösung, ausgeprägter Dynamik, kontrolliertem Tiefton und der für Klipsch typischen direkten Spielweise. Gleichzeitig erweitern Dolby Atmos und Dirac Live den Einsatzbereich deutlich über klassisches Stereo hinaus.
Auch bei der Ausstattung lassen die The Sevens II kaum Wünsche offen. HDMI 2.1 mit eARC, Phono-Eingang, zahlreiche analoge und digitale Schnittstellen sowie Google Cast, AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und Roon Ready machen das System ausgesprochen flexibel. Die gelungene Integration von Dirac Live in die Klipsch Connect Plus App rundet das Konzept ab.
Die wichtigsten Fakten zu den Klipsch The Sevens II
- Aktives Zweiwege-Lautsprechersystem mit separater Verstärkerelektronik in beiden Lautsprechern
- 25-mm-LTS-Titan-Hochtöner mit patentiertem Tractrix-Horn
- 165-mm-Cerametallic-Tiefmitteltöner
- Neu entwickelte Onkyo-Elektronikplattform
- Dirac Live Raumkorrektur mit integriertem Messprozess in der Klipsch Connect Plus App
- Dolby Atmos für eine räumlichere Wiedergabe von Film- und Entertainment-Inhalten
- HDMI 2.1 mit 8K-Unterstützung und eARC
- 4K/120 Hz, VRR, ALLM und HDR für aktuelle Gaming-Anwendungen
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Optischer und koaxialer Digitaleingang sowie weitere analoge Anschlüsse
- USB-A und USB-C
- Google Cast, Apple AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und Roon Ready
- Wiedergabe hochauflösender Audiodaten bis 24 Bit/96 kHz
- Subwoofer-Ausgang
- Wahlweise kabelgebundene oder drahtlose Verbindung zwischen den Lautsprechern
- Bedienung über Lautsprecherregler, beleuchtete Fernbedienung und Klipsch Connect Plus App
Für wen eignen sich die Klipsch The Sevens II
Die Klipsch The Sevens II eignen sich für Musik- und Entertainment-Fans, die ein möglichst vielseitiges Komplettsystem ohne separate Verstärker- und Zuspielkomponenten suchen. Sie verbinden klassische HiFi-Quellen wie Plattenspieler und digitale Zuspieler mit umfangreichen Streaming-Möglichkeiten und lassen sich dank HDMI 2.1 auch direkt in ein modernes TV- und Gaming-Setup integrieren.
Besonders interessant sind die Lautsprecher für Anwender, die den dynamischen und direkten Klipsch-Klang schätzen und gleichzeitig Wert auf moderne Funktionen wie Dirac Live und Dolby Atmos legen.
Verarbeitung und Design
Die Klipsch The Sevens II verbinden die klassische Klipsch-Optik mit einer zeitgemäß hochwertigen Ausführung. Charakteristisch sind dabei das mit Echtholzfurnier veredelte Gehäuse, die markante Schallwand und die bewusst nostalgisch gehaltenen Gestaltungselemente. Unsere Testgeräte kommen in der Ausführung Walnuss mit schwarzer Schallwand daher.
Hochwertiges Gehäuse mit Echtholzfurnier
Die Gehäuse bestehen aus stabil wirkenden MDF-Platten. Die Außenflächen von Seiten sowie Oberseite und Rückseite sind mit Echtholzfurnier in Walnuss versehen. Das Furnier ist ausgesprochen sauber und sorgfältig aufgebracht. Übergänge und Kanten wirken präzise ausgeführt, zudem lassen sich an den Oberflächen keine unsauberen Stellen oder störenden Unebenheiten ertasten.
Eine optische Besonderheit stellt die BMC-Schallwand dar. Sie sitzt bewusst leicht aufgesetzt und schließt nicht plan mit dem Gehäuse ab. Die Schallwand selbst ist sauber verarbeitet und weist keine störenden scharfen Kanten auf. Ihre geschwungene Form unterstreicht zugleich die eigenständige Optik der The Sevens II.
