Marantz Cinema 40 Test – Edler 9-Kanal-AV-Receiver mit Dolby Atmos, Auro-3D und HEOS
- Elegante Optik und hochwertige Verarbeitung außen und innen
- Enorm reichhaltiges Anschlussangebot
- Vorstufe verarbeitet bis zu 11.4
- Dirac Live sollte serienmäßig an Bord sein
Fazit:
Marantz ist mit dem Cinema 40 ein äußerst leistungsfähiger, komplett ausgestatteter und trotz der Funktionsvielfalt einfach zu bedienender AV-Verstärker gelungen.
- Elegante Erscheinung
- Auf den zweiten Blick
- Die Fernbedienung
- Das Innenleben
- Klassische Class AB-Verstärkung
- Mehrstufiger Aufbau
- Decoder für Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D
- Üppiges Anschlussangebot
- IMAX Enhanced, MPEG-H und 360 Reality Audio
- Umfangreiche HDMI-Sektion
- Zahlreiche analoge Verbindungsoptionen
- Hochwertige LS-kabel-Schraubanschlüsse
- Das HEOS-Modul und die akzeptierten Dateiformate
- Der Einrichtungsassistent
- Alles wird abgedeckt
- Audyssey MultEQ XT32 oder Dirac Live?
- Einmessen mit Audyssey MultEQ XT32
- Einmessen mit Dirac Live
- Der Klang
- Äußerst musikalisch
- Intensive Filmtonwiedergabe
- Sehr gut für Stereo geeignet
- Fazit
Einen absolut filmreifen Mehrkanal-Netzwerk-Verstärker hat Marantz mit dem Cinema 40 im Programm. Das edle, in Shirakawa/Japan in der dortigen Marantz-/Denon Manufaktur gefertigte Gerät mit neun Endstufen verfügt über 125 Watt pro Kanal. Es ist in klassischem Schwarz oder im Marantz-typischen Silber-Gold für faire 2.400 EUR bei HIFI-REGLER im Sortiment.
Da die Vorstufe des im Modern Musical Luxury-Designs gehaltenen AV-Könners sogar bis zu 11.4 Kanäle verarbeitet, ist es möglich, zusätzlich noch einen Zweikanal-Endverstärker anzuschließen. Dann kann man auch große Lautsprecher-Setups problemlos bedienen – und im Bassbereich ist man äußerst flexibel und in der Lage, bis zu vier aktive Subwoofer anzusteuern.
Elegante Erscheinung
Der Marantz Cinema 40 gefällt uns optisch außerordentlich gut. Das schon erwähnte Modern Musical Luxury Design, das 2021 mit den Stereo-Komponenten MODEL 30 und dem SACD 30n eingeführt wurde, wirkt auch nach mittlerweile rund fünf Jahren noch sehr gelungen. Gerade dann, wenn es sich um einen Mehrkanal-Boliden mit ordentlich Höhe handelt, sieht die Optik eindrucksvoll und edel zugleich aus.
Beim Marantz Cinema 40 ist, wie bei den anderen Marantz-Geräten in diesem Design, die Frontblende dreigeteilt. Außen finden sich links und rechts Elemente mit strukturierter Oberfläche, während der größte Teil der Frontblende in matter Ausführung gehalten ist. Der Cinema 40 tritt sehr aufgeräumt auf, und nur die beiden Drehregler für Quellwahl und Lautstärke dominieren zusammen mit dem Marantz-charakteristischen Bullauge, das ein kleines Display einrahmt, die Erscheinung.
Auf den zweiten Blick
Im unteren Bereich bringt der Cinema 40 eine solide verarbeitete Klappe mit, die im offenen Zustand den Blick auf zahlreiche weitere Bedienelemente freigibt. Auf der linken Seite befinden sich insgesamt acht gleichförmige Knöpfe, es folgt ein zweizeiliges Punktmatrix-Display, bevor sich rechts eine Navigationseinheit anschließt, die von vier weiteren gleichförmigen Knöpfen eingerahmt ist.
Unterm Display, demnach mittig, wurde noch der Anschluss fürs Setup-Mikrofon für die Einmessung der Lautsprecher sowie ein USB-A-Anschluss untergebracht. Die Verarbeitung befindet sich auf hohem Niveau, und auch Details wie die großen Standfüße unterm Gerät passen zum Gesamteindruck.
