Tests für Rotel Michi Prestige X430
Expertenmeinungen und Testberichte zum Artikel

Rotel Michi Q430 und Michi X430
Autor: Stefan Schickedanz, AUDIO Stereoplay
Ein kleiner Auszug von uns zusammengefasst
Bereits nach kurzer Hörzeit habe sich gezeigt, dass bei beiden Michi-Komponenten weniger spektakuläre HiFi-Effekte als vielmehr die Musik selbst im Vordergrund stünden. X430 und Q430 würden auch einzeln betrachtet einer gemeinsamen klanglichen Linie folgen. Diese sei von hoher Neutralität geprägt, ohne dabei nüchtern oder kühl zu wirken. Vielmehr komme eine fein dosierte Wärme hinzu, die für einen natürlichen und angenehmen Höreindruck sorge.
Dabei spiele es nach Einschätzung des Autors kaum eine Rolle, welches Musikgenre gewählt werde. Ob großes Orchester, reduzierte Singer/Songwriter-Aufnahme oder kraftvoll produzierte Rockmusik – die Kombination vermittle stets den Eindruck, unmittelbar dem musikalischen Geschehen zu folgen, anstatt sich mit den klanglichen Eigenschaften der HiFi-Anlage beschäftigen zu müssen. Übertriebene analytische Schärfe oder künstlich hervorgehobene Effekte seien dem Michi-Duo fremd.
Besonders überzeugend gelinge die Wiedergabe von Stimmen und akustischen Instrumenten. Sowohl männliche als auch weibliche Gesangsstimmen würden mit glaubwürdiger Körperhaftigkeit, realistischer Größe und hoher Natürlichkeit dargestellt. Auch Streicher behielten ihren charakteristischen Schmelz und wirkten weder ausgedünnt noch unangenehm scharf.
Ähnlich positiv bewerte Schickedanz die räumliche Abbildung. Instrumente und Stimmen würden plastisch im Raum erscheinen und sich stabil auf einer überzeugend aufgebauten Bühne positionieren. Dadurch entstehe ein glaubwürdiges Klangbild, das nicht durch überzeichnete räumliche Effekte beeindrucken müsse.
Eine besondere Stärke der Kombination sei jedoch ihre Basswiedergabe. Bei Bassdrums, beispielsweise in Foreigners 'Urgent' oder in der Live-Version von Totos 'Africa', liefere das Michi-Duo eine überzeugende Verbindung aus Druck, Volumen und klarer Kontur. Auch elektronische Tieftonimpulse wie in Thomas Dolbys 'Dissidents' würden mit erheblicher Autorität wiedergegeben, ohne dabei aufgebläht oder unpräzise zu wirken.
Der Michi X430 habe zudem eindrucksvoll demonstriert, mit welcher Kontrolle er auch anspruchsvolle Lautsprecher antreiben könne. Die im Hörtest verwendeten Bowers & Wilkins 802 D3 habe der Verstärker jederzeit souverän geführt. Selbst bei dynamisch forderndem Musikmaterial habe sich demnach kein Eindruck von Anstrengung eingestellt.
Auch im Hochtonbereich wahre die Kombination eine sehr ausgewogene Abstimmung. Becken würden energiereich und fein strukturiert erklingen, ohne dass daraus Nervosität oder übermäßige Schärfe entstehe. Gerade dieses Zusammenspiel der verschiedenen Frequenzbereiche trage wesentlich dazu bei, dass der Gesamtklang ausgesprochen homogen wirke.
Pro und Kontra Rotel Michi X430
Fazit
Im Fazit komme Stefan Schickedanz zu dem Ergebnis, dass Rotel Michi Q430 und Michi X430 zwar bereits in einzelnen klanglichen Kategorien ein ausgesprochen hohes Niveau erreichten, ihre eigentliche Stärke jedoch im harmonischen Zusammenspiel liege. Unabhängig von Musikstil oder Aufnahme vermittle die Kombination einen hohen Grad an Realismus und Natürlichkeit.
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