Marantz CINEMA 70s Serie 2 Test: Kompakte Bauform, vielseitige Ausstattung und überzeugende Klangperformance
- Flaches, hochwertig verarbeitetes Gehäuse
- Umfangreiche Anschlussausstattung
- Sieben integrierte Endstufen
- Nur ein HDMI-Ausgang
Fazit:
Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 AV-Receiver ist eine absolut gelungene Lösung für Anwender, die ein vielseitiges Heimkino-System aufbauen möchten, dabei aber bewusst eine wohnraumfreundliche und optisch sehr ansprechende Komponente bevorzugen.
Ein hochwertiges Heimkino benötigt nicht zwangsläufig einen großformatigen AV-Receiver. Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 AV-Receiver richtet sich an Anwender, die Wert auf eine platzsparende Bauform, vielseitige Anschlussmöglichkeiten und eine hochwertige Klangwiedergabe legen. Mit sieben integrierten Endstufen, 7.2-Kanal-Signalverarbeitung und einer geringen Gehäusehöhe lässt sich die Komponente auch in Wohnumgebungen integrieren, in denen größere Heimkino-Geräte nur schwer unterzubringen sind.
Technisch orientiert sich der Slimline-Receiver an der aktuellen CINEMA Serie 2. Zu den wesentlichen Änderungen gehören eine 32-Bit-Achtkanal-DAC-Architektur, die Unterstützung für Dirac Live und zusätzliche Funktionen für die Kontrolle und Konfiguration des Heimkinos. Audyssey MultEQ XT bleibt als integriertes Raumkorrektursystem erhalten. Wer eine weitergehende Anpassung an die Raumakustik anstrebt, kann Dirac Live gegen Aufpreis ergänzen.
Auch bei der Bildsignalverarbeitung zeigt sich der Marantz vielseitig. Sechs HDMI-Eingänge, davon drei mit 8K-Unterstützung, ermöglichen die Einbindung moderner Zuspieler und Spielekonsolen. 4K/120, 1440p-Pass-Through und AMD FreeSync ergänzen die Gaming-Funktionen. Für Musik stehen HEOS Built-in, AirPlay 2, Roon Ready sowie die Connect-Angebote von Spotify, TIDAL und Qobuz zur Verfügung.
Der Kanalpegelmonitor, Web Control 2.0 und HDMI Diagnostics 2.0 erweitern die Möglichkeiten bei Einrichtung und Fehleranalyse. Bluetooth LE Audio und Dolby Atmos Music über AirPlay 2 sind als Funktionen für eine spätere Firmware-Aktualisierung angekündigt.
Optisch bleibt Marantz der charakteristischen CINEMA-Formensprache treu. Er ist in Schwarz und Silber-Gold erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 1.100 Euro.
Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 im Test: Kurz-Fazit
Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 kombiniert eine wohnraumfreundliche Bauform mit einer umfangreichen Ausstattung und einer angenehm ausgewogenen, dynamischen Wiedergabe. Er überzeugt im Heimkino mit guter Sprachverständlichkeit, präziser räumlicher Darstellung und kontrolliertem Tiefton. Die vielseitigen Anschlussmöglichkeiten, HEOS, AirPlay 2 und die Unterstützung von Dirac Live erweitern den Einsatzbereich. Bei sehr hohen Pegeln in größeren Räumen stößt die kompakte Verstärkerlösung allerdings eher an Grenzen als leistungsstärkere Modelle.
Die wichtigsten Fakten zum Marantz CINEMA 70s Serie 2
- Slimline-AV-Receiver mit 7.2-Kanal-Signalverarbeitung
- Sieben integrierte Endstufen mit jeweils 50 Watt an 8 Ohm
- 32-Bit-Achtkanal-DAC
- Dolby Atmos und DTS:X
- Audyssey MultEQ XT inklusive Audyssey Dynamic EQ und Dynamic Volume
- Optionale Raumkorrektur mit Dirac Live
- Keine Unterstützung für Dirac Bass Control und Active Room Treatment
- Sechs HDMI-Eingänge, davon drei mit 8K-Unterstützung
- Ein HDMI-Ausgang mit eARC
- Unterstützung für 4K/120, 1440p-Pass-Through und AMD FreeSync
- HEOS Built-in, AirPlay 2 und Roon Ready
- Spotify Connect, TIDAL Connect und Qobuz Connect
- Integrierter Kanalpegelmonitor
- Web Control 2.0 und HDMI Diagnostics 2.0
- USB-Ausgang zur Stromversorgung externer Geräte
- FM/AM-Tuner
- Bluetooth LE Audio und Dolby Atmos Music über AirPlay 2 als künftige Firmware-Funktionen angekündigt
- Farben: Schwarz und Silber-Gold
- Unverbindliche Preisempfehlung: 1.100 Euro
Für wen eignet sich der Marantz CINEMA 70s Serie 2?
Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 ist eine passende Wahl für alle, die einen flachen, vielseitig ausgestatteten AV-Receiver für das Wohnzimmer suchen. Er eignet sich für kompakte und mittelgroße Heimkinos ebenso wie für Musik und Filmliebhaber, die Streaming und Mehrkanalwiedergabe in einer Komponente bündeln möchten. Wer regelmäßig sehr große Räume mit hohen Pegeln beschallt oder umfangreiche Erweiterungen mit zusätzlichen Endstufen plant, sollte leistungsstärkere Modelle aus dem Marantz-Sortiment in Betracht ziehen.
Verarbeitung und Design




Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 folgt der charakteristischen Gestaltung der CINEMA-Produktfamilie. Seine geringe Bauhöhe erleichtert die Integration ins Wohnzimmer und die sorgfältige Verarbeitung und die wertigen Bedienelemente sorgen zugleich für einen überzeugenden Auftritt.
Elegante Optik, hochwertige Materialien
Die Front kombiniert eine massive Aluminiumblende mit strukturierten Kunststoff-Oberflächen an den Seiten. Große Drehregler für Eingangswahl und Lautstärke, passgenau integrierte Bedienelemente und das typische Bullaugen-Display prägen den eigenständigen Marantz-Look. Das Display fällt zwar kompakt aus, überzeugt aber mit einer gut erkennbaren Darstellung. Auch die Gehäusekanten und die Gerätestandfüße sind sorgfältig ausgeführt. Letztere verfügen seit dieser Generation über einen Filzbezug, der sich an den HiFi-Komponenten des Herstellers orientiert.
Kupferschrauben und ein robustes Metallchassis unterstreichen den soliden Gesamteindruck. Das flache Format wirkt in Verbindung mit den gerundeten Kanten elegant und zurückhaltend. In Schwarz fügt sich der Receiver dezent in dunklere Wohnumgebungen ein. Die Ausführung in Silber-Gold passt besonders gut in hellere Räumlichkeiten.
Aufgeräumter Innenaufbau
Das kompakte Gehäuse verlangt logischerweise nach einer platzsparenden Anordnung der Baugruppen. Dennoch wirkt das Innenleben übersichtlich und sorgfältig integriert. Die Konstruktion basiert auf einem Single-Layer-Chassis. Trafo, Kondensatoren, Stromversorgung und Digitalboard sind sauber angeordnet. Zusätzliche Kühlkörper unterstützen das Temperaturmanagement. Für die Belüftung sorgen Schlitzöffnungen an den Gehäuseseiten und der Oberseite. Auf aktive Lüfter verzichtet der CINEMA 70s Serie 2 gegenüber den größeren Modellen.
Fernbedienung mit beleuchteten Tasten
Marantz legt dem Receiver die gleiche Fernbedienung bei wie den größeren Modellen der CINEMA Serie 2. Das längliche Gehäuse liegt gut in der Hand und vermittelt eine wertige Anmutung. Die Tasten bieten einen klar definierten Druckpunkt und eine angenehme taktile Rückmeldung.
Ein praktischer Vorteil ist die Beleuchtung sämtlicher Tasten durch weiße LEDs. Sie lässt sich über eine seitliche Taste aktivieren und schaltet sich nach kurzer Zeit selbstständig ab. Direkte Eingangswahltasten, Lautstärkeregelung, Navigationskreuz, Wiedergabefunktionen, Smart Select und Klangmoduswahl erleichtern die tägliche Bedienung. Goldfarbene Akzente am Navigationskreuz greifen dabei das Design des Receivers auf.