Die Fernbedienung
Marantz liefert eine elegant wirkende, stabförmige Fernbedienung mit, die hinsichtlich Arbeitswinkel und Reichweite ebenso überzeugen kann wie hinsichtlich des Druckpunkts der Bedienelemente. In der obersten Reihe wählt man die Zone aus (Main, Zone 1, Zone 2) und findet den Standby-Knopf. Darunter schließen sich praktische Direktwahltasten für den gewünschten Eingang an. Es folgen Wippschalter für Channel/Page und die Lautstärke, eingebettet zwischen diesen beiden Bedienelementen liegen die ECO-Taste für den besonders stromsparenden Betrieb und die Mute-Taste für die Stummschaltung.
Im Anschluss kommt die griffgünstige Navigationseinheit, die wiederum von vier gleich großen, runden Knöpfen umgeben ist: Info, Option, Back sowie Setup – letztere Taste ermöglicht den direkten Einstieg ins Setup-Menü. Es schließen sich die Tasten für den elementaren Spielbetrieb an, und wieder darunter gruppieren sich die Knöpfe für HDMI Out und für den Sleep-Timer. Ganz unten untergebracht sind die vier Smart-Select-Makro-Tasten und die Knöpfe für den gewünschten Sound-Modus (Movie, Music, Game und Pure).
Was uns sehr gut gefällt: An der rechten Seite der Fernbedienung befindet sich eine Taste, mit der sich für rund 5 Sekunden die Hintergrundbeleuchtung aktivieren lässt. Dadurch kann man den Cinema 40 auch bei Dunkelheit problemlos bedienen.
Das Innenleben
Kann man vom Äußeren aufs Innere schließen? Wo man bei Menschen höchst vorsichtig sein sollte, da sich oft gravierende Differenzen ergeben, muss man auch bei AV-Receivern und -Verstärkern genau aufpassen. Beim Marantz Cinema 40 sind größere Sorgen aber unbegründet. Ein übersichtliches Layout herrscht beim Innenleben vor, der Transformator steht, von vorne aus betrachtet, in der linken Ecke und wurde extra abgeschirmt, damit sich keine Störungen mit anderen Baugruppen herauskristallisieren können.
Klassische Class AB-Verstärkung
Direkt angeflanscht an einen Kühlkörper aus Aluminium sind die neun klassisch-analogen Class AB-Endstufen, die allesamt identische Arbeitsbedingungen vorfinden und somit symmetrisch aufgebaut sind. Die Leistungswerte gliedern sich wie folgt: An 8 Ohm, 20 Hz bis 20 kHz, 0,05 Prozent Klirrfaktor, 2 Kanäle ausgesteuert ergeben sich 125 Watt pro Kanal. Bei 6 Ohm, 1 kHz, 0,7 Prozent Klirrfaktor und 2 Kanäle ausgesteuert, gibt Marantz 165 Watt/Kanal an. Und bei nur einem ausgesteuerten Kanal an 6 Ohm, 10 Prozent Klirrfaktor, 1 kHz, sind es (sehr theoretische) 235 Watt pro Kanal. Für eine hohe Klangqualität sind zudem die von Marantz hausintern entwickelten Hyper Dynamic Amplifier Modules (HDAM) zuständig.
Mehrstufiger Aufbau
Im hinteren Teil des Innenlebens ist das Platinenlayout mehrschichtig. Wenn wir auf hohem Niveau meckern, dann stellen wir fest, dass es natürlich noch hochwertiger wirken würde, wenn die verschiedenen Gerätesektionen (z.B. Vorstufe, Endstufe, Stromversorgung) in unterschiedlichen, per Trennwänden unterteilten Kammern ihrer Arbeit nachgehen würden. Aber ansonsten gibt es keine Kritik, die verwendeten Baugruppen sind von ausgezeichneter Qualität, und der Aufbau wirkt durchdacht.
Decoder für Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D
Der Cinema 40 beeindruckt mit einem ungemein breit aufgestellten Decoder-Sortiment. Alle drei 3D-Audioformate sind vorhanden, das heißt Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D. Die jeweils dazugehörigen Audio-Upscaler Dolby Surround, DTS Neural:X und Auro-Matic fehlen ebenfalls nicht. So können Inhalte in klassischen Formaten wirkungsvoll „fit“ für die 3D-Audiowiedergabe mit der zusätzlichen Überkopf-Ebene gemacht werden.
