Onkyo MUSE Y-50G Test - Netzwerk-Vollverstärker mit klassischem HiFi-Design und moderner Streaming-Technik
- Sehr hochwertige Verarbeitung
- Großes, hochwertiges Display
- Charaktervolles Design
- Raumeinmessung erfordert separate App
Fazit:
In der Summe ist der Onkyo MUSE Y-50Gein besonders vielseitiger und hochwertig ausgestatteter Netzwerk-Vollverstärker, der nicht nur optisch eine Brücke zwischen klassischem HiFi und moderner Technik schlägt.
Anlässlich des 80-jährigen Firmenjubiläums schlägt Onkyo mit der MUSE-Serie ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte auf. Der japanische Hersteller verbindet dabei Elemente seiner traditionsreichen HiFi-Vergangenheit mit aktueller Streaming-Technologie, moderner Konnektivität und einem deutlich eigenständigeren Design. Der MUSE Y-50G Network Integrated Amplifier Anniversary Edition nimmt dabei eine besondere Stellung ein und orientiert sich optisch an legendären Onkyo- und Integra-Komponenten der 1990er-Jahre.
Auffällig sind die Bordeaux-Walnussholz-Seitenteile, die massive Aluminium-Front in Champagner-Gold sowie die charakteristisch gestaltete, belüftete Gehäuseoberseite. Ergänzt wird der klassische HiFi-Auftritt durch ein modernes 5,46-Zoll-Farbdisplay, das neben Titelinformationen und Systemeinstellungen auch analog anmutende VU-Meter darstellt. Damit verbindet der Y-50G nostalgische Designelemente mit einer zeitgemäßen Bedienung.
Technisch präsentiert sich der kompakte Netzwerk-Vollverstärker ausgesprochen vielseitig. Eine Class-D-Endstufe mit Axign-Technologie und MOS-FET-Ausgangsstufe stellt bis zu 250 Watt Leistung pro Kanal an 4 Ohm bereit. Gleichzeitig bietet der MUSE Y-50G eine umfangreiche Anschlussausstattung.
Auch beim Streaming ist der Y-50G auf dem aktuellen Stand. Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Air Play 2, Google Cast und Qplay gehören ebenso zur Ausstattung wie die Steuerung über die Onkyo Controller Ap.
Eine speziell für die MUSE-Serie entwickelte Raumkalibrierung soll darüber hinaus eine optimale Anpassung an unterschiedliche Hörumgebungen ermöglichen.
Damit verfolgt Onkyo beim MUSE Y-50G einen interessanten Spagat: klassisches HiFi-Design und eine aufwändige Materialauswahl treffen auf moderne Netzwerkfunktionen, umfangreiche Anschlussmöglichkeiten und leistungsfähige Digitaltechnik. Wie überzeugend dieses Konzept in der Praxis funktioniert und ob der Y-50G auch klanglich an die hohen Erwartungen anknüpfen kann, klären wir im Test.
Onkyo MUSE Y-50G im Test: Kurzfazit
Der Onkyo MUSE Y-50G überzeugt im Test als hochwertiger und ausgesprochen vielseitiger Netzwerk-Vollverstärker. Er verbindet eine eigenständige, klassisch inspirierte Optik mit moderner Bedienung und Streaming-Technik. Klanglich spielt er detailreich, dynamisch und kraftvoll auf, überzeugt mit natürlicher Stimmenwiedergabe sowie einem präzisen, kontrollierten Tieftonbereich und bleibt auch bei komplexen Musikpassagen souverän. Die Raumkorrektur kann die klangliche Homogenität zusätzlich verbessern. Lediglich der Hochton kann bei höheren Pegeln je nach Aufnahme und Lautsprecher etwas fordernd wirken.
Unser Urteil: Der MUSE Y-50G ist eine überzeugende Wahl für anspruchsvolle HiFi-Hörer, die Wert auf Klangqualität, Leistung, vielseitige Anschlussmöglichkeiten und einen charaktervollen Auftritt legen.
