NAD C 3050 Test - Stereo-Vollverstärker mit hoher akustischer Leistungsfähigkeit
- Retro-Stil, gekonnt inszeniert
- Moderne Endstufentechnik
- Hochwertige DACs, Phono MM und Kopfhörerverstärker
- Übersichtliches, multifunktionales Layout
- Umfangreich bestückte Anschlusssektion
- Praktische Systemfernbedienung für bis zu vier Geräte
- Homogen, zugleich detailreich
- Kraftvolle und präzise Basswiedergabe
- Hohe räumliche Dichte
- Klanglich voll auf der Höhe
- Fazit
NAD selbst schreibt über das Gerät im Retro-Look: „Im C 3050 Stereo-Vollverstärker trifft die 50-jährige Innovationsgeschichte von NAD auf die Zukunft der HiFi-Technik.“ Das klingt beim ersten Durchlesen ziemlich hochtrabend – was bleibt davon übrig, wenn man sich mit dem C 3050 ausführlich auseinandersetzt? Beginnen wir mit dem Preis, der bei 1.599 EUR liegt. Das ist ein durchaus faires Niveau, gerade wenn man bedenkt, was man dafür bekommt – einen schicken, kraftvollen Vollverstärker im nostalgischen Look, der aber nicht aufgesetzt, sondern als durch und durch echt und konsequent erfasst wird.
Für 499 EUR zusätzlich kann der C 3050 mit dem MDC BluOS-D-Modul bestückt werden, das außer der BluOS Streaming-/Multiroom-Plattform auch noch das Lautsprechereinmess- und Room-EQ-System Dirac enthält. Der dazugehörige Modulschacht befindet sich auf der Rückseite des C 3050.
Retro-Stil, gekonnt inszeniert
Optisch, wir sprachen es schon kurz an, zitiert der C 3050 die goldenen 70er Jahre. Das Vinylgehäuse in Walnussholz-Optik, die beleuchteten VU-Meter auf der Gehäusefront und auch die Gestaltung der ganzen Regler und Bedienelemente auf der schwarzen Frontblende ergeben zusammen einen bis ins Detail stimmigen Gesamteindruck. Man schaut den sauber verarbeiteten Stereoverstärker einfach gerne an.
Moderne Endstufentechnik
Auch im Inneren ist der C 3050 akkurat aufgebaut – hier macht sich allerdings die Moderne breit, denn anstatt klassischer analoger Class AB-Endstufen montiert NAD einen HybridDigital UcD-Verstärker mit 100 Watt Dauerleistung und 135 Watt Impulsleistung pro Kanal. Großer Vorzug der Technologie, so NAD, sind die extrem niedrigen Rausch- und Verzerrungswerte. In unseren Testreihen bewahrheitet sich das, selbst bei deutlich erhöhtem Pegel stören wieder Verzerrungen noch Rauschen.
Hochwertige DACs, Phono MM und Kopfhörerverstärker
Für eine präzise Umwandlung analoger in digitale Signale steht ein Texas Instruments Differential-D/A-Wandler bereit. Hinzu kommt eine rauscharme Phonovorstufe, leider nur für Phono MM Tonabnehmersysteme, MC bleibt außen vor. Des Weiteren verfügt der C 3050 über einen hochwertig aufgebauten Kopfhörerverstärker.
Übersichtliches, multifunktionales Layout
Ganz oben befinden sich An- und Ausschalter, darunter praktische Wipptasten für Lautstärke und Quelle. Dazwischen angeordnet sind die Mute-Taste und ein Knopf mit der Beschriftung „EQ“. Dieser ist aber nur dann von Relevanz, wenn man das optionale MDC-Modul mit der BluOS/Dirac-Funktionalität hinten in den dafür vorgesehenen Schacht geschoben hat. Dann kann man mit der EQ-Taste verschiedene Dirac-Filtereinstellungen abrufen.
Darunter folgt eine zentral angeordnete Navigationseinheit, die von vier Tasten umgeben ist und für den Betrieb mit weiteren NAD-Komponenten ausgelegt sind. Die 10er Tastatur, die sich anschließt, kann aber auch in direkter Verbindung mit dem C 3050 verwendet werden: Mit den Zahlentasten ist es möglich, die Eingangsquelle direkt auszuwählen. Hier steht die „1“ für Phono, die „2“ für Line, die „3“ für Optical, die „4“ für Coax, die „5“ für HDMI und die „6“ fürs BluOS-Modul, falls vorhanden. Der untere Bereich mit den Tasten für den Spielbetrieb kann auch in Verbindung mit dem BluOS-Modul eingesetzt werden.
Umfangreich bestückte Anschlusssektion
Tradition und Moderne treffen auf der Rückseite des C 3050 zusammen. Für die Moderne steht der HDMI eARC-Anschluss, die Buchsen für die schon erwähnte Phonovorstufe inklusive Erdung befinden sich ebenfalls auf der Rückseite. Hinzu kommen ein koaxialer und ein optischer Digitaleingang, und ein Cinch-Stereo-Line-In-Eingang. Dank der Main In und Pre-Out-Anschlüsse kann man den C 3050 sowohl als reine Vorstufe als auch als reine Endstufe verwenden.
Sehr praktisch ist der Pre-Out zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. So kann man sich leistungsfähige 2.1-Setup auf einfachem Wege erstellen. Weiterhin kann man hinten am C 3050 zwei Lautsprecherpaare (A und B) anschließen.
