Tests für Denon AVC-X3900H
Expertenmeinungen und Testberichte zum Artikel

Denon AVC-X3900H Test – Kraftvoller 9.4-Kanal-AV-Verstärker mit Auro-3D und starkem Klang-Upgrade
von: Carsten Rampacher

Denon AVC-X3900H
Autor: Andreas Oswald, audiovision
Ein kurzer Auszug des Hörtests von uns zusammengefasst
Der Denon AVC-X3900H habe mit kräftigen Endstufen, dynamischer Wiedergabe und interessanten Neuerungen gegenüber seinem Vorgänger überzeugt. Bei den Labormessungen habe er ein vergleichbares Leistungsniveau erreicht. Im 5.1-Betrieb seien 112 Watt an 4 Ohm beziehungsweise 102 Watt an 6 Ohm pro Kanal gemessen worden. Im Stereobetrieb habe die Leistung bei 186 beziehungsweise 158 Watt gelegen, während im 7.1-Modus an 6 Ohm noch 81 Watt pro Kanal zur Verfügung gestanden hätten.
Die automatische Audyssey-Einmessung sei problemlos verlaufen, lediglich einige Übergangsfrequenzen hätten nachjustiert werden müssen. Da der Denon gegenüber der üblichen 7.1.4-Testkonfiguration ohne hintere Surround-Lautsprecher betrieben worden sei, hätten sich leichte Einschränkungen bei Räumlichkeit und Präzision ergeben.
Klanglich habe sich der AVC-X3900H mit hoher Transparenz, kräftiger Dynamik, kontrolliertem Bass und lebendiger Wiedergabe präsentiert. Mit aktiviertem Audyssey Dynamic EQ habe der Verstärker besonders effektvoll gespielt. Die Intensität lasse sich über verschiedene Parameter individuell anpassen.
Bei Dolby-Atmos-Demosequenzen habe der Denon eine weitläufige Klangkulisse mit präzise ortbaren Effekten erzeugt. Auch die vier Höhenlautsprecher seien überzeugend eingebunden worden. Die neue Atmos-Kanalerweiterung habe allerdings je nach Quellmaterial unterschiedlich stark eingegriffen.
Während bei 'The World of Hans Zimmer' kaum Veränderungen hörbar gewesen seien, habe die Funktion bei Metallicas 'Through the Never 3D' die zuvor dezent abgemischten E-Gitarren deutlich stärker auf die Höhenlautsprecher verlagert. Die Stimme von James Hetfield sei hingegen weitgehend unverändert geblieben.
Allerdings habe die Kanalerweiterung den Klang der Höhenkanäle hörbar aufgehellt, was nicht immer angenehm gewesen sei. Für anspruchsvolle Hörer könne die Funktion deshalb zu stark in das ursprüngliche Klangbild eingreifen.
Auch bei Stereomusik habe der AVC-X3900H überzeugt. Im 'Pure Direct'-Modus habe er mit klaren Höhen, feiner Detailauflösung und präziser Instrumentenortung aufgespielt. Mit aktivierter Audyssey-Korrektur sei die Wiedergabe hingegen voller, druckvoller und insgesamt musikalischer ausgefallen.
Fazit
Im Test der habe sich der Denon AVC-X3900H als leistungsfähiger und vielseitiger AV-Verstärker erwiesen, der sowohl im Heimkino als auch bei der Musikwiedergabe überzeugen könne. Seine kräftigen Endstufen, die dynamische Klangabstimmung und die präzise Darstellung räumlicher Effekte gehörten zu seinen wesentlichen Stärken. Die neue Atmos-Kanalerweiterung biete zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten, könne je nach Quellmaterial allerdings etwas zu deutlich in das Klanggeschehen eingreifen.
Besonders erfreulich sei, dass Denon den Funktionsumfang gegenüber dem Vorgänger erweitert und gleichzeitig den Verkaufspreis gesenkt habe.