Die wichtigsten Fakten zum Onkyo MUSE Y-50G
- Verstärkerleistung: 2 x 250 Watt an 4 Ohm bzw. 2 x 125 Watt an 8 Ohm
- Verstärkertechnik: Axign Class D mit MOSFET-Ausgangsstufe
- Phono: MM/MC mit separatem Umschalter und Masseanschluss
- Analoge Eingänge: 3x Stereo-Cinch
- Digitale Eingänge: 1x HDMI, 1x optisch, 1x koaxial
- TV-Anbindung: HDMI ARC
- Ausgänge: Cinch Pre-Out und separater Subwoofer-Ausgang
- Netzwerk: Ethernet und WLAN
- Bluetooth: integriert
- Streaming: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, AirPlay 2, Google Cast und Qplay
- Bedienung: Direkt am Gerät, per Fernbedienung und Onkyo Controller App
- Display: 5,46-Zoll-Farbdisplay mit Titelinformationen und virtuellen VU-Metern
- Raumkorrektur: proprietäres Room-EQ-System mit separater Onkyo Room EQ App
- Design: Champagner-Gold, Bordeaux-Walnuss und San-Kuzushi-Muster
- Kühlung: passive, lüfterlose Kühlung
- Kopfhöreranschluss: 6,3-mm-Klinke
- Frontanschluss: USB-A
Für wen eignet sich der Onkyo MUSE Y-50G?
Der Onkyo MUSE Y-50G richtet sich an anspruchsvolle HiFi-Hörer, die einen leistungsfähigen Vollverstärker mit umfangreicher Netzwerk- und Streaming-Ausstattung suchen. Besonders interessant ist das Gerät für Anwender, die digitale Quellen und Streaming-Dienste ebenso selbstverständlich nutzen möchten wie klassische analoge Komponenten.
Der MUSE Y-50G eignet sich insbesondere für:
- Hohe Leistungsanforderungen: Die hohe Ausgangsleistung bietet auch für anspruchsvollere Lautsprecher umfangreiche Leistungsreserven
- Streaming-Nutzer: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, AirPlay 2 und Google Cast ermöglichen eine vielseitige Einbindung moderner Musikquellen.
- Vinyl-Liebhaber: Der integrierte MM/MC-Phono-Eingang erlaubt den direkten Anschluss von Plattenspielern ohne zusätzlichen Phono-Vorverstärker.
- TV- und Heimkino-Anwender: Über HDMI ARC lässt sich der Verstärker unkompliziert in eine TV-Wiedergabekette integrieren.
- Hörer mit unterschiedlichen Quellen: Drei analoge Cinch-Eingänge sowie optische, koaxiale und HDMI-Anschlüsse bieten viel Flexibilität.
- Fans klassischer HiFi-Optik: Die Kombination aus Champagner-Gold, Bordeaux-Walnuss und San-Kuzushi-Muster setzt bewusst einen eigenständigen Akzent.
- Hörer mit Interesse an Raumkorrektur: Das integrierte Room-EQ-System kann die Wiedergabe an die akustischen Eigenschaften des Hörraums anpassen.
Weniger ideal ist der MUSE Y-50G für Anwender, die eine möglichst einfache Plug-and-Play-Lösung ohne zusätzliche App für die Raumkorrektur erwarten. Auch wer ein besonders zurückhaltendes oder rein modernes Gerätedesign bevorzugt, dürfte mit dem bewusst nostalgisch geprägten Erscheinungsbild weniger anfangen können.
Verarbeitung und Design
Beim MUSE Y-50G verbindet Onkyo klassische HiFi-Elemente mit einer eigenständigen, ausgesprochen hochwertigen Gestaltung. Der Netzwerk-Vollverstärker orientiert sich dabei bewusst an der Designsprache früherer Integra-Komponenten, interpretiert diese jedoch mit modernen Materialien und Details neu. Im Test hinterlässt das Gerät sowohl hinsichtlich der Materialauswahl als auch der Fertigungsqualität einen sehr hochwertigen Eindruck.
Hochwertige Aluminiumfront und präzise Verarbeitung
Die Front des MUSE Y-50G wird von zwei massiven Aluminiumblenden geprägt, die gemeinsam mit dem zentral angeordneten 5,46-Zoll-Farbdisplay die markante Gerätefront bilden. Die champagnergoldfarbene Oberfläche verleiht dem Verstärker einen edlen Charakter und greift gleichzeitig die klassische HiFi-Optik vergangener Onkyo-Generationen auf. Der goldfarbene Onkyo-Schriftzug setzt dabei einen zusätzlichen Akzent.