Magnetische Lautsprecherabdeckungen
Für die Front liefert Klipsch anthrazitfarbene Lautsprecherabdeckungen mit. Der Akustikstoff ist straff und gleichmäßig auf einem stabilen Kunststoffrahmen aufgebracht. Ein kleines Detail ist die klassische Klipsch-Plakette im unteren Bereich, die den bewusst an die Markentradition angelehnten Auftritt unterstreicht.
Die Abdeckungen werden magnetisch befestigt und lassen sich dadurch schnell und unkompliziert abnehmen. Die Schallwand bleibt so zudem frei von Halterungsstiften jedweder Art und wirkt auch ohne Abdeckung hochwertig.
Insgesamt hinterlassen die The Sevens II einen ausgesprochen wertigen Eindruck. Die Kombination aus sorgfältig verarbeitetem Echtholzfurnier, stabilen MDF-Gehäusen, der markanten BMC-Schallwand und den magnetisch haftenden Abdeckungen verbindet klassische Klipsch-Anmutung mit sehr guter Verarbeitungsqualität
Technik
25-mm-Hornhochtöner mit Titanmembran
Für die Hochtonwiedergabe setzt Klipsch auf einen 25 mm großen LTS-Titan-Hochtöner (Linear Travel Suspension). Die leichte und steife Titanmembran arbeitet mit einem Tractrix-Horn zusammen. Klipsch verfolgt damit das Ziel einer präzisen, hochauflösenden Wiedergabe bei gleichzeitig hoher Effizienz.
Das patentierte Tractrix-Horn soll zudem für eine kontrollierte und möglichst gleichmäßige Abstrahlung sorgen. Die Geometrie ist dabei auf die Dimensionierung des jeweiligen Tiefmitteltöners und des Gehäuses abgestimmt. Charakteristisch für das Klipsch-Konzept ist der hohe Wirkungsgrad der Hornkonstruktion.
165-mm-Cerametallic-Tiefmitteltöner
Im Mittel- und Tieftonbereich kommt ein 165 mm großer Tiefmitteltöner mit der für Klipsch typischen Cerametallic-Membran zum Einsatz. Die Konstruktion soll eine hohe Steifigkeit mit geringem Gewicht verbinden und dadurch eine präzise und dynamische Wiedergabe ermöglichen.
Ein entsprechender Subwoofer-Ausgang ist zusätzlich vorhanden, falls im Heimkino oder bei besonders hohen Ansprüchen an den Tiefbass eine weitere Unterstützung gewünscht wird.
Neue Onkyo-Elektronik und DSP-Verarbeitung
Eine wesentliche Neuerung der zweiten Generation ist die von Onkyo-Ingenieuren in Japan entwickelte Elektronikplattform. Sie wurde speziell auf die akustischen Eigenschaften der The Sevens II abgestimmt und soll die charakteristische Klipsch-Klangabstimmung mit einer modernen Signalverarbeitung verbinden.
Für die Anpassung an unterschiedliche Aufstellungsbedingungen steht bei den The Sevens II außerdem die Dirac Live Raumkorrektur zur Verfügung. Mithilfe des Mikrofons wird der Hörraum vermessen, anschließend korrigiert die Software raumakustisch bedingte Abweichungen. Die Einrichtung erfolgt über die Klipsch Connect Plus App.
Dolby Atmos für räumlichen Klang
Zudem unterstützen die The Sevens II Dolby Atmos. Die Lautsprecher können damit auch in ein entsprechendes Heimkino-Konzept eingebunden werden und sollen eine besonders immersive, dreidimensionale Wiedergabe ermöglichen.
In Verbindung mit der Raumkorrektur und der umfangreichen Signalverarbeitung entstehen so ungewöhnlich vielseitige Aktivlautsprecher, die nicht ausschließlich auf klassische Stereo-Musikwiedergabe ausgelegt sind.
Primary- und Secondary-Speaker
Das System arbeitet grundsätzlich mit einer Primary-/Secondary-Aufteilung. Der Primary-Speaker übernimmt die zentrale Signalverarbeitung und stellt die umfangreiche Anschlusssektion bereit. Der Secondary-Speaker verfügt ebenfalls über einen eigenen Verstärker und eine eigene Stromversorgung und ist somit kein klassischer passiver Lautsprecher.
