NAD C 3030 Test – Kompakter Retro-Vollverstärker mit moderner Technik und starkem Klang
- Homogener und lebendiger Klang
- Sehr gute Pegelfestigkeit
- Schicke Retro-Optik
- Nur optischer und kein koaxialer Digitaleingang
Fazit:
NAD legt mit dem C 3030 für 999 EUR eine Punktlandung hin. Optisch verwöhnt der kompakt gehaltene Stereo-Vollverstärker mit geschickter Retro-Interpretation
NAD verbindet beim neuen Stereo-Vollverstärker C 3030 für 999 EUR verschiedene Trends geschickt miteinander. Zum einen sind HiFi-Geräte im Retro-Look der goldenen 70er HiFI-Jahre schon seit geraumer Zeit begehrt, zum anderen schätzen Kunden mehr und mehr kompakte Modelle. Der C 3030 mit einer Breite von 356 mm, einer Höhe von 129 mm und einer Tiefe von 329 mm ist also eine Kombination aus beidem, und er erfreut uns auch mit einer praxisgerechten Ausstattungsliste.
Wer zusätzlich zu HDMI-eARC, Phono-MM mit RIAA-Entzerrung sowie Bluetooth inklusive aptX noch umfassende Streaming-Fähigkeiten wünscht, muss sich noch ein paar Monate gedulden: Der C 3030 S mit BluOS-Modul für 1.299 EUR wird im Juni erwartet.
Klassischer Retro-Chic
Wenden wir uns unserem Testkandidaten zu, dessen Front von zwei beleuchteten, klassisch-analogen VU-Metern beherrscht wird. Unter den beiden Anzeigen untergebracht sind Power-Knopf, eine 6,25 mm-Kopfhörerbuchse sowie Drehregler für die Einstellung von Bass- und Hochtonbereich. Im rechten Teil der Frontblende befinden sich kleine runde Knöpfe für die unterschiedlichen Eingänge, und ganz rechts untergebracht sind der Balance-Regler (der eigentlich neben die Bass- und Höhenregelung gehört) sowie, darüber, der Lautstärkedrehregler.
Ein Display besitzt der C 3030 nicht, das ist aber auch nicht zwingend notwendig. Der Lautstärkeregler lässt sich dank seiner guten Führung tadellos bedienen. Unter dem Bedienelement deuten farbige LEDs auf den aktuellen Lautstärkepegel hin. Im Lieferumfang ist auch eine optisch attraktive Fernbedienung enthalten, die durch ihre kompakte Formgebung sehr gut in der Hand liegt.
Tadellose Verarbeitung
Der C 3030 ist sauber verarbeitet, was man zum Beispiel an der präzise eingepassten Frontblende erkennen kann. Auch der attraktiv gestaltete, solide Gehäusedeckel verdeutlicht das lobenswerte Qualitätsniveau. Keine Überraschungen birgt die Rückseite, hier finden wir preisklassenübliche Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse vor. Alle Buchsen sitzen fest.
Übersichtlicher Aufbau innen
Im Inneren finden wir einen übersichtlichen Aufbau vor. Der C 3030 – hier ist er ganz in der Moderne zu lokalisieren – verfügt über HybridDigital-Endstufen, die 50 Watt an Leistung pro Kanal bieten. Das klingt jetzt nicht nach einer überbordenden Performance, es scheint so, als wäre der C 3030 eher für den kleineren bis mittelgroßen Hörraum ausgelegt. Aber warten wir ab, was uns die Klangwertung später aufzeigen wird. Da digitale Endstufen nur wenig Verlustwärme im Verlauf des Verstärkungsprozesses erzeugen, findet man im Inneren keine großen passiven Kühlelemente.
Auch einen großen Transformator sucht man vergebens, der C 3030 verwendet ein Schaltnetzteil, wie es bei digitalen Endstufeneinheiten üblich ist. Der Netzteilbereich ist mit einem Blech abgeschirmt.
Praxisgerechte Anschlussbestückung
Anschlussseitig bietet der C 3030 vorn den bereits erwähnten Kopfhöreranschluss. Hinten finden sich dann eine USB-C-Service-Buchse, darunter ein HDMI-eARC-Terminal und ein optischer Digitaleingang. Neben der Service-Buchse ist zudem ein Reset-Knopf zu finden, Dieser ist in einer Vertiefung eingelassen und kann z.B. mit der Spitze eines sehr kleinen Schraubendrehers bedient werden.
Unterm Reset-Knopf ist der Phono MM-Eingang inklusive Erdung. Es folgen ein Line-In (Cinch) und ein Vorverstärkerausgang zum Anschluss eines aktiven Subwoofers – was sehr praktisch ist, denn auf diese Art und Weise kann man sich ein leistungsfähiges 2.1 System erstellen. Oberhalb dieser Anschlüsse sind zwei Kippschalter untergebracht. Einer ist für die Aktivierung des internen 80 Hz Highpass-Filters, der andere bietet die Möglichkeiten „VU Meter Signal In“ oder „Speakers Out“.
