NAD M10 V3 Test: Kompakter Streaming-Vollverstärker mit Dirac Live, BluOS und beeindruckender Klangqualität
- Extrem kompakte Abmessungen
- Exzellentes 7 Zoll Touch-Display
- Kraftvolle und kultivierte Endstufen
- Mitgelieferte Fernbedienung besitzt keine Beleuchtung
Fazit:
Streaming-Vollverstärker, der mit seiner hervorragenden Verarbeitung, der eleganten Optik, der umfassenden Ausstattung und dem erstklassigen Klang begeistern kann.
Der NAD M10 mit Dirac Live Raumkorrektur war schon in den beiden ersten Generationen ein äußerst erfolgreicher Stereo-Streaming-Verstärker.
Die Neuerungen
Seit einiger Zeit bietet NAD nun die dritte, optisch nahezu unveränderte Version des M10 als M10 V3 zur unverbindlichen Preisempfehlung von 2.599 EUR an. Was wurde im Einzelnen, verglichen mit dem M10 V2, optimiert? Wenn man den exzellent verarbeiteten und sehr hochwertig erscheinenden Vollverstärker auspackt, stößt man beim Zubehör gleich auf eine neue Fernbedienung. Diese liegt ausgesprochen gut in der Hand und ist tadellos verarbeitet. Zweite Neuerung ist eine besonders hochwertig ausgeführte Phono MM-Vorstufe mit RIAA-Entzerrung. Und drittens hat sich einiges beim verbauten D/A-Wandler getan. Das aktuelle Exemplar ist ein ESS Sabre-DAC, der bis zu 768 kHz/32-Bit verarbeiten kann.
Hochwertige Endstufen
Da der M10 V3 einen durchaus beträchtlichen Kaufpreis aufweist, kann man natürlich erwarten, dass die eingebauten Endstufen ausgesprochen hochwertig und belastbar sind. Der Vollverstärker enttäuscht uns nicht: Hybrid Digital nCore-Endstufen mit extrem hohem Wirkungsgrad sowie außergewöhnlich niedrigen Verzerrungswerten befinden sich im Inneren des kompakten Geräts. Als Dauerleistung werden an 4 und auch an 8 Ohm jeweils 100 Watt pro Kanal erzeugt. Die dynamische Leistung beziffert NAD mit 160 Watt an 8 Ohm und mit 300 Watt an 4 Ohm.
BluOS-Plattform
Nach wie vor wichtiger Bestandteil des M10 V3 ist das eingebaute BluOS-Modul nebst der Steuerung über die entsprechende App. Bei Spotify, Qobuz und TIDAL sind die entsprechenden Connect-Versionen an Bord, sodass der M10 V3, nach seiner Einbindung ins Netzwerk (wahlweise wireless oder kabelbasiert) direkt aus der App des jeweiligen Musik-Streamingdienstes als Wiedergabegerät angewählt werden kann. Der M10 V3 verfügt zudem noch über Apple AirPlay 2, ein Roon Ready-Zertifikat und über einen MQA-Decoder.
Direkt aus der BluOS-App, die sehr funktional und übersichtlich gestaltet ist, kann man auf weitere Dienste wie z.B. Amazon Music oder auf eine Internet Radio-Plattform zugreifen. Die Einbindung des M10V3 in ein bestehendes BluOS-System oder die BluOS-Erstinstallation mit dem M10V3 als ersten BluOS-Gerät läuft problemlos ab. Wir wählten die Installation über Apple AirPlay 2, und nach weniger als 3 Minuten war alles geschehen.
Praktische Optionen
Der NAD M10 V3 zeigt sich hinsichtlich möglicher Verwendungs-Optionen sehr flexibel. Gleich zwei Vorverstärkerausgänge stehen rückseitig für den Anschluss aktiver Subwoofer zur Verfügung. Man kann aber auch, sehr komfortabel innerhalb der App, kompatible BluOS Wireless-Subwoofer zu seinem Setup hinzufügen. Weiterhin kann der Anwender zwei BluOS-Streaming-Lautsprecher wie zum Beispiel den Bluesound Pulse Flex oder den Bluesound Pulse M als Surround-Speaker definieren. Da der M10 V3 auch einen Dolby Digital-Decoder besitzt, sind dann beispielsweise 4.1 oder 4.2 Setups möglich. Daher zeigt sich der NAD Streamingverstärker auch für den Genuss von Filmton inklusive Rear-Beschallung aufgeschlossen.