Das eingebaute Bluetooth-Modul mit aptX HD ist bidirektional ausgelegt. Das heißt, dass man Daten kabellos vom Smartphone oder Tablet zum C 3030 übertragen kann, ebenfalls ist es möglich, Daten vom C 3050 zu einem Bluetooth-Kopfhörer zu transportieren.
Praktische Systemfernbedienung für bis zu vier Geräte

Kein Retro-Stil findet sich bei der mitgelieferten Fernbedienung namens SR 10, die als Systemfernbedienung und für die Steuerung von bis zu vier Geräten ausgelegt ist. Der Signalgeber ist recht hochwertig gestaltet und solide verarbeitet.
Wir besprechen hier nur die Bedienelemente, die in Verbindung mit dem Betrieb des Vollverstärkers zuständig sind. Nutzt man noch einen NAD CD-Player oder einen NAD-Tuner, kann man weitere Sektoren der Fernbedienung, wie zum Beispiel das Navigationskreuz, einsetzen.
Homogen, zugleich detailreich
Und es geht in die nächste Runde, wir hören diesmal „Ain’t No Sunshine“ von Eva Cassidy – und diesmal landen die Audiosignale am Phono MM-Eingang des NAD C 3050. Schließlich weist NAD extra darauf hin, dass eine hochwertige und rauscharme MM-Vorstufe integriert wurde. Die Klangqualität liegt definitiv auf einem beachtlichen Level, Evas Stimme kommt mit sauberen Konturen heraus, und die Instrumente entfalten eine intensive Wirkung, bedingt auch dadurch, dass die Wiedergabe straff und exakt erfolgt. Das Ergebnis bleibt tonal stets angenehm, auch dann, wenn man mit höherer Lautstärke hört.
Kraftvolle und präzise Basswiedergabe
Mit „Till Tomorrow“ von Till Brönner & Yello (TIDAL, Zuspielung per Bluetooth) gibt es ebenfalls keine Berührungsängste. Der C 3050 sortiert alle akustischen Elemente impulstreu ein und kann darüber hinaus mit einem kraftvollen, exakten Bass überzeugen. Tills Trompeteneinsätze kommen mit hervorragendem Timing und mit lebendiger Ausprägung heraus.
Kleine dynamische Differenzen nimmt der NAD C 3050 sicher auf und lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass er weit mehr ist als nur ein optisch schicker Retro-Vollverstärker. Er ist absolut ernst zu nehmen, kein Spielzeug für den Trendsetter, sondern eine hochwertige HiFi-Maschine auch für den anspruchsvolleren Hörer.
Hohe räumliche Dichte
Richtig gut, da mit viel räumlicher Weite und einer hohen Klarheit, agiert der C 3050 beim Radio-Edit des Trance-Klassikers „Insomnia“ (Zuspielung von TIDAL via Bluetooth). Auch den Sprechgesang holt er mit einem ausgezeichneten Maß an Verständlichkeit und nahtloser Einarbeitung heraus. Der kraftvolle Bass bereitet dem NAD keine Probleme. Er kann hier auch Lautsprecher bedienen, die entsprechend große Treiber für eine nachdrückliche Darstellung tiefer Frequenzen besitzen und dementsprechend belastbar sind.
Die Wechsel im dynamischen Gefüge im Verlauf des Songs arbeitet unser Testkandidat authentisch heraus, und dadurch, dass er immer rund und stimmig hinsichtlich des gesamten Klangbilds bleibt, kann man ohne Schwierigkeiten hohe Lautstärkebereiche erreichen und auch dort verweilen.
Klanglich voll auf der Höhe

Akustisch ist von Retro-Ambitionen nichts zu spüren. Der C 3050 agiert ausgesprochen kontrolliert und angenehm, was dafür sorgt, dass man nahezu jeden Musikstil zuspielen kann. Wir beginnen diesmal sehr lebhaft, mit der Disturbed-Coverversion des Klassikers „Land Of Confusion“ – die Zuspielung erfolgt via TIDAL über Bluetooth. Hier bringt der NAD Vollverstärker die enorme Dynamik sehr gut zur Geltung, gleichzeitig driftet der Titel nicht in eine zu harsche, zu aggressive Darstellung ab.
Die erzielbaren Pegel sind hoch, und die digitalen Endstufen setzen kaum Verlustwärme frei. Mit einer realistischen Räumlichkeit und einer soliden Ausarbeitung der unterschiedlichen akustischen Ebenen kann der C 3050 ebenfalls aufwarten. Erst bei sehr hoher Lautstärke leidet die Differenzierungsfähigkeit etwas.
Fazit
Der NAD C 3050 gefällt optisch durch die konsequente Retro-Optik sehr gut. Das gesamte Gehäuse und auch die restlichen Stilelemente sind von den 70er Jahren inspiriert, und NAD hat die gestalterische Rückblende mit viel Gefühl auch für Kleinigkeiten durchgezogen. Der Vollverstärker zeigt sich mit digitalen Endstufen, HDMI-Anschluss und Bluetooth als zeitgemäß ausgestattet.
Optional gibt es zudem ein Modul, das einfach hinten in den dafür vorgesehenen Schacht geschoben wird – anschließend stehen die BluOS Multiroom-/Streaming-Plattform und das moderne Einmesssystem Dirac Live bereit. Aber schon in der „Basisausführung“ erweist sich der C 3050 als klanglich sauber abgestimmter Vollverstärker, dessen Endstufen auch höhere Pegel klaglos verkraften. Seine räumlich klare, stets homogene Gesamtwiedergabe sorgt dafür, dass man Titel praktisch jeder musikalischen Stilrichtung in hoher Qualität anhören kann.
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