Thorens TD 403 DD Test - Präziser Plattenspieler mit Direktantrieb und audiophilem Anspruch
Für 1.399 EUR ist der Thorens TD 403 DD wahlweise in Schwarz-Hochglanz oder in Walnuss-Hochglanz erhältlich. Beim Modell aus der legendären Manufaktur handelt es sich um einen komplett manuellen Plattenspieler mit Direktantrieb und externem Netzteil. Für unseren Test kam der MM-Tonabnehmer Ortofon 2M Blue zum Einsatz.
Hervorragende Qualität und einfache Handhabung
Wenden wir uns zuerst dem Laufwerk zu. Hier begeistert uns die hervorragende Verarbeitungsqualität mit hochwertigen Werkstoffen. Vorne links findet sich der Umschalter für die Geschwindigkeit (33/45 Umdrehungen), rechtsseitig untergebracht ist der Kippschalter für Starten und Stoppen der Wiedergabe. Der Plattenteller, 1,4 kg schwer und 22 mm dick, wird aus Aluminiumdruckguss gefertigt, die rutschfeste Gummimatte wird auf diese Konstruktion aufgelegt.
Thorens liefert für den TD 403 DD eine gut verarbeitete und einfach montierbare Staubschutzhaube aus Acryl mit. Bei längerem Nichtgebrauch kann man diese zum Einsatz bringen. Wer hier einen Hinweis auf die Montage des Antriebsriemens vermisst: Diesen gibt es bei unserem Testkandidaten nicht. Der Thorens TD 403 DD besitzt einen Direktantrieb.
Kein festes Anschlusskabel
Der Thorens TD 403 DD bringt im Gegensatz zu zahlreichen anderen Plattenspielern kein festes Anschlusskabel mit. Vielmehr befindet sich auf der Rückseite ein Cinchausgang nebst Erdungsanschluss. Ebenfalls sind hinten der Anschluss fürs eingangs erwähnte externe Netzteil und der On-/Standby-Schalter untergebracht.
Aufwändiger Tonarm
Fahren wir mit dem Tonarm fort. Der TD 403 DD verfügt über einen von Thorens mit großem Aufwand und enormer Sorgfalt entwickelten Tonarm TP 150. Dieser kommt auch im Modell TD 1500 zum Einsatz. Der Tonarm besitzt eine effektive Masse von 14 Gramm und ist höhenverstellbar. Auch der Azimuth kann justiert werden. Bedingt durch den Standard SME-Anschluss ist der Wechsel der Headshell oder die Verwendung eines anderen Tonabnehmer-Systems kein Problem.
Ganz hinten am Tonarm befindet sich wie üblich das Gegengewicht, das zum präzisen Austarieren des Arms sowie zur Bestimmung der Auflagekraft (bei unserem Ortofon 2M Blue sind es 1,6 bis 2 Gramm), die je nach verwendetem Tonabnehmer variiert, dient. Der Tonarm verfügt über eine solide ausgeführte manuelle Lift-Funktion mittels eines leichtgängigen und einfach bedienbaren Metallhebels. Auch die ebenfalls einstellbare Anti-Skating-Funktion ist selbstverständlich vorhanden.
Die korrekte Justage ist sehr wichtig, da es nur dann gewährleistet ist, dass der Tonabnehmer in der Rille der Schallplatte akkurat die Spur hält und der Tonarm nicht in Richtung der Mitte gedrückt wird. Die Antiskating-Einstellung beim TD 403 DD arbeitet mit Hilfe eines verschiebbaren Gewichts in der Armbasis. Die eigentliche Justage erfolgt mittels eines über ein Rubinlager geführten Nylonfadens.
Ortofon-Tonabnehmer mit solider Konfiguration
Wenden wir uns dem MM-Tonabnehmer zu. Kauft man das System des dänischen Herstellers einzeln, werden knapp 200 EUR dafür in Rechnung gestellt. Also befindet sich der Ortofon 2M Blue in einer durchaus populären Preisklasse, die sich viele Plattenfans leisten können. Natürlich ist es möglich, den Thorens TD 403 DD mit teureren und akustisch noch stärker auftretenden Tonabnehmer-Systemen zu versehen – aber schon der recht preisgünstige Ortofon2 M Blue schlägt sich, wie später die Testreihen zeigen werden, beachtlich gut.