Enorm hochwertig und einfach bedienbar
Wir haben es eingangs bereits erwähnt: Beim M10 V3 handelt es sich um ein hervorragend verarbeitetes Gerät. Die Front besteht beinahe ausschließlich aus dem sieben Zoll großen farbigen Touchscreen-Display. Dieses spricht sehr gut auf mit den Fingern gegebene Befehle an und stellt zudem enorm scharf und kontrastreich dar. Man kann direkt übers Touch-Display den gesamten Vollverstärker bedienen.
Links oben im Display befindet sich ein Symbol in der Optik einer Liste. Drückt man dieses, kommt man ins Geräte-Menü. Geht es nur rasch um die Auswahl des passenden Eingangs, hat man rechts im Display ein Kabel-Symbol – nach Druck darauf kann man umgehend den gewünschten Eingang aussuchen. Natürlich lässt sich das präzise ins massive Unibody-Gehäuse eingepasste Touch-Display auch dimmen. Die elegante Oberseite des M10 V3 beherbergt auch ein beleuchtetes NAD-Logo.
Praxisgerechte Anschlussauswahl
Besonders wichtige Bestandteile der Anschlussauswahl hatten wir bereits im bisherigen Verlauf unseres Testberichtes genannt. Der Vollständigkeit halber zählen wir den dedizierten Phono MM-Eingang und die beiden Subwoofer Pre-Outs hier nochmals auf. Hinzu kommt ein HDMI-eARC-Terminal.
Ebenfalls vorhanden sind ein optischer sowie ein koaxialer Digitaleingang, eine Ethernet-Schnittstelle, USB-A, ein Line-In und ein Pre-Out (beides RCA/Cinch) sowie ein 12 V Trigger Out und einmal IR-in. Sehr gut gefallen uns die Acryl-ummantelten, leichtgängigen und hochwertigen Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse.
Dirac Live
Der NAD M10 V3 ist mit dem Lautsprecher-Einmesssystem Dirac Live ausgerüstet, das auch einen Room EQ beinhaltet. Wir haben unser Testgerät natürlich mittels Dirac Live einmessen. Um später zu vergleichen, was Dirac Live bewirkt, kann man im Menü des M10 V3 die Funktion ein- und ausschalten. Das für die Messungen erforderliche, silberfarbene und kompakte Mikrofon ist im Lieferumfang enthalten. Die Einmessung selbst erfolgt im Querformat per App am Smartphone.
Während des Einmessvorgangs berücksichtigt Dirac Live nicht nur eine Hörpositionen, sondern verschiedene Hörplätze, damit später der Sweet Spot angemessen groß und somit praxisgerecht ist. Nachdem die Einmessung an den unterschiedlichen Positionen abgeschlossen ist, nimmt Dirac Live eine präzise Analyse der ermittelten Messresultate vor. Anschließend werden spezielle Filter, jeweils auf die individuelle Situation abgestimmt, kreiert, die dann auf den M10 V3 übertragen und dort angewendet werden.
Bei uns hat sich Dirac Live gerade in einem akustisch lebendigen Hörraum sehr gut bewährt. Der Klang erscheint sehr kultiviert, klar und in sich schlüssig. Zudem beeinflusst Dirac Live nicht die Klangcharakteristik der angeschlossenen Lautsprecher in störender Form. Unsere im Hochtonbereich sehr fein und differenziert aufspielenden Wharfedale Elysian 3 spielten auch mit Dirac Live-Einmessung sehr transparent und natürlich bei der Wiedergabe hoher Frequenzen auf.