Technik und Anschlüsse
HDMI und Gaming
Sechs HDMI-Eingänge stehen für die Verbindung mit Blu-ray-Playern, Streaming-Playern, Spielekonsolen und weiteren Zuspielern bereit. Drei Eingänge unterstützen 8K-Signale. Auch 4K mit hoher Bildwiederholrate wird berücksichtigt. Zu den Gaming-Funktionen gehören 1440p-Pass-Through und AMD FreeSync.
Bei den HDMI-Ausgängen bleibt es bei einem Anschluss mit eARC. Wer beispielsweise einen Fernseher und einen separaten Projektor gleichzeitig anbinden möchte, findet bei den größeren Modellen der CINEMA Serie mehr Flexibilität. Der CINEMA 60 Serie 2 verfügt über zwei, der CINEMA 50 Serie 2 sogar über drei HDMI-Ausgänge.
Analoge und digitale Audioanschlüsse
Für klassische Audioquellen stehen drei analoge Stereo-Cinch-Eingänge bereit. Ein weiterer Eingang ist für Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer vorgesehen. Digitale Zuspieler, die nicht über HDMI verfügen, können über einen optischen und einen koaxialen Eingang angeschlossen werden.
Der 7.2-Kanal-Vorverstärkerausgang ermöglicht die Einbindung externer Endstufen. Zusätzlich gibt es einen Stereo-Cinch-Ausgang für Zone 2. Auch gibt es DC-Trigger sowie Remote-Control-Ein- und -Ausgänge. Über den zusätzlich integrierten USB-Ausgang lassen sich geeignete externe Geräte mit Strom versorgen.
An der Vorderseite befindet sich ein 6,35-mm-Kopfhöreranschluss. Auf der Rückseite sind außerdem die Anschlüsse für die mitgelieferten WLAN- und Bluetooth-Antennen untergebracht.
Lautsprecheranschlüsse und Tuner
Sieben passive Lautsprecher können direkt angeschlossen werden. Die Lautsprecherterminals sind farblich gekennzeichnet, vergoldet und mit Kunststoffkapselungen versehen. Daran lassen sich problemlos Kabel mit größerem Querschnitt oder auch Bananenstecker anschließen.
Für den Radioempfang besitzt der Receiver einen FM/AM-Tuner. Digitalradio gibt es hier nicht, sondern gehört zur Ausstattung des Marantz CINEMA 60 DAB Serie 2.
Endstufenzuweisung und Raumkorrektur




Die sieben integrierten Endstufen erlauben unterschiedliche Lautsprecherkonfigurationen. Dazu zählen klassische 5.1- und 7.1-Systeme sowie 5.1.2-Aufbauten mit zwei Höhenlautsprechern. Der flexible Pre-Amp-Modus ermöglicht außerdem, einzelne interne Verstärkerkanäle als Vorverstärkerausgänge zu konfigurieren.
Auf den Center-Bi-Amp-Modus und den Dolby Atmos Channel Expander muss man beim CINEMA 70s Serie 2 verzichten.
Bei der automatischen Einmessung setzt Marantz auf Audyssey MultEQ XT. Die höher positionierten CINEMA-Modelle verfügen teilweise über Audyssey MultEQ XT32, das eine umfangreichere Filterauflösung bietet und bei mehreren Subwoofern zusätzliche Möglichkeiten zur getrennten Einmessung bereitstellt. MultEQ XT unterstützt die Audyssey MultEQ Editor App und bietet mit Dynamic EQ sowie Dynamic Volume weitere Funktionen.
Wer eine umfangreichere Raumkorrektur und noch höhere Präzision bei der Einmessung wünscht, kann auf Dirac Live setzen. Die Technologie gab es bisher noch nicht im Marantz Slimline AV-Receiver und kommt bei der Serie 2 hinzu. Allerdings unterstützt der AVR nur die reine Dirac Live Room Correction. Bass Control und Active Room Treatment werden vom CINEMA 70s Serie 2 nicht unterstützt.
Bedienung
Marantz legt Wert auf eine besonders einfache Einrichtung und übersichtliche Menüstruktur. Der CINEMA 70s Serie 2 AV-Receiver bietet daher, wie alle anderen Marantz-Modelle, einen umfangreichen Installationsassistenten, der auch Anwender ohne größere Heimkino-Erfahrung durch die wichtigsten Schritte begleitet. Ergänzend stehen vielfältige Einstellmöglichkeiten über das Bildschirmmenü und die netzwerkbasierte Web-Oberfläche zur Verfügung.