Der Tonabnehmer aus renommiertem Hause setzt auf einen elliptisch geschliffenen Nude-Diamanten und bringt, charakteristisch für Ortofon-Systeme, geteilte Polkerne mit. Warum greift man zu diesem Kniff? Ortofon möchte auf diese Weise einen flachen Frequenzgang erzeugen, der sonst typisch für MC-Systeme ist. Da der Antrieb des Tonabnehmers eine erhöhte Ausgangsspannung von 5,5 mV offeriert, können bei der gebotenen Auflösung und der möglichen Dynamik ausgezeichnete Werte bereitgestellt werden.
Die richtigen akustischen Rahmenbedingungen
Man sollte darauf achten, den Thorens TD 403 DD zusammen mit einer hochwertigen Phono-Vorstufe zu verwenden. Da in vielen günstigeren Stereoverstärkern oder Stereoreceivern kein wirklich guter Phono-Preamp zu finden ist, kann man dann durchaus auf ein separates Gerät ausweichen. Manchmal bringt schon ein wirklich günstiges Modell wie der Thorens MM 02 (149 EUR) ein verbessertes akustisches Ergebnis, wir würden aber eher auf den Thorens MM 008 (299 EUR) setzen, der den eingebauten Phono-Vorstufen auch etwas teurere Verstärker oder Receiver klanglich überlegen ist.
Wir haben für unsere Testreihen im übrigen den HiFi-ROSE RA180 (5.999 EUR) verwendet, der einen exzellenten Phono-Vorverstärker mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten für die optimale Anpassung bietet.
Hohe Laufruhe
Überzeugende klangliche Talente
In unserer Test-Konfiguration kann der TD 403 DD exzellente akustische Resultate erzielen. Er punktet mit seinem angenehmen, zugleich aber detailreichen und dynamischen Klang. Sicher, mit einem teureren Tonabnehmer-System könnte man vielleicht noch etwas mehr akustische Finesse herausholen, aber schon so, wie sich unser Plattenspieler präsentiert, sind Leistungen möglich, die für die Preisklasse definitiv überdurchschnittlich sind.
Wir haben völlig unterschiedliche Musikstile angehört. Und richtig gut gefällt uns der Thorens-Plattenspieler bei „Ain’t No Sunshine“ (Eva Cassidy) und „The Look Of Love“ (Diana Krall). Beide Stücke fokussieren die vokale Präsenz der Künstlerinnen, und beide Male ermöglicht der TD 403 DD eine feinfühlige, charismatische Stimmwiedergabe. Die Trennung der Stimme von den instrumentalen Anteilen gelingt überragend, trotzdem wirkt das Ergebnis sehr homogen und nahtlos. Bei „West End Girls“ (Pet Shop Boys, Album „Please“) arbeitet der Thorens die Stimme von Neil Tennant mit viel Lebendigkeit und ausgezeichneter Feindynamik heraus.
Detailreich und homogen
Und der unvergessene Kurt Cobain wird beim Klassiker „Smells Like Teen Spirit“ ebenfalls exzellent präsentiert, die stimmtypischen Merkmale stellt der TD 403 DD absolut klar und realistisch dar. Bei „Hans Zimmer – The Classics“ beweist uns der Thorens erneut, wie kultiviert und zugleich nachdrücklich er agieren kann. Wir hören hier „The Dark Knight Rises“ mit Lindsey Stirling als Violinisten und die „Gladiator Rhapsody“ – hier greift der weltberühmte Pianist Lang-Lang in die Tasten. Immer detailliert der Thorens sauber, und nie wirkt das akustische Ergebnis zu analytisch und emotionslos, sondern immer sensibel und in sich schlüssig.
Fazit
Der Thorens TD 403 DD ist ein problemlos zu handhabender manueller Plattenspieler mit Direktantrieb. Er präsentiert sich als exzellent verarbeitet, und der Tonarm ist ebenfalls dazu geeignet, höhere Ansprüche souverän zu erfüllen. Das für unseren Test herangezogene Tonabnehmer-System ist für die Preisklasse ausgezeichnet. Natürlich ist da noch Luft nach oben. Klanglich zeigt sich unsere Konfiguration als sehr angenehm darstellend, und für den fairen Gesamtpreis sind auch Detaillierung und Lebendigkeit richtig gut.
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