Onkyo M-80 Test – Kraftvolle, dynamische Stereo-Endstufe in schickem Design und mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis
Wer auf eine maximale Störungsarmut bei der Wiedergabe durch die HiFi-Kette Wert legt, optimiert den Hörraum akustisch, verwendet gute Kabel, eine hochwertige Steckdosenleiste mit Netzfilter und – eine leistungsfähige Vor-/Endstufenkombination. Bei einer solche Zwei-Geräte-Lösung arbeiten Vor- und Endstufe in getrennten Gehäusen, und daher können sich Signale nicht negativ gegenseitig beeinflussen.
Von der beliebten Spezies „leistungsfähige Stereo-Endstufe zum fairen Preis“ begrüßen wir die Onkyo M-80 für 1.599 EUR im Testraum. Ideal arbeitet der Zweikanal-Leistungsverstärker aus optischer und natürlich aus akustischer Sicht mit dem Onkyo P-80 Streaming-Vorverstärker zusammen. Selbstverständlich kann man den M-80 Endverstärker aber auch zusammen mit anderen Vorstufen nutzen – oder zum Beispiel beim Einsatz eines Mehrkanal-Verstärkers, der auch für den Stereobetrieb dienen soll, die M-80 Endstufe für den vorderen linken und rechten Kanal verwenden.
Moderne und klassische Stilelemente vereint
Die nicht allzu ausladende Endstufe kombiniert aus optischer Perspektive geschickt klassische Merkmale mit modernen Zügen. So sind die beiden VU-Meter, die die Front dominieren, eine Hommage an glorreiche HiFi-Zeiten der 70er Jahre, auch der Schriftzug unten mittig auf der Frontblende mit der Produktbezeichnung weckt nostalgische Gefühle. Sonst tritt die Leistungsendstufe enorm modern und schlicht auf. Lieferbar ist die M-80 Endstufe in silberner oder schwarzer Ausführung.
Solide Verarbeitung und flexible Beschaltung
Der Onkyo M-80 Endverstärker besitzt ein akkurat verarbeitetes Gehäuse mit Aluminium-Seitenwänden und einem Deckel aus Stahl. Durch diese Kombination wird ein hohes Maß an Steifigkeit und Vibrationsarmut erzielt. Auch die exakt eingepasste Frontblende wirkt solide. Unter dem Gerät befinden sich vertrauenserweckende, ebenfalls sauber verarbeitete Standfüße.
Die Rückseite des M-80 punktet ebenfalls mit einem tadellosen Finish, für die Verbindung mit dem Vorverstärker gibt es symmetrische XLR-Buchsen und asymmetrische Cinch-Eingänge. Mittels Kippschalter, der ebenfalls auf der Rückseite untergebracht wurde, schaltet man zwischen XLR- und Cinch-Betrieb um. Ein 12 V Trigger-Eingang ist ebenfalls vorhanden. Solide, acrylummantelte Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse stehen für zwei Lautsprecherpaare (A+B) zur Verfügung.
Hochwertige Merkmale
Onkyo setzt beim M-80 auf leistungsfähige Technik. Zu nennen wäre zunächst der dreistufige invertierte Darlington-Verstärker. Zu seinen Vorzügen gehören die äußerst niedrige Ausgangsimpedanz – daher können Lautsprecher mit hohem Strom nachdrücklich angetrieben werden – und die geringe negative Rückkopplung (NFB). Das setzt störendes Rauschen deutlich herab. Der Klang, so verspricht es der Hersteller, soll kraftvoll und hoch bezüglich der Auflösung über den gesamten Frequenzbereich sein.
Die Transistoren in der Ausgangsstufe sind parallelgeschaltet – und stehen für eine enorme Stromversorgungsleistung. Onkyos‘ hauseigenes DIDRC-System (Dynamic Intermodulation Distortion Reduction Circuitry) sitzt in der Treiberstufe und reduziert durchs High Slew Rate-Design (eine hohe Slew-Rate ermöglicht es dem M-80, schnelle Änderungen im Eingangssignal ohne Verzerrung zu verarbeiten) Verzerrungen und Rauschen im Ultrahochfrequenzband.