Sämtliche Bedienelemente sind sauber in die Front integriert. Auch bei der Verarbeitung gibt sich der MUSE Y-50G im Test keine nennenswerten Blößen. Scharfe Kanten, auffällige Spaltmaße oder sonstige sichtbare Fertigungsmängel konnten wir nicht feststellen. Das Gehäuse vermittelt insgesamt einen robusten und verwindungssteifen Eindruck und ist auf eine möglichst vibrationsarme Unterbringung der Elektronik ausgelegt.
Bordeaux-Walnuss als Hommage an klassisches HiFi
Ein besonderer Blickfang sind die seitlichen Verkleidungen aus Bordeaux-Walnussholz. Sie erinnern bewusst an klassische High-End-Komponenten und verleihen dem ansonsten technisch geprägten Gerät eine warme, wohnraumfreundliche Note. Gleichzeitig sind die Holzblenden keineswegs nur dekoratives Beiwerk: Sie sitzen dank einer Kombination aus Passstiften und Magneten präzise am Gehäuse und lassen sich sicher befestigen.
Die Verbindung aus dunklem Walnussholz und der champagnergoldfarbenen Aluminiumfront verleiht dem MUSE Y-50G eine unverwechselbare Optik. Damit hebt sich der Verstärker deutlich von der meist zurückhaltenden Gestaltung moderner Streaming-Komponenten ab und schlägt zugleich eine Brücke zu Onkyos eigener HiFi-Historie.
San-Kuzushi-Muster als markantes Designelement
Auch die Oberseite greift den japanischen Charakter des MUSE Y-50G auf. Der belüftete Gehäusedeckel ist mit einem San-Kuzushi-Muster versehen, das nicht nur optisch auffällt, sondern gleichzeitig die notwendige Belüftung der Elektronik ermöglicht.
Die großflächigen Öffnungen unterstützen die passive Kühlung des Verstärkers. Dadurch kann Onkyo auf einen Lüfter verzichten, was einen besonders geräuscharmen Betrieb ermöglicht. Gleichzeitig fügt sich die technische Funktion nahtlos in das Gestaltungskonzept ein: Der Gehäusedeckel wirkt nicht wie ein rein funktionales Bauteil, sondern wird zu einem eigenständigen Designelement.
Insgesamt präsentiert sich der Onkyo MUSE Y-50G als ausgesprochen hochwertig gefertigter Netzwerk-Vollverstärker, der traditionelle HiFi-Gestaltung mit modernen Materialien und japanisch inspirierten Details kombiniert. Besonders die Bordeaux-Walnussholz-Seitenteile, die Aluminiumfront und das San-Kuzushi-Muster verleihen ihm einen eigenständigen und charaktervollen Auftritt.
Technik und Anschlüsse
Technisch präsentiert sich der Onkyo MUSE Y-50G ausgesprochen vielseitig. Der Netzwerk-Vollverstärker kombiniert eine leistungsfähige digitale Verstärkerarchitektur mit umfangreichen analogen und digitalen Anschlüssen und lässt sich dadurch sowohl in klassische HiFi-Anlagen als auch in moderne Streaming- und TV-Setups integrieren.
Umfangreiche Anschlussausstattung
Die Rückseite des MUSE Y-50G bietet eine für diese Geräteklasse bemerkenswert umfangreiche Anschlusssektion. Besonders erfreulich ist der integrierte Phono-Eingang, der sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmersysteme unterstützt. Ein separater Erdungsanschluss sowie ein Umschalter für die beiden Tonabnehmerarten sind ebenfalls vorhanden.
Für weitere analoge Zuspieler stehen drei Stereo-Cinch-Eingänge zur Verfügung. Ergänzt werden diese durch einen analogen Cinch-Pre-Out sowie einen separaten Subwoofer-Pre-Out. Der MUSE Y-50G kann damit bei Bedarf auch als Streaming-Vorstufe eingesetzt beziehungsweise um einen aktiven Subwoofer erweitert werden.