Schritt für Schritt-Konfiguration
Der Einrichtungsassistent wird in Full-HD-Auflösung dargestellt und ist vollständig auf Deutsch mit guter Übersetzung verfügbar. Unterstützende Grafiken unterstützen die einzelnen Arbeitsschritte. Es wird abgefragt, welche Lautsprecher vorhanden sind und bei Bedarf erklärt, wie sie aufgestellt und positioniert werden sollen. Anschließend führt der Assistent durch die Verkabelung, die Lautsprechereinmessung, die Verbindung der Zuspieler und die Netzwerkkonfiguration.
Auch die Anmeldung am HEOS-Konto ist in den Ablauf eingebunden. Abhängig von der gewählten Lautsprecherkonfiguration passt der Receiver die weiteren Schritte an. Das erleichtert sowohl die Einrichtung eines klassischen Stereo-Systems als auch die Konfiguration eines umfangreicheren Mehrkanal-Setups mit bis zu zwei Subwoofern.
Nach Abschluss der Installation lassen sich sämtliche wichtigen Parameter über das Setup-Menü anpassen. Die Menüstruktur ist übersichtlich und logisch aufgebaut. Eingaben über die Fernbedienung werden im Test zügig umgesetzt.
Audyssey MultEQ XT im Praxiseinsatz
Die automatische Lautsprechereinmessung ermittelt Abstände, Pegel und Übergangsfrequenzen. Zusätzlich wird die Polarität geprüft, bei Auffälligkeiten gibt das System entsprechende Hinweise aus. Wer die automatische Korrektur nicht nutzen möchte, kann die relevanten Parameter aber auch manuell einstellen.
Audyssey MultEQ XT liefert eine solide Grundlage für die Anpassung des Lautsprechersystems an den Hörraum. Die zusätzlichen Funktionen Dynamic EQ und Dynamic Volume helfen dabei, die Wiedergabe an unterschiedliche Lautstärken und Hörsituationen anzupassen.
Bei der Einmessung wurden im Test die Lautsprecherpositionen und Pegel zuverlässig erfasst. Kleinere Abweichungen ließen sich anschließend unkompliziert korrigieren. Für Anwender, die eine einfache und nachvollziehbare Einrichtung bevorzugen, ist das System eine komfortable Lösung.
Dirac Live als optionale Erweiterung
Mit der Dirac-Live-Unterstützung eröffnet der CINEMA 70s Serie 2 zusätzliche Möglichkeiten zur Raumkorrektur. Voraussetzung sind eine passende Lizenz und geeignetes Messequipment. Der zusätzliche Aufwand fällt zwar etwas höher aus als die praktisch Plug&Play-Variante bei der geführten Audyssey-Einmessung, kann sich bei akustisch anspruchsvollen Räumen aber lohnen.
Dirac Live profitiert zweifellos von einer höheren Präzision bei der Einmessung und sorgt für nochmals höhere Immersion und Exaktheit bei der Platzierung von 3D-Klangeffekten. Allerdings müssen die Lizenzkosten in die Kaufentscheidung einbezogen werden. Die erweiterten Funktionen Dirac Bass Control und Active Room Treatment stehen ohnehin erst beim CINEMA 50 Serie 2 zur Verfügung.
Kanalpegelmonitor für mehr Kontrolle
Der integrierte Kanalpegelmonitor zeigt die aktuelle Aussteuerung der angeschlossenen Kanäle in einer Balkenansicht an. Die Darstellung lässt sich über die OPTION-Taste der Fernbedienung während der Wiedergabe aufrufen und wieder ausblenden. Sie erscheint als Overlay über dem laufenden Bild.
Das Werkzeug ermöglicht eine schnelle Kontrolle der Kanalaktivität und kann bei der Beurteilung komplexer Tonspuren hilfreich sein. Wer genau im Blick haben möchte, wo sich das akustische Geschehen genau abspielt, erhält hier eine praktische Ergänzung.
Web Control 2.0/HDMI Diagnostics 2.0
Über das Heimnetzwerk lässt sich der Receiver auch per Browser bedienen. Dazu wird die IP-Adresse des Geräts in die Adresszeile eingegeben. Die Web-Oberfläche bietet Zugriff auf alle Einstellungen, die auch über das Setup-Menü erreichbar sind, und ermöglicht die Konfiguration ohne direkten Zugriff auf das Bildschirmmenü.