Für die Verbindung zwischen beiden Lautsprechern stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Neben der drahtlosen Verbindung können die The Sevens II über die Speaker-Link-Buchsen auch per Kabel miteinander verbunden werden. Das ermöglicht eine flexible Anpassung an die jeweilige Aufstellungssituation.
HDMI 2.1 mit 8K und eARC
Besonders interessant für den Einsatz am Fernseher ist die HDMI-Ausstattung. Ein HDMI-2.1-Eingang und ein HDMI-Ausgang inklusive ARC/eARC ermöglichen die direkte Einbindung in ein modernes Entertainment-System. Der HDMI-Eingang unterstützt dabei sogar 8K-Signale.
Über eARC lässt sich der Fernsehton komfortabel an die Lautsprecher übertragen. Gleichzeitig können angeschlossene Zuspieler über den HDMI-Eingang eingebunden werden. Für aktuelle Spielekonsolen stehen damit unter anderem die Voraussetzungen für 4K bei 120 Hz, VRR, ALLM und HDR zur Verfügung. Auch die Lautstärkeregelung über die TV-Fernbedienung wird unterstützt.
Analoge und digitale Eingänge
Für klassische Zuspieler bieten die The Sevens II einen analogen Eingang mit integriertem Phono-Vorverstärker. Ein Plattenspieler lässt sich dadurch direkt anschließen, ohne dass eine separate Phono-Vorstufe benötigt wird. Ein weiterer analoger Eingang steht für zusätzliche Quellen zur Verfügung.
Die digitale Seite wird durch einen optischen und einen koaxialen Eingang ergänzt. Hinzu kommen USB-A und USB-C für die Wiedergabe kompatibler Inhalte von USB-Speichermedien.
Netzwerk, Subwoofer und Streaming
Für die kabelgebundene Netzwerkanbindung ist eine LAN-Buchse vorhanden. Drahtlos lassen sich die The Sevens II ebenfalls ins Heimnetzwerk integrieren. Unterstützt werden unter anderem Google Cast, Apple AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und Roon Ready. Die Wiedergabe von hochauflösenden Audiodaten ist bis 24 Bit/96 kHz möglich.
Abgerundet wird die Anschlussausstattung durch einen Subwoofer-Ausgang. Insgesamt decken die The Sevens II damit sowohl klassische HiFi-Quellen als auch moderne Streaming-, TV- und Gaming-Anwendungen sehr umfassend ab.
Bedienung
Direkte Bedienung am Lautsprecher
Auf der Oberseite des Primary-Speakers befindet sich ein Drehregler zur Lautstärkeregelung. Der massive Regler besteht aus Aluminium und verfügt über eine feine Rasterung, wodurch sich die gewünschte Lautstärke präzise einstellen lässt. Oberhalb des Drehreglers sitzt eine Taste zur Auswahl der verschiedenen Eingänge.
Eine farbige LED informiert dabei über die aktuell gewählte Quelle. Der gesamte Bedienbereich ist von einem Aluminiumrahmen eingefasst, der sauber in die Oberseite integriert ist und nahezu bündig mit dem Gehäuse abschließt. Die Bedienelemente vermitteln dadurch nicht nur einen hochwertigen Eindruck, sondern passen auch optisch sehr gut zur übrigen Gestaltung der The Sevens II.
Fernbedienung
Für die komfortable Steuerung aus der Distanz gehört eine Fernbedienung zum Lieferumfang. Der aus schwarzem Kunststoff gefertigte Handsender liegt gut in der Hand und bietet direkten Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Dazu gehören das Ein- und Ausschalten der Lautsprecher, die Lautstärkeregelung, die Eingangswahl sowie grundlegende Funktionen der Wiedergabesteuerung.