Was leistet der NAD C 3030 aus akustischer Sicht?
Wie es sich für einen NAD-Vollverstärker gehört, präsentiert sich auch der C 3030 als sauber abgestimmt. Er liefert einen in sich schlüssigen, zugleich aber lebendigen Klang. Mit der bereits erwähnten Leistung der Endstufen von 2 x 50 Watt ist das ideale „Revier“ für den C 3030 der kleinere bis mittelgroße Hörraum. In Dimensionen zwischen gut 15 und rund 25 Quadratmetern fühlt sich der kleine Retro-Verstärker richtig wohl.
Er liefert dann auch ein Leistungsvermögen, das locker auch für gehobene Ansprüche ausreicht. Wie man es von digitalen Endstufen kennt, wird kaum Wärme freigesetzt, darum erhitzt sich das Gerät auch nicht stark. Mit einer räumlich weiten Präsenz kann unser Testgerät bei „Vertigo Heroes“ von Boris Blank aufwarten. Der sehr spezielle elektronische Titel verlangt dem C 3030 gerade durch den massiven, fülligen Bassbereich einiges ab.
Auch mit Standboxen eine gute Wahl
Der C 3030 stellt sich der Herausforderung aber erfolgreich, und auch mit Standboxen, zum Beispiel aus der DALI Opticon MK2-Serie oder der Canton GLE S2-Baureihe, ergibt sich ein harmonisches akustisches Bild. Eine andere Option bietet sich aufgrund des auf der Rückseite enthaltenen Vorverstärkerausgangs für den direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. Dann kann man mit Regallautsprechern, beispielsweise auch aus den eben genannten Serien, und einem zusätzlichen aktiven Subwoofer für enormen Nachdruck bei der Wiedergabe tiefer Frequenzen sorgen. Natürlich macht es ebenso Sinn, recht schlanke, säulenartige Standlautsprecher, um einen aktiven Basslautsprecher zu ergänzen.
Gelungene Mischung aus Klangkultur und Dynamik
Welche klangliche Leistungen erbringt der C 3030 bei weiteren Stücken, die wir angehört haben? Wir machen zunächst vehement weiter und hören uns die Disturbed-Cover-Version von „Land Of Confusion“ an. Hier sind schon zahlreiche Verstärker ans Limit gekommen, gerade aus preisgünstigeren Regionen. Der C 3030 stellt die E-Gitarre mit Elan dar und auch bei erhöhter Lautstärke bleibt das Ergebnis klar und realistisch. Das gilt ebenso für die Stimme des Sängers.
Der Bassbereich ist kräftig, bei sehr hohem Pegel aber merkt man, dass dem kompakten C 3030 dann doch etwas „die Puste“ ausgeht. Aber für sein Format und seine Preisklasse leistet der Vollverstärker ohne Zweifel Beachtliches. Richtig gut schlägt sich der NAD bei „The Good Life“ von Till Brönner, Er bringt die Trompete mit klarer Kontur zur Geltung und sammelt auch hier wieder durch seine räumlich ausgezeichnete Präsentation Punkte.
Ausgezeichnete Stimmwiedergabe
Dass der C 303 auch mit starken Stimmen hervorragend umgehen kann, beweist er uns bei Diana Kralls „The Look Of Love“. Es ist nicht einfach, das Melancholische, Rauchige in Dianas Stimme tadellos zu betonen, schon gar nicht für einen doch relativ preisgünstigen Stereovollverstärker.
Dem C 3030 gelingt es allerdings, und auch, als das Klavier seinen Solo-Einsatz hat, notieren wir eine überraschend feine, kultivierte Wiedergabe. Bleibt der Klassiker „Fields Of Gold“ von Sting: Korrekt ausbalanciert, mit einer wieder sehr gut dosierten Räumlichkeit und einer akkuraten Auflösung über den gesamten darstellbaren Frequenzbereich macht der NAD bei diesem Titel große Freude.
Fazit
NAD legt mit dem C 3030 für 999 EUR eine Punktlandung hin. Optisch verwöhnt der kompakt gehaltene Stereo-Vollverstärker mit geschickter Retro-Interpretation und bietet beispielsweise zwei beleuchtete VU-Meter, ein Erkennungsmerkmal vieler HiFi-Boliden aus den glorreichen 70er Jahren. Technisch erweist sich der NAD als vollständig in der Moderne angekommen und ist mit kräftigen, sauber aufspielenden digitalen Endstufen ausgestattet.
Mit 50 Watt pro Kanal ist das Leistungsvermögen auf dem Papier nicht überdurchschnittlich ausgeprägt, in der Praxis aber kommt der C 3030 auch mit Standlautsprechern mittlerer Größe in Hörräumen von 20 b bis 25 Quadratmetern gut zurecht. Für den NAD spricht zudem die sinnvolle Anschlussbestückung: Phono MM mit RIAA-Entzerrung, HDMI-eARC, Bluetooth mit aptX HD oder ein Subwoofer-Pre-Out wären hier aufzuführen.
laden...




























