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30.04.2021
von: Philipp Kind
Stets war die Opticon-Serie aus dem Hause des dänischen Lautsprecher-Herstellers Dali ein Garant für ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis. Dies soll ebenso für die überarbeitete MKII-Version der Schallwandler gelten, die darüber hinaus mit neuem, noch edlerem Design und zahlreichen technischen Neuerungen überzeugen wollen. Highlight sind u.a. angepasste Konusse aus der High End-Serie EPICON, die dem Look der Opticon MKII entsprechend etwas dunkler eingefärbt wurden. Das Flaggschiff bildet der große Standlautsprecher Opticon 8 MKII. Die für Dali-typische paarweise Fertigung in Dänemark garantiert, dass das erworbene Lautsprecherpaar akustisch perfekt zueinander passt. Die Dali Opticon 8 MKII ist zum Preis von 3.598,00 € (Paarpreis) erhältlich.
Durchweg zieren matte Oberflächen die neue Opticon MKII-Serie. Hochwertige Dekorfolie ist sauber und ohne sichtbare Einschlüsse an den Gehäuseseiten aufgebracht. Die Schallwand hingegen ist seidenmatt lackiert und selbst die Frontplatte des Hybrid-Hochtonmoduls ist aus mattschwarzem Aluminium-Druckguss gefertigt. Sockeltraversen, ebenfalls aus Aluminiumguss, können mit schwarz verchromten Spikes oder vibrationsmindernden Dämpfungspads bestückt werden. Das hierfür notwendige Montage-Zubehör wird mitgeliefert.
Optisch hat man zweifellos einen klassischen Standlautsprecher vor sich, hier wagt der Hersteller keine Experimente. Zudem setzt man auf eine sichtbare Verschraubung der einzelnen Chassis und auch auf eine magnetische Befestigung der akustisch neutralen Stoffabdeckung wurde verzichtet. Die für die Befestigungsstifte des Abdeckgitters notwendigen Öffnungen sitzen jedoch direkt um einzelne Töner und beeinflussen den sonst sauberen Look kaum negativ. Das Abdeckgitter selbst ist mit hochwertigem Akustikstoff bespannt, besteht aber aus Kunststoff und könnte etwas robuster ausgeführt sein.
Die Dali-typische Optik wird natürlich von den eingefärbten Holzfaser-Membranen, die im Tief- und Mitteltonbereich Verwendung finden, geprägt. Das Hybrid-Hochtonmodul auf der schwarzen Alugussplatte wirkt ebenso passend wie edel. Dali setzt auf nicht parallele Trennwände im versteiften und mehrfach verstrebten Gehäuse-Korpus und der seidenmatt schwarz lackierten Schallwand. Die Struktur bei unserem Testsample in Esche schwarz kommt hervorragend heraus und gefällt Audio-Enthusiasten, die Wert auf klassische Optik legen. Das Finish fällt an allen Seiten sehr gut aus, auch an den spitzen Gehäusekanten auf der Rückseite wurde die Dekorfolie sauber aufgebracht.
Im 3,5 Wege-Standlautsprecher sind zwei Tieftöner mit Dali eigener SMC-Technologie und 200 mm Holzfasermembranen verbaut. Außerdem ein 165mm groß dimensionierter Mitteltöner, der ebenfalls mit SMC und Holzfasermembran ausgestattet ist. Das Hybrid-Hochtonmodul und der Mitteltöner sitzen dabei zwischen den beiden Tieftönern. So wird ein Abstrahlen der hohen und mittleren Frequenzen auf Ohrhöhe der Sitzposition sichergestellt. Dali gibt an, dass auch der Tieftonbereich vom größeren Abstand der beiden Bass-Töner profitiert.
Der Hybrid-Hochtöner ist für Kenner der Dänen kein Unbekannter. Hier kommt der neue, große 29 mm Gewebekalotten-Hochtöner in Kombination mit einem 17 x 45 mm großen Bändchen zum Einsatz. Auch hier stehen ein breites Abstrahlverhalten sowie außerdem eine ausgeprägte Räumlichkeit im Fokus. Die Kalotte ist zudem stark belastbar und durch die niedrige Übergangsfrequenz von 2 kHz ergibt sich auch ein sehr homogener, sanfter Übergang zum Mitteltonbereich. Das Bändchen hingegen ist für die höchsten Töne zuständig und liefert eine tadellose Impulstreue, hier wird ab 14 kHz bis hinauf auf 30 kHz agiert.