Dank der Cross Upmixing-Funktion kann der Anwender zudem entscheiden, mit welchem Upmixer man arbeiten möchte. Hat man beispielsweise Material in Dolby Digital oder Dolby TrueHD, so kann dieses mittels Dolby Surround, aber auch mittels DTS Neural:X oder Auro-Matic bearbeitet werden. Und hier schlägt die große Stunde von Auro-Matic: Denn es gibt zwar wenig Software, die native Auro-3D-Tonspuren aufweist, aber Auro-Matic ist der definitiv beste der drei Audio-Upscaler, und kann dank des erwähnten Cross Upmixings auch für Dolby- und DTS-Material verwendet werden. Eine realistische Ausformung des 3D-Effektes in der Überkopf-Ebene und eine enorme Klarheit sowie praktisch nicht stattfindende Detail- und Ortungsverluste sprechen für Auro-Matic.
Natürlich sind auch sämtliche konventionelle Decoder, wie zum Beispiel für Dolby Digital 5.1, Dolby True HD, DTS 5.1 und DTS-HD Master Audio vorhanden.
Üppiges Anschlussangebot
Schauen wir uns nun die mit einer Vielzahl an Buchsen ausgestattete Rückseite des Cinema 40 an. Sie wird mit langzeitstabilen Kupferschrauben fixiert und präsentiert sich trotz der großen Anzahl an Anschlüssen als klar gegliedert. Fangen wir ganz oben an. Hier lokalisieren wir zwei koaxiale digitale (CBL SAT/Media Player) und zwei optische digitale (TV Audio, CD) Terminals.
Es folgt in der oberen Reihe eine RJ45 Ethernetbuchse, mit der man den Cinema 40 kabelbasiert ins Heimnetzwerk einbinden kann. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte dies auch tun, denn die Verbindungsstabilität ist einfach immer noch höher, das gilt auch für die verfügbare Bandbreite. WLAN-Netzwerke werden zwar immer schneller und bieten mehr Kapazität, aber ein kabelbasiertes Netzwerk ist für Performance-orientierte Anwender immer noch die richtige Option.
IMAX Enhanced, MPEG-H und 360 Reality Audio
Auch exotischere Decoder bringt der Marantz Cinema 40 mit. IMAX Enhanced ist nur in Verbindung mit nativem IMAX Enhanced-Inhalt zu verwenden. Das System basiert auf DTS:X, weist aber z.B. beim Bassmanagement einige zusätzliche Merkmale auf. Ebenso wie bei MPEG-H fehlt aber die große Akzeptanz auf dem Markt. Das gilt auch für den nächsten speziellen Decoder, dieser ist für 360 Reality Audio gedacht.
Umfangreiche HDMI-Sektion
Die Anschlussauswahl setzt sich oben fort mit HDMI 1 (CBL/SAT), HDMI 2 (Media Player), HDMI 3 (Blu-ray), HDMI 4 (Game 1), HDMI 5 (Game 2), HDMI 6 (AUX) und HDMI 7 (AUX 2). Zudem sind gleich drei HDMI-Ausgänge vorhanden (4K/Zone 2, Monitor7ARC/eARC und Monitor 2). Rechts neben der HDMI-Beschaltung untergebracht wurden noch zwei eigentlich schon fast vergessene analoge Video-Anschlussformen: 2 x FBAS (CBL/SAT und Blu-ray) sowie ein Komponentenvideoanschluss (Media Player) vervollständigen die erste Reihe.
Alle sieben HDMI-Eingänge sind 8K-fähig, zudem besteht die Möglichkeit, das qualitativ erstaunlich gute Upscaling auf 8K von niedriger auflösenden Eingangssignalen (1.080p/4K) anzuwenden. Natürlich ist die HDMI-Sektion kompatibel zum Kopierschutzstandard HDCP 2.3 und zu eARC sowie zu 3D-Videosignalen.
Auch HDR-seitig ist die Unterstützung komplett: HDR10, HLG, Dolby Vision, HDR10+ und Dynamic HDR werden entsprechend entgegengenommen. 8K/60 Hz und 4K/120 Hz können dargestellt werden. Hinzu kommen die vor allem für Gamer wichtigen HDMI 2.1-Merkmale wie Auto Low Latency Mode (ALLM), Quick Frame Transport QFT) und Variable Refresh Rate (VRR).