Für erfahrene Anwender und CI-Profis sind die erweiterten Diagnosemöglichkeiten interessant. HDMI Diagnostics 2.0 unterstützt die Analyse von Signalwegen und kann dabei helfen, mögliche Probleme bei der HDMI-Verbindung einzugrenzen. Die erweiterten Einstellungen im Installationsmenü richten sich vor allem an versierte Anwender. Für die alltägliche Bedienung genügt in der Regel das On-Screen-Display.
HEOS und Streaming
Musikdienste und Netzwerkbibliothek
Die HEOS App bietet eine zentrale Oberfläche für unterschiedliche Quellen und Musikstreamingangebote. Unterstützt werden unter anderem Spotify, TIDAL und Qobuz. Dank der jeweiligen Connect-Funktionen können die Musiktitel auch direkt aus den Apps der Streaming-Anbieter gestartet werden.
Wer die HEOS App bevorzugt, kann darin Wiedergabelisten mit bis zu 1.000 Titeln anlegen und eine Wiedergabewarteschlange verwalten. Auch hochauflösende Audiodateien aus dem heimischen Netzwerk lassen sich abspielen. Internetradio und Podcasts ergänzen die Auswahl.
Der Startbildschirm der App lässt sich zudem an die eigenen Vorlieben anpassen. Anwender können festlegen, welche Musikdienste und Eingänge angezeigt werden und in welcher Reihenfolge sie erscheinen. Ein dunkler und ein heller Modus steht ebenfalls zur Auswahl.
AirPlay 2 und Roon Ready
Mit AirPlay 2 lässt sich Musik komfortabel von kompatiblen Apple-Geräten übertragen. Die Roon-Ready-Zertifizierung ermöglicht außerdem die Einbindung in die innovative Musikverwaltungssoftware, die eine enorme Anzahl von Zusatzinformationen bereitstellt. Damit deckt der Marantz sowohl die unkomplizierte Wiedergabe aus mobilen Apps als auch anspruchsvollere Netzwerk-Audio-Setups ab.
Geplante Erweiterungen per Firmware-Update
Für den CINEMA 70s Serie 2 sind weitere Funktionen angekündigt, die per Firmware-Update bereitgestellt werden sollen. Dazu gehört Bluetooth LE Audio. Diese Übertragungsvariante verringert das Delay bei der drahtlosen Audiosignalübertragung. Im Vergleich zu 200 bis sogar 600 ms bei konventionellem Bluetooth sorgt Bluetooth LE Audio für einen Wert von lediglich 100 ms. Für die Nutzung müssen allerdings auch die angeschlossenen Kopfhörer oder Lautsprecher das Protokoll unterstützen.
Zusätzlich soll Dolby Atmos Music über AirPlay 2 verfügbar werden. Damit wäre die Übertragung immersiver Musik von kompatiblen Apple-Geräten ohne eine zusätzliche, über HDMI angeschlossene Komponente möglich.
Klang
Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 AV-Receiver beweist, dass sich auch mit einer flachen Bauform ein mitreißendes Heimkinoerlebnis realisieren lässt. Seine Klangabstimmung verbindet eine angenehm warme Grundtendenz mit guter Detailauflösung, ausgeprägter Dynamik und einer überzeugenden räumlichen Darstellung. Dabei bleibt die Wiedergabe stets ausgewogen und wirkt auch bei komplexem Klanggeschehen angenehm geschlossen.
Heimkino: Räumlichkeit, Präzision und Sprachverständlichkeit
Im Mehrkanalbetrieb baut der Marantz eine weitläufige, atmosphärisch dichte Klangbühne auf. Geräusche und Effekte lösen sich überzeugend von den Lautsprechern, lassen sich präzise im Raum orten und werden bei Bewegungen nachvollziehbar weitergeführt. Besonders gefällt, wie mühelos der Receiver unterschiedliche Klangebenen miteinander verbindet. Auch wenn zahlreiche Effekte gleichzeitig auftreten, bleibt die Darstellung übersichtlich und lebendig, ohne dass einzelne Elemente unnatürlich in den Vordergrund treten.