Durch den Einsatz des SMC-Magnetsystems reduziert der Hersteller Verzerrungen im Magnetantrieb und reduziert mechanische Verluste in erheblichem Maße. Das pulverförmige Magnetmaterial bietet eine hohe magnetische Leitfähigkeit mit einer nur minimal ausgeprägten elektrischen Leitfähigkeit. Damit werden auch Verfärbungen in der Klangwiedergabe auf ein Minimum reduziert.
Die Rückseite bietet gegenüber der MKI optimierte Dual-Bassreflexrohre aus Kunststoff und sehr hochwertige Lautsprecher-Terminals. Diese sind vergoldet und mit einer griffigen Acryl-Ummantelung gekapselt. Die Terminals sind für größere Kabelquerschnitte ebenso geeignet wie für Bananenstecker. Auch die Brücken erscheinen sehr hochwertig.
Die Opticon 8 MKII kann einen beachtlichen Schalldruck von 112 dB realisieren. Der Frequenzbereich ist von 38 Hz bis 30 kHz angegeben, die Übergangsfrequenzen lauten 380 / 2.200 und 14.000 Hz. Die Standbox ist mit 34 kg kein Leichtgewicht und präsentiert sich mit Abmessungen von 1.141 mm Höhe, 241 mm Breite und 450 mm Tiefe.
So eindrucksvoll der optische Auftritt der großen Opticon 8 MKII Standbox ist, genauso verhält es sich mit der akustischen Performance. Die Dali Standlautsprecher spielen schlichtweg gewaltig auf und bilden ein sehr substantielles, massives Klangbild mit hoher atmosphärischer Dichte ab. Auch die ausgeprägte, weitläufige Räumlichkeit, die den Zuhörer regelrecht einhüllt, zeichnet die ersten Klangeindrücke der dänischen Opticon MKII-Topmodelle aus. Das große Gehäusevolumen der Standlautsprecher trägt zum enormen Tiefgang und generell kraftvollem, satten Tieftonbereich bei. Erfreulicherweise agieren die Opticon 8 MKII zudem in den unteren Regionen sehr strukturiert, flink und präzise. Unterschiedliche Tieftonebenen kommen eindeutig heraus und Kickbässe werden mit hartem Punch ausstaffiert. Nicht weniger positives ist über den Hochtonbereich zu berichten. Maximale Impulstreue in den höchsten Bereichen und ein, wie angekündigt, nahtloser Übergang hin zu den Mitten. Gänsehaut-Feeling liefert die Dali-Box und brilliert mit dynamischem Antritt und einem direkten Sound, der aber zu keinem Zeitpunkt fordernd oder anstrengend wirkt. Pegelfest ist sie zudem auch, lediglich im Maximalbereich wird der ohnehin fein aufgelöste, brillante Hochtonbereich ein wenig spitzer. Die meisten Hörer werden allerdings, selbst in größeren Räumen, bei dieser Lautstärke bereits den Lautstärke-Drehregler anvisieren und ein paar dB zurücknehmen.
Die Opticon 8 MKII besticht über alle Genres hinweg mit einer hohen Authentizität. Sie löst fein auf, geht dynamisch zu Werke und spielt dabei auch sehr direkt. Ein schlichtweg ehrlicher Lautsprecher, der nicht zu Übertreibungen neigt. Dank seiner Spritzigkeit und Dynamik klingt er wieder aber auch nicht zu nüchtern, sondern schwungvoll und mitreißend. Prägnant klingt sie, sowohl bei geringem als auch bei hohem Pegel. Hält aber stets die Balance, wirkt harmonisch und lässt eine anstrengende Schärfe außen vor. Präzision und Kontrolle, über den gesamten Frequenzbereich hinweg, sind ebenfalls Stärken der Dänen. Besonders bei komplexer Kulisse wird dies durch die saubere Differenzierung und die harmonische Präsentation deutlich.
Die Opticon 8 MKII präsentieren sich als klassische, grundehrliche Lautsprecher mit überaus solider Material- und Fertigungsqualität sowie typischen, innovativen Dali-Technologien für ein insgesamt sehr harmonisches, authentisches Klangbild. Sie bieten enorme Reserven im Bassbereich und beschallen mühelos selbst große Hörräume. Direkt, kraftvoll und spritzig spielen sie auf und nehmen den Zuhörer, trotz der authentischen Präsentation, schwungvoll mit. Ein echter High-Tech-Lautsprecher in klassischem Gewand.