Besonders praktisch sind die separaten Direktwahltasten für TV, HDMI, PHONO und Bluetooth. Über zwei My Input-Tasten lassen sich zudem bevorzugte Eingänge beziehungsweise Wiedergabeoptionen schnell abrufen.
Die Tasten sind beleuchtet und damit auch bei gedämpfter Raumbeleuchtung gut ablesbar. Gleichzeitig überzeugen sie mit einem klar definierten Druckpunkt. Insgesamt erweist sich die klassische Bedienung der The Sevens II als unkompliziert und praxisgerecht. Auch dann, wenn die App gerade nicht zur Hand ist. Ein Display gibt es zwar nicht, die farbigen LEDs sind aber gute Hinweise bzgl. der gewählten Quelle.
Klipsch Connect Plus App und Streaming
Schnelle Ersteinrichtung
Nach der Installation der Connect Plus App werden die The Sevens II über einen kurzen Einrichtungsprozess ins heimische Netzwerk eingebunden. Die beiden Lautsprecher werden schnell erkannt, anschließend wird unter anderem die Zuordnung von linkem und rechtem Kanal festgelegt. Auch der aktuelle Softwarestand lässt sich direkt über die App prüfen und bei Bedarf aktualisieren.
Die grundlegende Einrichtung gelingt im Test schnell und unkompliziert. Lediglich das WLAN-Passwort muss bei der Netzwerkkonfiguration manuell eingegeben werden. Eine automatische Übernahme der Zugangsdaten über AirPlay 2 war nicht möglich. Zusätzlich gibt es noch den ein oder anderen Patzer bei der Übersetzung in die deutsche Sprache.
Übersichtliche Steuerung und Klangoptionen
Der Startbildschirm der Connect Plus App bietet direkten Zugriff auf Lautstärke, Eingangswahl und die wichtigsten Funktionen der The Sevens II. Ebenfalls erreichbar sind die Dirac-Live-Raumkorrektur, der Equalizer, verschiedene Audioanpassungen und die My-Input-Funktion.
Beim Equalizer stehen mehrere vorkonfigurierte Klangprofile zur Auswahl. Darüber hinaus kann der Nutzer über mehrere Schieberegler auch eine individuelle Klangkurve erstellen. Unter „Audio Anpassungen“ finden sich verschiedene Betriebsarten wie Film, Musik und Direkt sowie Optionen für dynamischen Bass, Nachtbetrieb und Dialogwiedergabe.
Weitere Einstellungen ermöglichen unter anderem die Anpassung der Lautsprecherposition, eine Lip-Sync-Korrektur, die Verwaltung der Netzwerkverbindung und die Suche nach Softwareupdates.
Streaming und Quellenverwaltung
Die The Sevens II unterstützen eine Reihe aktueller Streaming- und Übertragungsstandards. Dazu gehören Google Cast, Apple AirPlay 2, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und Roon Ready.
Praktisch ist die My-Input-Funktion, über die häufig verwendete Quellen beziehungsweise Wiedergabeoptionen als Favoriten hinterlegt und anschließend schnell abgerufen werden können. Damit ergänzt die App die direkte Bedienung am Lautsprecher und über die Fernbedienung um eine komfortable softwarebasierte Steuerungsmöglichkeit.
Ein kleiner Wermutstropfen: Eine integrierte Plattform für Internetradio ist nicht vorhanden.
Dirac Live direkt in der Klipsch Connect Plus App
Besonders gelungen ist die Integration von Dirac Live. Für die Raumkorrektur ist keine separate Dirac-App erforderlich, da der komplette Mess- und Kalibrierungsprozess direkt in der Klipsch Connect Plus App durchgeführt wird.
Das mitgelieferte Messmikrofon wird dafür an der Rückseite des Primary-Speakers angeschlossen. Anschließend führt die App Schritt für Schritt durch die Messung. Es werden drei Hörpositionen erfasst, wobei die erste Messung zentral am Hörplatz erfolgt. Nach Abschluss der Messungen berechnet Dirac Live die entsprechenden Korrekturfilter, die anschließend in der The Sevens II gespeichert werden können.