Die Sprachwiedergabe gehört zu seinen Stärken. Stimmen besitzen Körper, klingen natürlich und werden mit einer ausgeprägten Präsenz dargestellt. Selbst in turbulenten Passagen bleiben Dialoge gut verständlich und klar vom übrigen Geschehen abgegrenzt. Im Mittel- und Hochtonbereich arbeitet der CINEMA 70s Serie 2 zahlreiche Details heraus, ohne analytisch oder gar scharf aufzutreten. Im Gegenteil, seine leicht warme Abstimmung verleiht der Wiedergabe eine angenehme Geschmeidigkeit, die gerade bei längeren Filmabenden gefällt.
Auch die Höhenkulisse überzeugt. Mit zwei Höhenlautsprechern entsteht eine glaubwürdige dreidimensionale Klangkulisse, die das Geschehen nachvollziehbar über die Ebene der konventionellen Surround-Lautsprecher hinaus erweitert. Effekte werden sauber platziert und fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein. Größere Setups mit zusätzlichen Höhenkanälen können Bewegungen naturgemäß noch differenzierter darstellen. Gemessen an seiner kompakten Bauform gelingt dem Marantz aber bereits mit einer überschaubaren Lautsprecherkonfiguration eine ausgesprochen immersive Wiedergabe.
Kraftvoller Bassbereich und überzeugende Dynamik
Wenn die Handlung an Fahrt aufnimmt, zeigt der CINEMA 70s Serie 2 eine erfreulich dynamische Seite. Impulse kommen schnell und präzise, kräftige Effekte besitzen den nötigen Nachdruck, und auch bei rasch wechselnden Klangereignissen bleibt die Wiedergabe strukturiert. Der Tiefton reicht tief hinab, überzeugt mit kontrolliertem Druck und lässt unterschiedliche Bassanteile gut voneinander unterscheiden. Dabei wirkt er weder übermäßig aufgedickt noch zu zurückhaltend.
Die Dynamik passt hervorragend zum insgesamt lebendigen Charakter des Receivers. Gleichzeitig behält er sich die typische und sehr angenehme Marantz-Klangchakteristik. Leise Details bleiben wahrnehmbar, kraftvolle Passagen erhalten genügend Energie und das Klangbild bewahrt auch bei anspruchsvollem Material seine Geschlossenheit. Erst bei sehr hohen Pegeln in größeren Räumen werden die Grenzen der integrierten Verstärkersektion deutlich. Dann lässt die Feinzeichnung etwas nach und Verzerrungen können zunehmen. Im typischen Wohnraumeinsatz bietet der Marantz jedoch überzeugende Reserven. Wer dauerhaft sehr große Räume mit extremen Lautstärken beschallen möchte, sollte eine leistungsstärkere Lösung oder die Ergänzung durch externe Endstufen in Erwägung ziehen.
Stereo: Musikalisch, fein aufgelöst und mit Spielfreude
Seine Qualitäten beschränken sich nicht nur auf die Mehrkanal-Filmtonwiedergabe. Auch bei Musik überzeugt der Marantz mit einer ausgewogenen Mischung aus Präzision und Musikalität. Stimmen werden charaktervoll und differenziert reproduziert, akustische Instrumente erhalten eine glaubwürdige Klangfarbe. Gerade im Mitteltonbereich gelingt ihm eine sehr angenehme Balance: Die Wiedergabe wirkt transparent und detailreich, ohne kühl oder überanalytisch zu erscheinen.
Bei dynamischer elektronischer Musik punktet der Receiver mit einem straffen Bassfundament und einer unmittelbaren Impulstreue. Rhythmische Impulse werden präzise umgesetzt, der musikalische Fluss bleibt erhalten. Gleichzeitig geht die Feindetailzeichnung nicht verloren. Auch feinere Nuancen und leise Begleitinformationen bleiben gut nachvollziehbar. Bei besonders anspruchsvollen Aufnahmen kann ein spezialisierter Stereo-Verstärker subtile dynamische Abstufungen und feinste Anschlagdetails zwar nochmal etwas stärker herausarbeiten. Der Abstand fällt angesichts der vielseitigen Auslegung des Marantz aber nicht übermäßig ins Gewicht.