Auch digitale Quellen lassen sich problemlos einbinden. Hierfür stehen jeweils ein koaxialer und ein optischer Digitaleingang bereit. Ein HDMI-Eingang ermöglicht darüber hinaus den Anschluss beispielsweise eines Blu-ray-Players oder einer Spielekonsole.
Für die unkomplizierte Integration in ein TV-System verfügt der Verstärker außerdem über HDMI ARC. In Verbindung mit einem kompatiblen Fernseher lässt sich die Tonwiedergabe dadurch komfortabel über das bestehende TV-Setup steuern.
Die Netzwerkanbindung erfolgt wahlweise kabelgebunden über die integrierte RJ45-Ethernet-Buchse oder drahtlos per WLAN. Für Bluetooth und WLAN befindet sich eine entsprechende Antenne auf der Geräterückseite. Den Abschluss bilden die vergoldeten Lautsprecheranschlüsse, die sowohl Lautsprecherkabel als auch Bananenstecker aufnehmen können.
Damit deckt der MUSE Y-50G nahezu sämtliche klassischen und modernen Anschlussvarianten ab. Von der Schallplatte über CD-Player und Spielekonsole bis hin zum Smart-TV oder aktiven Subwoofer lässt sich eine umfangreiche Anlage direkt am Verstärker aufbauen.
Leistungsfähige Axign-Class-D-Verstärkertechnik
Für den Antrieb der Lautsprecher setzt Onkyo auf ein vollständig digitales Schaltungskonzept und eine Axign-Class-D-Verstärkertechnologie mit MOSFET-Ausgangsstufe. Die kompakte Bauweise der digitalen Endstufe ermöglicht einen übersichtlichen Geräteaufbau und kommt ohne groß dimensionierte passive Kühlkörper aus.
Pro Kanal stehen 250 Watt an 4 Ohm beziehungsweise 125 Watt an 8 Ohm zur Verfügung. Damit verfügt der MUSE Y-50G über erhebliche Leistungsreserven und soll auch anspruchsvollere Lautsprecher kontrolliert antreiben können.
Ein Blick in das geöffnete Gehäuse bestätigt den konsequent aufgeräumten Aufbau. Die einzelnen Baugruppen sind klar gegliedert und präzise ausgeführt. Gleichzeitig bleibt im Inneren noch etwas Raum, was unter anderem der platzsparenden Verstärkertechnik zu verdanken ist.
Moderne Streaming- und Netzwerkfunktionen
Als Netzwerk-Vollverstärker ist der MUSE Y-50G nicht nur auf klassische Zuspieler ausgelegt. Über die integrierte Netzwerkplattform stehen zahlreiche moderne Streaming-Möglichkeiten zur Verfügung. Unterstützt werden unter anderem Spotify Connect, TIDAL Connect und Qobuz Connect.
Hinzu kommen AirPlay 2, Google Cast und Qplay, wodurch sich Musik auch direkt von kompatiblen Smartphones, Tablets oder Computern auf den Verstärker übertragen lässt. Die Steuerung des Systems erfolgt komfortabel über die Onkyo Controller App.
Eine weitere Besonderheit ist die speziell für die MUSE-Serie entwickelte Raumkalibrierung. Sie ermöglicht eine Anpassung der Wiedergabe an die akustischen Eigenschaften des jeweiligen Hörraums und soll damit unabhängig von der konkreten Aufstellung für eine möglichst optimale Wiedergabe sorgen.
Technische Highlights im Überblick
- 2 x 250 Watt an 4 Ohm, 2 x 125 Watt an 8 Ohm
- Axign-Class-D-Verstärker mit MOSFET-Ausgangsstufe
- Vollständig digitales Schaltungsdesign
- Phono-Eingang für MM- und MC-Tonabnehmer
- 3 x Stereo-Cinch-Eingang
- Cinch-Pre-Out
- Separater Subwoofer-Pre-Out
- HDMI-Eingang und HDMI ARC
- Koaxialer und optischer Digitaleingang
- RJ45-Ethernet und WLAN
- Bluetooth
- Spotify Connect, TIDAL Connect und Qobuz Connect
- AirPlay 2, Google Cast und Qplay
- Steuerung über die Onkyo Controller App
- Integrierte Raumkalibrierung
- Vergoldete Lautsprecheranschlüsse
Bedienung und Apps
Der Onkyo MUSE Y-50G lässt sich sowohl direkt über die Bedienelemente an der Front als auch über die mitgelieferte Fernbedienung und die Onkyo Controller App steuern. Ergänzend steht mit der Onkyo Room EQ App eine separate Anwendung für die automatische Raumeinmessung zur Verfügung. Damit bietet der Streaming-Vollverstärker mehrere Bedienwege, die sich hinsichtlich Funktionsumfang und Komfort sinnvoll ergänzen.
