Tests für Cambridge Audio EVO300
Expertenmeinungen und Testberichte zum Artikel

Cambridge Audio EVO 300 im Test
Autor: Reinhard Paprotka, AUDIO Stereoplay
Ein kleiner Auszug von uns zusammengefasst
Bereits bei den ersten Hörproben habe der EVO 300 eindrucksvoll demonstriert, welche Kraftreserven in seinem kompakten Gehäuse steckten. Selbst die anspruchsvollen Nubert-Lautsprecher habe er vollkommen mühelos angetrieben und dabei eine außergewöhnliche Bassdynamik entfaltet. Tieffrequente Impulse seien mit beeindruckender Kontrolle und Präzision bis hinunter zur unteren Grenzfrequenz der Lautsprecher von 20 Hertz wiedergegeben worden. Besonders deutlich habe sich dies bei dem Titel 'Bikole' von Martha Mukisa und Oma Afrikana gezeigt, dessen markante elektronische Bassläufe der Verstärker ausgesprochen druckvoll und zugleich straff reproduziert habe.
Auch im Mitteltonbereich habe die Kombination überzeugt. Stimmen und Instrumente seien körperhaft, sonor und präzise im Raum positioniert worden. Ob Streicher oder Blasinstrumente – sämtliche Klangfarben hätten sich durch eine natürliche und ausgewogene Wiedergabe ausgezeichnet. Die fein aufgelösten Höhen hätten zusätzlich zur plastischen Darstellung und überzeugenden räumlichen Staffelung beigetragen. Dabei habe der Cambridge selbst bei anspruchsvollen Passagen niemals zu Schärfe oder übertriebener Brillanz geneigt. Vielmehr sei seine Hochtonabstimmung angenehm geschmeidig ausgefallen.
Bemerkenswert sei insbesondere, dass der EVO 300 trotz seiner modernen Class-D-Verstärkertechnik klangliche Eigenschaften erkennen lasse, die erfahrene HiFi-Liebhaber an klassische britische Verstärkerkonstruktionen erinnerten.
Als weitere herausragende Stärke habe sich die enorme Pegelfestigkeit erwiesen. Selbst bei extrem hohen Lautstärken habe der Cambridge seine Souveränität bewahrt und die Lautsprecher ohne erkennbare Verzerrungen kontrolliert. Paprotka beschreibe die Leistungsreserven mit den Worten: „Bis zum Anschlag alles unverzerrt und mühelos, super!“
Zwar dürften derartige Lautstärken im heimischen Hörraum kaum jemals erforderlich sein. Die außergewöhnlichen Leistungsreserven böten jedoch die Gewissheit, dass der EVO 300 auch besonders anspruchsvolle Lautsprecher zuverlässig antreiben könne. Positiv hervorgehoben habe der Tester außerdem den leistungsfähigen integrierten Kopfhörerverstärker.
Fazit
Im abschließenden Urteil bescheinige Reinhard Paprotka dem Cambridge Audio EVO 300, die traditionsreiche britische Verstärkerbaukunst überzeugend in die Gegenwart zu übertragen. Dank modernster Class-D-Endstufentechnik verbinde das Gerät eine herausragende Klangqualität mit enormer Leistungsfähigkeit, ohne dafür ein voluminöses Gehäuse zu benötigen.
Auch hinsichtlich der Ausstattung lasse der Streaming-Vollverstärker kaum Wünsche offen. Neben klassischen Anschlussmöglichkeiten einschließlich eines Phono-MM-Eingangs biete er eine zeitgemäße Streaming-Sektion. Besonderes Lob verdiene zudem die unkomplizierte und durchdachte Bedienung.
Insgesamt zeige der EVO 300, dass sich europäische High-End-Ingenieurskunst, exzellente Klangqualität und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis keineswegs ausschließen müssten. Gerade im Zusammenspiel mit den Nubert-Referenzlautsprechern habe Cambridge eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welches klangliche Potenzial in diesem kompakten Verstärker stecke. Das begeisterte Schlusswort des Testers laute entsprechend schlicht: „Bravo!“
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