Insgesamt präsentiert sich der CINEMA 70s Serie 2 als ausgesprochen vielseitiger Spielpartner. Er kombiniert eine angenehme Klangfülle mit guter Auflösung, räumlicher Präzision und einer lebendigen Dynamik. Dass er neben überzeugendem Heimkinosound auch bei der Musikwiedergabe viel Freude bereitet, unterstreicht den gelungenen Gesamtcharakter.
Klangcharakter auf einen Blick
Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 spielt angenehm warm, ausgewogen und mit erstaunlich ausgeprägter Dynamik. Stimmen klingen natürlich und authentisch, der Mittel- und Hochtonbereich überzeugt mit guter Detailzeichnung, ohne Schärfen in den Vordergrund zu stellen. Im Heimkino begeistert die präzise Raumabbildung mit einer geschlossenen, immersiven Surround-Kulisse. Der Bass liefert Druck und Tiefgang, bleibt dabei gut kontrolliert. Auch Stereo-Musik gibt der Receiver mit Spielfreude, Emotionalität und überzeugender Auflösung wieder. Lediglich bei sehr hohen Pegeln in größeren Räumen werden die Grenzen bei der Pegelfestigkeit deutlich.
Fazit
Der Marantz CINEMA 70s Serie 2 AV-Receiver ist eine absolut gelungene Lösung für Anwender, die ein vielseitiges Heimkino-System aufbauen möchten, dabei aber bewusst eine wohnraumfreundliche und optisch sehr ansprechende Komponente bevorzugen. Er verbindet die typische Marantz-Designsprache mit einer hochwertigen Verarbeitung, einer umfangreichen Anschlussausstattung und der umfangreichen HEOS-Streamingplattform.
Besonders überzeugend fällt die Kombination aus Film- und Musikwiedergabe aus. Im Heimkino präsentiert der Receiver Dialoge klar, Effekte räumlich präzise und dynamische Passagen mit spürbarem Nachdruck. Auch die Höhenkulisse gelingt dicht und glaubwürdig. Selbst anspruchsvolle Filmscores bleiben gut strukturiert. Im Stereobetrieb überzeugt er mit natürlicher Stimmwiedergabe, guter Detailzeichnung und einer angenehmen tonalen Balance.
Die Ausstattung ist für seine Größe und Preisklasse sehr umfangreich. Sechs HDMI-Eingänge, 8K-Unterstützung an drei Eingängen, 1440p-Pass-Through, AMD FreeSync, HEOS, AirPlay 2 und Roon Ready decken zahlreiche Anforderungen ab. Wenn noch Dolby Atmos Music via AirPlay 2 hinzukommt, deckt er ein sehr breites Spektrum ab.
Audyssey MultEQ XT ermöglicht eine unkomplizierte Einmessung, Dirac Live bietet eine optionale Alternative für Anwender mit höheren Ansprüchen an die Raumkorrektur. Kanalpegelmonitor und Web Control 2.0 ergänzen die Bedienung sinnvoll.
Wenn man einen Kritikpunkt anbringen möchte: Die kompakte Bauform fordert ihren Tribut bei den Leistungsreserven. In größeren Räumen und bei dauerhaft sehr hohen Pegeln zeigen sich Grenzen, und auch die Beschränkung auf zwei Höhenkanäle sowie einen HDMI-Ausgang sollte bei der Planung berücksichtigt werden.
Wer diese Punkte mit seinen persönlichen Anforderungen in Einklang bringen kann, erhält einen akustisch starken, gut ausgestatteten und hochwertig verarbeiteten AV-Receiver, der sich besonders für wohnraumorientierte Heimkino-Systeme empfiehlt.
Pro und Kontra
- Flaches, hochwertig verarbeitetes Gehäuse mit typischem Marantz-Design
- Umfangreiche Anschlussausstattung trotz kompakter Abmessungen
- Sieben integrierte Endstufen
- Überzeugende räumliche, geschlossene Filmtonwiedergabe
- Klare Sprachwiedergabe und gute Detailzeichnung
- Dynamischer, kontrollierter Tieftonbereich
- Musikalische und ausgewogene Stereo-Wiedergabe
- Audyssey MultEQ XT und optionale Dirac-Live-Unterstützung
- HEOS, AirPlay 2, Roon Ready und Connect-Funktionen
- Hintergrundbeleuchtete Fernbedienung
- Kanalpegelmonitor
- Umfassende Steuerung via webUI 2.0
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