Direkte Bedienung über die Front
Die Bedienelemente des MUSE Y-50G sind übersichtlich auf der linken und rechten Seite der Frontblende angeordnet. Auf der linken Seite befinden sich der Ein-/Ausschalter sowie ein 6,3-mm-Kopfhöreranschluss. Direkt daneben sitzt ein großer, beleuchteter Aluminium-Dreh-/Drückregler, über den sich die Eingangsquelle auswählen und das Hauptmenü aufrufen lässt.
Die Rasterung des Reglers ermöglicht eine präzise Auswahl der gewünschten Quelle. Gleichzeitig dient das Bedienelement durch seine Druckfunktion zur Navigation im Menü. Eine kleine Besonderheit ergibt sich aus der Konstruktion als Dreh-/Drückregler: Beim Betätigen ist eine leichte Unwucht spürbar, die den insgesamt hochwertigen Bediencharakter jedoch nur geringfügig beeinträchtigt.
Auf der rechten Seite der Frontblende befinden sich ein „Display“-Taster sowie ein USB-A-Anschluss für die Wiedergabe von Musik von entsprechenden Speichermedien. Der zweite große, beleuchtete Aluminium-Dreh-/Drückregler übernimmt die Lautstärkeregelung. Der aktuell eingestellte Pegel wird dabei direkt im Display angezeigt. Ein Druck auf den Lautstärkeregler aktiviert während der Wiedergabe die Stummschaltung.
Großes Farbdisplay mit mehreren Darstellungsvarianten
Zwischen den beiden Dreh-/Drückreglern sitzt das 5,46 Zoll große Farb-LCD. Es liefert während des Betriebs zahlreiche Informationen und ist damit ein wichtiger Bestandteil des Bedienkonzepts. Angezeigt werden unter anderem die gewählte Quelle, der Lautstärkepegel, Informationen zur Netzwerkverbindung sowie bei der Wiedergabe die entsprechenden Titelinformationen.
Für eine klassische HiFi-Anmutung lässt sich alternativ eine Darstellung mit virtuellen VU-Metern aktivieren. Je nach verwendeter Quelle stehen dabei unterschiedliche Informationen zur Verfügung. Bei der Wiedergabe über Spotify können beispielsweise Interpret und weitere Titelinformationen eingeblendet werden.
Die Anzeige ist sehr gut ablesbar und fügt sich optisch stimmig in die Frontgestaltung ein. Über die Fernbedienung lässt sich sowohl die Helligkeit des Displays als auch die Beleuchtung der beiden Drehregler in mehreren Stufen dimmen.
Schlanke Fernbedienung mit umfangreichen Funktionen
Zum Lieferumfang gehört eine schlanke, längliche Fernbedienung aus schwarzem Kunststoff. Sie liegt gut in der Hand und bietet Zugriff auf die wichtigsten Funktionen des MUSE Y-50G. Neben dem Ein- und Ausschalten sowie der direkten Eingangswahl lassen sich auch zahlreiche Klangeinstellungen über den Handsender vornehmen.
Die Tasten verfügen über einen angenehm definierten Druckpunkt. Eine Hintergrundbeleuchtung besitzt die Fernbedienung allerdings nicht, sodass die Bedienung bei abgedunkelter Umgebung etwas weniger komfortabel ausfällt.