Bei der mitgelieferten Limited-Bandwidth-Lizenz arbeitet Dirac Live im Frequenzbereich von 20 Hz bis 500 Hz. Für eine Korrektur des gesamten Bereichs von 20 Hz bis 20 kHz ist laut Klipsch der Erwerb einer vollständigen Dirac-Live-Lizenz erforderlich.
Insgesamt hinterlässt die Connect Plus App einen übersichtlichen und zeitgemäßen Eindruck. Die schnelle Einrichtung, die direkte Integration von Dirac Live und die umfangreichen Möglichkeiten zur Klang- und Quellenanpassung gefallen im Test besonders gut. Die fehlende integrierte Internetradio-Funktion bleibt dagegen eine kleine Einschränkung bei der ansonsten vielseitigen Streaming-Ausstattung.
Klang
Die Klipsch The Sevens II müssen im ein ungewöhnlich breites Einsatzspektrum abdecken. Neben hochauflösendem Streaming und klassischer Vinyl-Wiedergabe interessieren insbesondere die Fähigkeiten bei Filmton und Dolby Atmos. Dabei zeigt sich schnell, dass die Aktivlautsprecher ihren charakteristischen Klipsch-Ansatz mit einer dynamischen und ausgesprochen detailreichen Wiedergabe verbinden.
Präzise und dynamische Musikwiedergabe
Bereits beim Streaming über Spotify Connect und TIDAL Connect überzeugen die The Sevens II mit einer sehr hohen Auflösung. Stimmen werden klar und differenziert herausgearbeitet und lösen sich überzeugend von den Lautsprechern. Auch unterschiedliche Stimmcharaktere bleiben sehr gut voneinander unterscheidbar. Akustische Instrumente wie Gitarren, Flöten oder Streicher werden sauber voneinander separiert, elektronische Klänge und Effekte werden mit hoher Präzision und klaren Konturen reproduziert.
Gerade bei komplexeren Arrangements spielt die gute Differenzierungsfähigkeit ihre Stärken aus. Mehrere Gesangsebenen, Synthesizer, akustische Instrumente und Effekte bleiben auch bei hoher Dichte klar nachvollziehbar. Gleichzeitig verleihen die The Sevens II der Wiedergabe eine ausgeprägte Dynamik. Der typische Klipsch-Charakter zeigt sich dabei in einer direkten, impulsiven Spielweise, ohne dass die Hochtonwiedergabe bei entsprechendem Pegel unangenehm oder scharf wirkt.
Kraftvoller und kontrollierter Tieftonbereich
Der 165-mm-Cerametallic-Tiefmitteltöner liefert ein ausgesprochen solides Bassfundament. Tieffrequente elektronische Passagen besitzen spürbaren Druck und werden dennoch kontrolliert und präzise wiedergegeben. Auch bei rockiger Musik mit kräftigen Gitarren und Schlagzeug behalten die The Sevens II ihre souveräne Spielweise.
Dabei gefällt die ausgewogene Einbindung des Tieftons in das Gesamtbild. Der Bass wirkt nicht losgelöst vom übrigen Frequenzbereich, sondern unterstützt Stimmen und Instrumente mit einer stabilen Grundlage. Bei orchestraler Musik kommt zusätzlich die gute Durchzeichnung der einzelnen Instrumentengruppen zum Tragen.
Dolby Atmos mit überzeugender Räumlichkeit
Bei Filmton über HDMI eARC spielen die The Sevens II ihre Vielseitigkeit besonders deutlich aus. Explosive Actionszenen werden mit hohem Druck, präzisen Effekten und ausgezeichneter Dynamik wiedergegeben. Dialoge bleiben auch in komplexen Szenen klar verständlich, kleinere akustische Details werden sauber aus dem Geschehen herausgearbeitet.
Dolby-Atmos-Effekte werden dabei nachvollziehbar räumlich gestaffelt.