Zahlreiche analoge Verbindungsoptionen
Nun schauen wir, was in der zweiten Reihe folgt. Hier ist zunächst der Tuner-Anschluss (Analog Cinch/RCA-Stereo) am Start, es folgen die fünf zuweisbaren Stereo-Cinch-Terminals für CBL/SAT, Media Player, AUX 1, AUX 2 und CD. Das Sortiment wird von einem dedizierten Phonoeingang abgerundet. Das heißt: Auch ein Plattenspieler (MM) ohne eingebauten Phonovorverstärker kann direkt an den Cinema 40 angeschlossen werden.
Weiter geht es im Cinch-Sortiment, und zwar mit den Cinch Stereo-Anschlüssen für Zone 2 sowie Zone 3. Gefolgt vom Mehrkanal-Pre-Out (Front, Center, Surround, Surround Back, Height 1, Height 2). Hier kann man entsprechende Endstufen anschließen, und z.B., wenn man den Cinema 40 wirklich komplett mit 11 Kanälen nutzen möchte, findet hier eine zusätzliche Stereoendstufe Anschluss. Nachfolgend stoßen wir auf die vier Pre-Outs zum Anschluss aktiver Subwoofer.
Hochwertige LS-kabel-Schraubanschlüsse
In der dritten Reihe von oben aus gesehen sind die DC Out-Anschlüsse 1,2 sowie 3 und eine RS232c-Schnittstelle für die Einbindung in Haussteuerungssysteme. Ein Flasher In-Anschluss und Remote Control In/Out vervollständigen das Angebot. Ganz unten befinden sich dann die solide ausgeführten Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse mit Acrylummantelung. Kabellos ist der Cinema 40 dank Dualband-WiFi und Bluetooth ebenfalls zeitgemäß ausgerüstet.
Das HEOS-Modul und die akzeptierten Dateiformate
Der Cinema 40 ist mit einem HEOS-Modul für flexible Streaming- und Multiroom-Optionen ausgestattet. Zudem werden viele gängige Dateiformate entgegengenommen: An verlustbehafteten Formaten sind dies MP3, WMA und AAC, an Hi-Res-Formaten sind es FLAC HD, WAV und ALAC, jeweils bis 192 kHz/24-Bit. Hinzu kommt noch DSD Audio mit 2,8/5,6 MHz.
Streaming-seitig sind TIDAL, Spotify und Qobuz in den jeweiligen Connect-Versionen an Bord. Das heißt, man muss die HEOS-App erst gar nicht öffnen, sondern wählt den Cinema 40 direkt aus der App des jeweiligen Music-Streaming-Anbieters als Wiedergabegerät aus.
In der HEOS-App, die sehr übersichtlich und grafisch frisch gestaltet ist, findet sich noch der Zugriff auf Deezer, Amazon Music und auf eine Internet Radio-Plattform (Tune In).
Kompatibel ist der Cinema 40 zudem zu Apple AirPlay 2, Roon Tested, Amazon Alexa, Google Voice Assistant und zum Apple Home Pod.
Der Einrichtungsassistent
Sehr nützliches Merkmal bei den AV-Verstärkern von Marantz und Denon ist der seit Generationen vorhandene und immer weiter optimierte Assistent für die erste Einrichtung und die problemlose Inbetriebnahme. Mittels hochwertiger Grafiken inklusive begleitenden Hilfetexten wird hier der Anwender durch den gesamten Installationsprozess geleitet, und das alles mit Hilfe der hochauflösenden Benutzeroberfläche, die in verschiedenen Sprachen zur Verfügung steht. Wir wählen „Deutsch“ und legen los. Zunächst wird aufgeführt, was es alles für die Inbetriebnahme braucht, und was beim Cinema 40 zum Lieferumfang gehört.
Alles wird abgedeckt
Im weiteren Verlauf wird erklärt, wie man die Lautsprecher anschließt, die Konfiguration (welches Lautsprechersetup verwendet der Anwender) wird abgefragt, und auch die automatische Lautsprechereinmessung ist in das Menü zur erste Installation integriert. Bestandteil des Installationsassistenten ist zudem die Möglichkeit, den Cinema 40 ins Heimnetzwerk einzubinden. Ebenso wird gleich die Verbindung zwischen AV-Verstärker und Smart-TV hergestellt, und angeschlossene Quellen können definiert werden.