Onkyo Controller App als zentrale Steuereinheit
Noch umfangreicher sind die Möglichkeiten mit der Onkyo Controller App. Die Einrichtung des MUSE Y-50G gestaltet sich dabei unkompliziert: Nach dem Einschalten wird der Vollverstärker von der App automatisch erkannt und kann in die Geräteverwaltung übernommen werden. Bei der WLAN-Einrichtung werden die Netzwerkinformationen vom Smartphone an den MUSE Y-50G übermittelt, anschließend muss lediglich das WLAN-Passwort eingegeben werden.
Nach erfolgreicher Netzwerkeinbindung überprüft die App den Softwarestand des Geräts und weist gegebenenfalls auf verfügbare Updates hin. In der Geräteübersicht lassen sich die vorhandenen Onkyo Netzwerkkomponenten verwalten und beispielsweise gruppieren. Auch die Eingangswahl kann komfortabel über die App erfolgen.
Darüber hinaus bietet die Controller App einen umfangreichen Bereich für die Klangeinstellungen. Neben einem Direct-Modus stehen Regler für Höhen, Vocals/Dialog, Bass und Balance zur Verfügung. Zusätzlich können die Pegel des linken und rechten Frontkanals angepasst werden. Auch die Lautstärke eines angeschlossenen externen Subwoofers lässt sich über die App konfigurieren.
Bei der Musikwiedergabe stellt die Anwendung außerdem detaillierte Informationen zur aktuellen Quelle bereit. Die optische Darstellung kann über verschiedene Hintergrundbilder angepasst werden, alternativ lassen sich auch eigene Fotos verwenden.
Room EQ über separate App
Eine Besonderheit des Bedienkonzepts ist die Aufteilung der Funktionen auf zwei Apps. Die Onkyo Controller App ist für die alltägliche Bedienung zuständig, darunter Eingangswahl, Streaming-Funktionen und Audioeinstellungen. Die automatische Raumeinmessung erfolgt über die separat erhältliche Onkyo Room EQ App.
Für die Einrichtung sucht die Room EQ App zunächst nach kompatiblen Bluetooth-Geräten und benötigt außerdem Zugriff auf das lokale Netzwerk. Da der MUSE Y-50G bereits in das Heimnetzwerk eingebunden und eingeschaltet ist, wird er von der Anwendung automatisch erkannt.
Die eigentliche Einmessung erfolgt über das Mikrofon des Smartphones. Die App führt den Anwender durch den Messvorgang und erfasst die relevanten Raumdaten. Anschließend wird die entsprechende Korrektur berechnet und im MUSE Y-50G hinterlegt.
In der Praxis sorgt die Raumkorrektur für einen etwas homogeneren Klang und für sauberere, nahtlosere Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen. Etwas ungewöhnlich ist allerdings, dass Onkyo die Room-EQ-Funktion nicht direkt in die Controller App integriert hat. Nach abgeschlossener Einmessung lässt sich Room EQ zwar in der Controller App aktivieren oder deaktivieren, weiterführende Einstellungen sind dort jedoch nicht möglich.
Bedienung und Apps im Überblick
- Zwei große, beleuchtete Dreh-/Drückregler für Eingangswahl, Menü und Lautstärke
- 6,3-mm-Kopfhöreranschluss und USB-A-Port an der Front
- 5,46-Zoll-Farbdisplay mit verschiedenen Darstellungsvarianten und virtuellen VU-Metern
- Display- und Reglerbeleuchtung mehrstufig dimmbar
- Umfangreiche Fernbedienung mit guter Haptik, jedoch ohne Beleuchtung
- Onkyo Controller App für Gerätesteuerung, Eingangswahl, Streaming und Klangeinstellungen
- Separate Onkyo Room EQ App für die automatische Raumeinmessung
- Room EQ nutzt das Mikrofon des Smartphones zur Erfassung der Raumakustik
- Nach der Einmessung lässt sich Room EQ über die Controller App aktivieren oder deaktivieren
Klang
Der Onkyo MUSE Y-50G präsentiert sich im Hörtest als ausgesprochen detailreicher und dynamischer Streaming-Vollverstärker. Er kombiniert eine hohe Auflösung mit einer kraftvollen, zugleich kontrollierten Basswiedergabe und überzeugt insbesondere bei Stimmen durch seine natürliche und differenzierte Darstellung. Über verschiedene Musikrichtungen hinweg bleibt das Klangbild klar strukturiert und vielschichtig.