„Plattenheld“
Wir haben es uns nicht nehmen lassen, und schlossen einen Thorens TD 403 DD inklusive Ortofon 2M Blue Tonabnehmer (MM) an die Phonovorstufe des M10 V3 an. Schließlich wollten wir genau wissen, ob der Vollverstärker den speziellen akustischen Reiz von Vinyl auch passend übertragen kann. Wir hörten „Ain’t No Sunshine“ von Eva Cassidy und waren sehr beeindruckt, wie sensibel und feinfühlig die Stimme herausgestellt wurde. Aber auch die exzellente räumliche Darstellung des NAD Streamingverstärkers sorgte für Begeisterung. Bei „West End Girls“ von den Pet Shop Boys machte der M10 V3 wieder durch die charismatische Stimmwiedergabe auf sich aufmerksam, während die Synthesizer-Klänge mit einem hohen Maß an Klarheit und Struktur zum Ausdruck kamen.
Die legendäre Eröffnungs-Musik der Star Wars-Filme folgte dann – und wieder ist es die enorme atmosphärische Dichte und die ausgezeichnete Feindynamik, die den M10 V3 auszeichnen. Klar, das möchten wir nicht verschweigen, mit einer hochwertigen, externen Phonovorstufe wird man nochmals mehr aus der Schallplatte herausholen. Aber die eingebaute Phonovorstufe verrichtet wirklich einen überzeugenden Dienst, sodass man keinesfalls gezwungen ist, sich zusätzlich zum M10 V3 sofort noch einen eigenen Phono-EQ zu kaufen.
Akustisch kraftvoll & souverän
Nun haben wir dem M10 V3 Material über TIDAL Connect zugespielt. Und wieder hat es uns Musik aus den Star Wars-Filmen angetan – wir hören den „Imperial March“ (John Williams, gespielt von den Wiener Philharmonikern). Das Machtvolle, Beeindruckende dieses Stücks stellt der M10 V3 deutlich heraus und meistert sämtliche Dynamiksprünge mit Bravour. Das gilt auch für „Live And Let Die“ (Paul McCartney & Wings). Hier kann der NAD Vollverstärker beinahe verschleiern, wie viele Jahrzehnte der Song schon hinter sich hat, er wurde Anfang der 70er Jahre zur Titelmelodie des gleichnamigen James Bond 007-Films. Die klare Stimmwiedergabe, der fundierte Bassbereich und die weitläufige Dynamik haben uns hier nahezu restlos überzeugt.
„Over The Hills And Far Away“ in der Nightwish-Coverversion belegt, dass der M10 V3 auch mit extrem schnellen Heavy Metal-Rhythmen sehr gut zurechtkommt. Die saubere Differenzierung aller akustischen Elemente auch bei deutlich gehobenem Pegel ist hier ein wesentlicher Vorteil, ebenso punktet unser Testkandidat hinsichtlich der Stimmwiedergabe.
Fazit
Mit dem M10 V3 ist NAD auch in der mittlerweile dritten Auflage ein exzellenter Streaming-Vollverstärker gelungen, der mit seiner hervorragenden Verarbeitung, der eleganten Optik, der umfassenden Ausstattung und dem erstklassigen Klang begeistern kann.
Für alle im Test gezeigten Qualitäten ist auch der Kaufpreis mehr als fair. Mit dem eingebauten BluOS-Streamingmodul, dem ausgezeichneten Phono MM-Vorverstärker, dem Dirac Live Lautsprechereinmess- und Room EQ-System und der praxisgerechten Anschlussbestückung ist die Ausstattung zudem nicht nur üppig, sondern zugleich sinnvoll.
Pro und Kontra
- Extrem kompakte Abmessungen
- Exzellentes 7 Zoll Touch-Display
- Kraftvolle und kultivierte Endstufen
- Dirac Live als Einmess-/Room EQ-System an Bord
- Flexibles und praktisches BluOS-Streaming-Modul
- Einbindung von 2 Rear-Lautsprechern und 2 Subs möglich
- Dolby Digital-Decoder
- Sinnvolle Anschlussbestückung inklusive HDMI-eARC
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