Überkopf- und Bewegungseffekte lösen sich gut von den Lautsprechern und vermitteln einen immersiven Eindruck. Die Wiedergabe erreicht zwar naturgemäß nicht die räumliche Ausdehnung eines umfangreichen Mehrlautsprechersystems, für ein kompaktes Zwei-Lautsprecher-Konzept gelingt die Einbindung des Zuschauers in das Filmgeschehen jedoch bemerkenswert überzeugend.
Klangcharakter auf einen Blick
Die Klipsch The Sevens II spielen direkt, dynamisch, detailreich und kraftvoll. Stimmen werden präzise und natürlich herausgearbeitet, Instrumente sauber differenziert und der Tiefton überzeugt mit Druck und Kontrolle. Gleichzeitig sorgt die charakteristische Horntechnik für eine sehr gute Auflösung und eine ausgeprägte räumliche Darstellung. Bei Dolby Atmos erweitert sich das Klangbild nochmals deutlich und sorgt für eine immersive Wiedergabe, die das vielseitige Konzept der The Sevens II auch für Film und Entertainment interessant macht.
Vinyl mit hoher Auflösung
Auch der integrierte Phono-Vorverstärker kann klanglich überzeugen. Bei der Wiedergabe von Vinyl präsentieren die The Sevens II Stimmen fein differenziert und Instrumente klar konturiert. Besonders bei der Kombination aus Orchester und Gesang zeigt sich eine überzeugende räumliche Staffelung. Streicher bleiben sauber ortbar, Stimmen plastisch und natürlich.
Fazit
Die Kombination aus charakteristischer Klipsch-Horntechnologie, leistungsfähiger Onkyo-Elektronik und moderner DSP-Verarbeitung funktioniert im Test absolut überzeugend. Klanglich präsentieren sich die Lautsprecher ausgesprochen dynamisch, detailreich und druckvoll, ohne dabei an Kontrolle oder Differenzierungsfähigkeit einzubüßen. Gerade Stimmen und akustische Instrumente profitieren von der hohen Auflösung. Der Cerametallic-Tiefmitteltöner sorgt für ein solides und nachdrückliches Bassfundament.
Besonders bemerkenswert ist die Vielseitigkeit des Gesamtsystems. Die The Sevens II sind nicht auf Streaming oder klassische Stereo-Wiedergabe beschränkt, sondern integrieren mit HDMI 2.1, eARC, Phono, zahlreichen digitalen und analogen Eingängen sowie umfangreichen Netzwerk- und Streaming-Funktionen praktisch alle wichtigen Quellen eines modernen Wohnraums. Dazu kommen Dolby Atmos und die Möglichkeit, den Klang mit Dirac Live an die akustischen Gegebenheiten des Hörraums anzupassen.
Auch bei der Bedienung überzeugt das Konzept. Die Kombination aus physischen Bedienelementen, beleuchteter Fernbedienung und der übersichtlich aufgebauten Klipsch Connect Plus App bietet je nach Situation unterschiedliche Zugriffswege. Die direkte Integration von Dirac Live in die App ist dabei besonders komfortabel.
In der Summe sind die Klipsch The Sevens II eine bemerkenswert vielseitige Lösung für alle, die hochwertige Musikwiedergabe, TV- und Filmton sowie Streaming in einem kompakten Aktivlautsprecher-System zusammenführen möchten. Die fehlende integrierte Internetradio-Plattform ist angesichts der ansonsten sehr umfangreichen Ausstattung nur ein kleiner Kritikpunkt.
Pro und Kontra
- Sehr dynamische, detailreiche und präzise Wiedergabe
- Hohes Auflösungsvermögen
- Kraftvoller und zugleich kontrollierter Bassbereich
- Überzeugende räumliche Darstellung bei Dolby Atmos
- Dirac Live zur Anpassung an den Hörraum
- Sehr umfangreiche Anschlussausstattung inklusive HDMI 2.1 und eARC
- Integrierter Phono-Vorverstärker
- Große Auswahl moderner Streaming- und Netzwerkstandards
- Wahlweise drahtlose oder kabelgebundene Verbindung der Lautsprecher
- Hochwertige Verarbeitung mit Echtholzfurnier und markanter BMC-Schallwand
- Beleuchtete Fernbedienung
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