Hohe Auflösung und authentische Stimmen
Bereits bei akustischen Gitarren zeigt der MUSE Y-50G eine sehr gute Detailtreue und eine realistische Wiedergabe der Instrumentenstrukturen. Auch elektrische Gitarren werden präzise und klar voneinander differenziert. Besonders positiv fällt die Stimmwiedergabe auf: Unterschiedliche Stimmfarben werden sehr authentisch getroffen und mit einer guten räumlichen Staffelung präsentiert. Auch mehrstimmige Gesangspassagen arbeitet der Onkyo für seine Preisklasse bemerkenswert fein heraus.
Bei komplexeren Arrangements bewahrt der Streaming-Vollverstärker seine Übersicht. Selbst wenn mehrere musikalische Ebenen gleichzeitig hinzukommen, bleiben einzelne Stimmen und Instrumente klar nachvollziehbar. Das zeigt sich sowohl bei Rock- und Metal-Aufnahmen als auch bei elektronischer Musik. Harte E-Gitarren werden beispielsweise mit sauberer Kontur wiedergegeben, ohne charaktervolle Gesangspassagen zu überdecken.
Kraftvoller und präziser Tieftonbereich
Untenrum verfügt der MUSE Y-50G über ordentliche Kraftreserven. Unsere eingesetzten Lautsprecher werden auch bei energiegeladener Musik souverän angetrieben. Der Bass besitzt ein gutes Volumen, bleibt dabei aber sauber definiert und ausreichend kontrolliert. Schnelle elektronische Basspassagen werden präzise nachvollzogen und fügen sich homogen in das übrige Frequenzspektrum ein.
Auch dynamisch anspruchsvolle Musik meistert der Onkyo überzeugend. Nimmt die Intensität eines Stücks deutlich zu, verbindet er die notwendige Kraft mit einer weiterhin guten Differenzierung. Gleichzeitig zeigt sich eine ausgeprägte Feindynamik, die insbesondere bei Stimmen, Synthesizern und feineren Instrumentalpassagen zur Geltung kommt.
Vielschichtig und räumlich gut gestaffelt
Bei ruhigeren und emotional geprägten Aufnahmen kann der MUSE Y-50G seine Auflösung ebenfalls sehr gut ausspielen. Stimmen werden sorgfältig herausgearbeitet, Instrumente wie das Klavier wirken natürlich und authentisch. Auch wenn zusätzliche Gesangsebenen und ein voluminöses Bassfundament hinzukommen, bleiben zentrale Instrumente sauber durchhörbar.
Orchester-Passagen profitieren ebenfalls von der guten Gliederungsfähigkeit. Einzelne Instrumentengruppen werden nachvollziehbar voneinander getrennt, gleichzeitig bleibt der musikalische Zusammenhang erhalten. Bei gefühlvollen Gesangspassagen verbindet der Onkyo diese Transparenz mit einer angenehm feinfühligen und ausdrucksstarken Wiedergabe.
Bei höheren Lautstärkepegeln sollte allerdings etwas Zurückhaltung geübt werden. In Abhängigkeit von Aufnahme und Lautsprecher kann der Hochton dann leicht fordernd beziehungsweise minimal harsch wirken. Über die manuellen Klangeinstellungen lassen sich die Höhen bei Bedarf etwas zurücknehmen, was insbesondere in akustisch lebendigen Räumen hilfreich sein kann.
Auch über Phono überzeugend
Der integrierte Phono-MM/MC-Eingang liefert ebenfalls eine überzeugende Vorstellung. Mit unserem Technics SL-1500CS und MM-Tonabnehmer werden akustische Gitarren detailreich und mit realistischer Struktur wiedergegeben. Stimmen erscheinen klar und transparent, wobei auch charakteristische Feinheiten wie leicht rauchige oder kratzige Anteile erhalten bleiben.
Bei dynamischeren Passagen bleibt die räumliche Staffelung sauber erhalten. Im Vergleich zur digitalen Wiedergabe wirkt die Abstimmung dabei tendenziell etwas schlanker, überzeugt dafür mit einem knackigen und präzisen Bass. Auch orchestrale Vinyl-Aufnahmen werden fein gegliedert, dynamisch und mit hoher akustischer Ausdruckskraft wiedergegeben.