Denon AVC-X3900H auf dem Prüfstand
Autor: Thomas Bergbold, AUDIO Stereoplay
Ein kleiner Auszug von uns zusammengefasst
Autor Thomas Bergbold habe nicht nur die Heimkinoqualitäten des AV-Verstärkers untersucht, sondern auch dessen Fähigkeiten bei Musik in Dolby Atmos und im klassischen Stereobetrieb.
Beim Dolby-Atmos-Album ‘Touch’ von Yello habe insbesondere die Wiedergabe der Stimme von Heidi Happy überzeugt. Ihr Gesang sei ausgesprochen klar und präzise im Zentrum des Klanggeschehens positioniert gewesen, während sich die sphärischen Klangwelten von Boris Blank eindrucksvoll im Raum verteilt hätten. Auch die einsetzende Trompete von Till Brönner habe sich überzeugend in das Gesamtbild eingefügt. Bergbold habe dem Denon deshalb eine souveräne Vorstellung über das gesamte Album hinweg attestiert.
Anschließend habe der Tester überprüfen wollen, wie sich der AVC-X3900H mit klassischem Stereo-Material schlage. Über Qobuz und dessen Connect-Funktion sei dafür ein neues Album von Sting zum Einsatz gekommen. Die ungewöhnliche Live-Aufnahme in einem Museum habe der Denon sehr überzeugend vermittelt. Vor allem die transparente und klare Wiedergabe habe es ermöglicht, dem feinen Gitarrenspiel mühelos zu folgen. Einen Anteil daran schreibe der Autor auch der neuen DAC-Sektion zu.
Gerade akustische Musik profitiere nach Einschätzung des Testers von der offenen und luftigen Spielweise. Ähnliche Eindrücke hätten sich bei weiteren Aufnahmen aus dem Jazzbereich ergeben. Für einen AV-Verstärker könne sich diese Stereo-Performance durchaus sehen beziehungsweise hören lassen. Reine Stereoverstärker könnten zwar in einzelnen Disziplinen noch etwas mehr Luftigkeit bieten, doch insbesondere bei Rock- und Popmusik würden deren klangliche Vorteile deutlich kleiner ausfallen.
Eine wichtige Rolle spiele allerdings die Auswahl der passenden Lautsprecher. Der frische und direkte Charakter des Denon verlange nach einer sorgfältigen Kombination. Bergbold empfehle daher eher ausgewachsene Standlautsprecher mit einer etwas sanfter abgestimmten Hochtonwiedergabe als ausgesprochen direkt spielende Modelle mit Bändchenhochtönern.
Auch im Stereobetrieb hinterlasse der AVC-X3900H einen überzeugenden Eindruck: „So macht das luftige Klangbild gerade bei akustischer Musik Spaß.“
Fazit
Nach Einschätzung von Audio Stereoplay müsse ein AV-Verstärker zahlreiche unterschiedliche Anforderungen unter einen Hut bringen – eine Aufgabe, die auch der Denon AVC-X3900H nicht in jeder Disziplin vollkommen erfüllen könne. Angesichts eines Preises von rund 1.500 Euro sei jedoch zu berücksichtigen, dass das Gerät nicht in der High-End-Klasse antrete.
Seine besondere Stärke zeige der Denon im Heimkino. Dort spiele er souverän, dynamisch und mit überzeugender Kontrolle auf. Gleichzeitig mache er auch bei hochauflösender Musikwiedergabe eine gute Figur und vermittle Musik frisch, offen und lebendig.
Positiv hebe der Autor zudem hervor, dass der AVC-X3900H den Stereobetrieb keineswegs nur als Nebenfunktion behandle. Klanglich könne er sich durchaus mit zahlreichen reinen Stereoverstärkern seiner Preisklasse messen. Zusammen mit der umfangreichen Ausstattung, dem gelungenen Streaming-Angebot und der vielseitigen Anschlussausstattung ergebe sich damit ein sehr attraktives Gesamtpaket.
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