Wir halten den Einrichtungsassistenten für eines der sinnvollsten Features des Cinema 40, da man trotz der enormen Funktionsvielfalt des AV-Verstärkers ohne Schwierigkeiten die Inbetriebnahme bewerkstelligen kann.
Auf die beiden verschiedenen potentiellen Möglichkeiten zur Lautsprecher-Einmessung gehen wir nun nochmals gesondert ein.
Audyssey MultEQ XT32 oder Dirac Live?
Was die Ausstattung angeht, fehlt es an nichts – wir haben nur einen kleinen Kritikpunkt. Serienmäßig an Bord befindet sich mit Audyssey MultEQ XT32 ein mittlerweile schon relativ altes Tool, um die Lautsprecher einzumessen und per Room-EQ auf den Hörraum abzustimmen. Gut, mit der gegen Aufpreis in den jeweiligen App-Stores (bei Apple kostet der Spaß 22,99 EUR) erhältlichen Audyssey MultEQ Editor-App kann man schon zielgerichtet weitere Optimierungen vornehmen. An die Effizienz und Qualität von Dirac Live kommt man aber nicht heran.
Einmessen mit Audyssey MultEQ XT32
Mit dem serienmäßigen Audyssey MultEQ XT32 ist eine gute automatische Lautsprecher-Einmessung an 8 Hörpositionen inklusive Room-EQ möglich. Der Sweet Spot ist praxisgerecht, auch wenn man mit zwei oder drei Personen Inhalte anhört. Raumakustische Nachteile des jeweiligen Hörraums bekommt das System tadellos in den Griff. Allerdings werden kleine Eingriffe in die Klangcharakteristik gerade von Lautsprechern vorgenommen, die die Brillanz, die Plastizität und die Transparenz im Hochtonbereich etwas zurücknehmen. Das kann Dirac Live besser – die spezielle Charakteristik der jeweiligen Lautsprecher bleibt hier fast vollumfänglich erhalten.
Einmessen mit Dirac Live
Dirac Live ist beim Cinema 40 definitiv die beste Wahl. Das System optimiert den Klang frequenz- und zeitbezogen und führt eine Korrektur im ganzen Hörraum durch. Man kann Dirac Live mittels Smartphone/Tablet (mit passender App) oder aber am PC/Notebook verwenden. Die Nutzung ist komfortabel sowie einfach, und wie bei Audyssey MultEQ XT32 wird an verschiedenen Hörpositionen eingemessen, was den effektiv nutzbaren Sweet Spot erweitert.
In unseren Vergleichen ließ Dirac Live die klangliche Auslegung und die akustischen Fähigkeiten der verwendeten Lautsprecher nahezu komplett unberührt. Zugleich aber wurden die raumakustischen Nachteile effektiv kaschiert. In akustisch lebendigen Räumen wird der Klang merklich unaufgeregter und klarer sowie detailreicher, während in akustisch eher toten Lokalitäten nach der Dirac Live-Behandlung einen greifbareren, lebendigeren Sound herauszuhören ist.
Der Klang
Von einem AV-Verstärker der Liga des Cinema 40 erwartet man natürlich auch akustisch eine Menge. Nun wollen wir zunächst umschreiben, warum sich die Anschaffung eines teureren, leistungsfähigeren AV-Verstärkers lohnt. Schon Modelle der Liga um 1.500 EUR sind in der Lage, durchaus mit einem kraftvollen, räumlich dichten und lebendigen Klang zu verwöhnen, zumal die Decoder für Dolby Atmos und DTS:X längst zum Standard geworden sind und man auch hier, manchmal sogar schon inklusive Auro-3D, zeitgemäßes 3D-Audio genießen kann.
Was ist also der Unterschied zu einem Modell wie dem Cinema 40? Zunächst braucht man natürlich ein Lautsprechersystem, das der Performance des Cinema 40 gewachsen ist. Wir haben den Cinema 40 in einer 9.1.4-Konfiguration gehört, an Canton Reference-Lautsprechern – was eine harmonische Verbindung garantiert. Ein sehr kraftvoller ELAC Aktivsubwoofer vervollständigte unser Equipment.