Die Leistung der Endstufe beziffert Onkyo mit 200 Watt/Kanal (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 Prozent Gesamtklirrfaktor, 1 Kanal ausgesteuert) beziehungsweise mit 130 Watt/Kanal (8 Ohm, 20 Hz bis 20 kHz, 0,07 Prozent Gesamtklirrfaktor, 2 Kanäle ausgesteuert).
Finish Innen
Zwar verbaut Onkyo durchaus hochwertige Baugruppen, doch so richtig große Freude mag beim Anblick des Innenlebens nicht aufkommen, hier merkt man doch die relativ günstige Preisklasse. Überzeugen können uns die hochwertigen ELKOs und der Aluminium-Kühlkörper.
Zudem hätten wir uns, auch in dieser Preisliga, über einen Ringkerntransformator gefreut. Insgesamt kann man nicht ernsthaft „meckern“, aber wenn man zugegebenermaßen teurere Endstufen mit sehr sorgfältigem Aufbau gewohnt ist, fallen solche Kleinigkeiten auf.
Leistungsstark und durchdacht
Im M-80 verbauen die Japaner ein speziell entwickeltes Hochstromnetzteil, das einen dynamischen Klang über den gesamten darstellbaren Frequenzbereich sicherstellt. Für die stets passende Thermik kommt ein Kühlkörper aus stranggepresstem Aluminium zum Einsatz. Ergänzt wird dieses Setup durch besonders hochwertige, exklusiv für Onkyo gefertigte 10.000 Microfarad-Elektrolyt-Kondensatoren als leistungsfähiger Kurzzeitstromspeicher.
Dynamischer, kräftiger Klang
Klanglich haben wir den M-80 in Verbindung mit dem passenden Onkyo P-80 Vorverstärker, aber auch zusammen mit einem Marantz MODEL 30 (der dann als Vorstufe konfiguriert wurde) getestet. Und in beiden Kombinationen konnte der M-80 mit seiner ausgezeichneten Gesamtdynamik und seiner überzeugenden Darstellung musikalischer Einzelheiten Akzente setzen. So bei „Better Than Anything“ von Natalie Cole und Diana Krall, hier gefällt uns auch die präzise Modellierung der beiden weiblichen Stimmen und die klare Darstellungen der Konturen der E-Gitarre beim Solo.
Bei Till Brönners entspanntem Stück „Viva La Felicità arbeitet der Onkyo-Endverstärker die instrumentalen wie auch die vokalen Elemente mit angenehmer Homogenität heraus und gefällt wieder durch eine realistische, umfassende Räumlichkeit.
Pegelfest und räumlich ausdrucksstark
Kraftvoll und lebendig agiert der M-80 bei „Money For Nothing“ von den Dire Straits, und ebenfalls fällt auch bei diesem Titel wieder die Darstellung von Stimmen positiv auf, mit charismatischer Ausprägung und nahtloser Einarbeitung. Die E-Gitarre tritt entschlossen und klar auf, das Schlagzeug kommt exakt auf den Punkt, sodass wir eine sehr dynamische, zugleich gefällige Wiedergabe genießen – die auch bei deutlich erhöhtem Pegel souverän bleibt.
Der M-80 ändert seine Charakteristik bei hohen Lautstärken nicht, was für eine leistungsstarke Stromversorgung und für eine effektive Kühlung spricht. Richtig „krachen“ lässt es der Endverstärker bei „Ratchets“ von Hedegaard – die Bässe haben eine hervorragende Substanz, und die Härte ist enorm. Wieder notieren wir zudem eine räumlich dichte Gesamtwiedergabe.
Fazit
Der Onkyo M-80 Endverstärker liefert zum Preis von knapp 1.600 EUR eine erstaunliche Leistung ab. Er bietet einen klaren, sehr kräftigen, dynamischen und gut auflösenden Klang. Diese Auslegung behält er auch bei höheren Lautstärken konsequent bei.
Auch die für die Preisklasse sehr gute Verarbeitung bringt Punkte aufs Onkyo-Konto. Praktisch ist darüber hinaus, dass der M-80 sowohl über Cinch- als auch über XLR-Anschlüsse verfügt. Optisch tritt der M-80 sehr gelungen auf und kombiniert stilvoll moderne und klassische Elemente miteinander.
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