Klangcharakter auf einen Blick
Der Onkyo MUSE Y-50G spielt klar, detailreich und dynamisch auf. Stimmen werden natürlich und sehr differenziert dargestellt, der Bass tritt kraftvoll, voluminös und zugleich präzise kontrolliert auf. Die gute räumliche Staffelung sorgt für Übersicht, auch bei komplexeren Arrangements. Der Hochton ist hochauflösend, kann bei höheren Pegeln jedoch etwas fordernd wirken.
Über den Phono-Eingang überzeugt der MUSE Y-50G ebenfalls mit Transparenz, Detailreichtum und einem knackigen Bassfundament. Insgesamt erweist sich der Streaming-Vollverstärker als ausgesprochen vielseitig und eignet sich für ein breites Spektrum von Pop über Rock und elektronische Musik bis hin zu klassischen Aufnahmen.
Fazit
Mit dem MUSE Y-50G gelingt Onkyo ein interessanter Netzwerk-Vollverstärker, der klassische HiFi-Tugenden mit moderner Streaming-Technik verbindet. Besonders gelungen ist dabei die eigenständige Gestaltung: Die Kombination aus champagnergoldfarbener Aluminiumfront, Bordeaux-Walnussholz und San-Kuzushi-Muster verleiht dem 80th Anniversary Edition einen charaktervollen Auftritt, der sich wohltuend vom vielfach eher nüchternen Design moderner Streaming-Komponenten abhebt. Auch bei der Verarbeitung überzeugt der Onkyo mit hochwertigen Materialien und einer sauberen Fertigungsqualität.
Technisch lässt der MUSE Y-50G kaum Wünsche offen. Neben einer leistungsfähigen Axign-Class-D-Endstufe stehen zahlreiche analoge und digitale Anschlüsse, HDMI ARC, Phono für MM und MC, Netzwerkfunktionen sowie ein sehr umfangreiches Streaming-Angebot zur Verfügung. Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, AirPlay 2 und Google Cast machen den Onkyo zu einer vielseitigen Schaltzentrale für moderne HiFi-Systeme.
Auch das Bedienkonzept kann überzeugen. Die großen Dreh-/Drückregler, das informative und sehr gut ablesbare Farbdisplay sowie die umfangreiche Controller App ermöglichen eine komfortable Steuerung. Die separate Room EQ App ist zwar etwas umständlich gelöst, die automatische Raumkorrektur bringt in der Praxis jedoch einen hörbaren Zugewinn an Homogenität.
Klanglich präsentiert sich der MUSE Y-50G detailreich, dynamisch und kraftvoll. Besonders Stimmen werden natürlich und differenziert wiedergegeben, der Bass überzeugt mit Volumen, Kontrolle und Präzision. Auch komplexe und dynamische Musikstücke beherrscht der Onkyo souverän. Lediglich bei höheren Lautstärkepegeln kann der Hochton je nach Aufnahme und Lautsprecher etwas fordernd wirken.
In der Summe ist der Onkyo MUSE Y-50G ein besonders vielseitiger und hochwertig ausgestatteter Netzwerk-Vollverstärker, der nicht nur optisch eine Brücke zwischen klassischem HiFi und moderner Technik schlägt. Auch klanglich liefert er eine überzeugende Vorstellung und empfiehlt sich damit für anspruchsvolle Hörer, die einen leistungsfähigen Streaming-Verstärker mit umfangreicher Konnektivität und ausgeprägtem HiFi-Charakter suchen.
Pro und Kontra
- Sehr hochwertige Verarbeitung mit massiver Alu-Front und Bordeaux-Walnussholz
- Charaktervolles Design mit gelungenem Retro-HiFi-Bezug
- Leistungsfähige Endstufen mit 2 x 250 Watt an 4 Ohm
- Überdurchschnittlich umfangreiche Anschlussbestückung
- Vielseitige Streaming-Plattform mit Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, AirPlay 2 und Google Cast
- Detailreicher, dynamischer und kraftvoller Klang mit ausgezeichneter Stimme
- Großes, hochwertiges Display
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