Äußerst musikalisch
Nehmen wir nun als Beispiel die Dolby Atmos-Tonspur von „Lichtmond – The Journey“ mit den Titeln „The Journey Part 1“, „The Journey Part 2“, „Flowing Like A River“ und „Nothing But Change“. Hier merkt man schnell, selbst als weniger erfahrener Hörer, dass sich Geräte vom Schlage eines Cinema 40 durch die Kombination aus subtiler, fast schon spürbarer Räumlichkeit mit einem äußerst entschlossenen Antritt und einer enorm sauberen Auflösung über den gesamten Frequenzbereich auszeichnet.
Auch die Stimmen, die in Teilen der Titel enthalten sind, wirken sehr facettenreich und tonal glaubwürdig. Es ist somit schlichtweg das hohe Gesamtniveau, das den Reiz des Cinema 40 ausmacht, man hat das Gefühl, tiefer, umfassender einzutauchen in das Quellmaterial, das aktuell läuft.
Intensive Filmtonwiedergabe
Sehr deutlich merkt man das auch bei Filmen wie „Mission Impossible – Fallout“. Hier meistert der Cinema 40 die wenigen ruhigeren Sequenzen ebenso souverän wie die zahlreichen Actionszenen. Stets kennzeichnet es den AV-Verstärker, dass er auch mehrere parallel stattfindende akustische Ereignisse hervorragend verarbeiten kann. Dabei verliert er auch bei hohen Lautstärken sein Auflösungsvermögen nicht, sondern agiert nach wie vor mit enormer Sorgfalt.
Stimmen umreißt er immer treffend, und er arbeitet sie nahtlos in den tonalen Gesamtzusammenhang ein. Das ist bei Actionfilmen wie „Fallout“ nicht immer einfach, schließlich müssen die vokalen Anteile einerseits gut verständlich sein, allerdings kann sich eine Stimme nicht bei gleichzeitig stattfindenden Effekten unnatürlich weit in den Vordergrund schieben.
Sehr gut für Stereo geeignet
Ein echter Könner wie der Cinema 40 lässt sich zudem auch bei der nativen Stereowiedergabe nicht aus der Ruhe bringen. Bei „The Look Of Love“ von Diana Krall, bei „The Good Life“ von Till Brönner, aber auch bei der Disturbed-Coverversion von „Land Of Confusion“ markiert der Cinema 40 ausgezeichnete Zensuren, mit seiner stabilen Bühne, der hervorragenden Erfassung von Stimmen und bei der feinen Detaillierung auch kleiner musikalischer Einzelheiten. Die alte Weisheit, dass AV-Verstärker auch gehobener Preisklassen nicht für den Stereo-Einsatz taugen, widerlegt der Cinema 40 damit eindrucksvoll.
Fazit
Marantz ist mit dem Cinema 40 ein äußerst leistungsfähiger, komplett ausgestatteter und trotz der Funktionsvielfalt einfach zu bedienender AV-Verstärker gelungen. Er tritt im markanten, zugleich eleganten Design auf und befeuert mit seinen kraftvollen neun Endstufen auch Lautsprecher-Setups mit gewissem Anspruch. Räumlich dicht, detailreich und pegelfest, macht sich der Cinema 40 bei Filmton und bei Musik, gerne auch in Stereo, viele Freunde.
Die flexible Decoderauswahl, die Option, mit der Vorstufe bis zu 11.4-Kanal-Signale zu verarbeiten, das üppige Anschlussangebot und die sehr gute Fernbedienung bringen weitere Pluspunkte ein. Wir würden allerdings das moderne Dirac Live als serienmäßiges Lautsprechereinmess- und Room EQ-System mit auf den Weg geben.
Pro und Kontra
- Decoder für Dolby Atmos, DTS:X, Auro-3D, MPEG-H, IMAX Enhanced und 360 Reality Audio
- Praktischer und hilfreicher Assistent für die erste Einrichtung
- Elegante Optik und hochwertige Verarbeitung außen und innen
- Enorm reichhaltiges Anschlussangebot
- Vorstufe verarbeitet bis zu 11.4
- Vier unabhängige Pre-Outs zum Anschluss aktiver Subwoofer
- Sehr kräftiger, zugleich lebendiger, detailreicher Klang
- Hohe Pegelfestigkeit
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